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Autodiebstahl: Das taugen Sicherungen wie künstliche DNA und Lenkradschloss

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Autodiebstahl  

GPS, künstliche DNA oder Lenkradschloss - wie lässt sich das Auto am besten sichern?

23.12.2014, 12:26 Uhr | Claudius Lüder, dpa-tmn

Autodiebstahl: Das taugen Sicherungen wie künstliche DNA und Lenkradschloss. Autodiebstahl: Etwas umständlich, aber wirksam: Eine Parkkralle kann zumindest Gelegenheitsdiebe abschrecken. (Quelle: dpa/tmn/Arno Burgi)

Etwas umständlich, aber wirksam: Eine Parkkralle kann zumindest Gelegenheitsdiebe abschrecken. (Quelle: Arno Burgi/dpa/tmn)

Autodiebe arbeiten schon lange nicht mehr mit Drahtschlaufen und Schraubenzieher. Die zwielichtige Branche hat sich der technischen Aufrüstung moderner Fahrzeuge angepasst, die Diebe setzen Störsender ein, fangen Codes ab oder hacken gleich das ganze Fahrzeug. So kann man sich trotzdem vor Autodiebstahl schützen.

Laut dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) hat sich die Zahl der Fahrzeugdiebstähle in Deutschland von 2001 bis heute fast halbiert. 2013 waren es demnach rund 19.000 Diebstähle kaskoversicherter Fahrzeuge. Die tatsächliche Zahl allerdings liegt weit höher. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) ist sie mit knapp 37.500 auf einem "weiterhin hohen Niveau". Die Differenz ist kommt dadurch zustande, dass nicht alle Autos kaskoversichert sind. Außerdem fließen in die BKA-Statistik alle Fahrzeuge ein, die insgesamt zu Fahndung ausgeschrieben waren oder es noch sind.

Lenkradschloss schreckt nur Amateure ab

Vor Diebstahl schützen können sich Autofahrer durch diverse technische Hilfsmittel. An erster Stelle steht die elektronische Wegfahrsperre, die bei allen Neuwagen seit dem 1. Januar 1998 Pflicht ist. Sie bietet bereits einen sehr guten Basisschutz, der automatisch nach dem Abschalten der Zündung aktiviert wird. Das Fahrzeug kann dann schlicht nicht mehr gestartet werden, weil Kraftstoff- und Stromzufuhr unterbrochen sind.

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Allerdings besteht für ältere Autos nur die Nachrüstpflicht für eine mechanische Wegfahrsperre wie Lenkradschloss oder Lenkradkralle. Bei diesen warnt der Auto Club Europa (ACE) vor zu hohen Erwartungen. "Die oft simplen Schließzylinder dieser Systeme schrecken maximal Amateure ab", sagt Sprecher Rainer Hillgärtner. Eher könne eine massive Parkkralle an einem Rad einen gewissen Schutz bieten, sei jedoch im Alltag unhandlicher. Mit rund 40 Euro sind Lenkrad- und Parkkralle aber relativ günstig.

GPS-Sender lohnt sich nicht für jeden

Deutlich teurer sind moderne GPS-Ortungssysteme, über die der Standort jederzeit ermittelt werden kann. Das Hauptmodul kostet etwa 1000 Euro, hinzu kommen meist monatliche Kosten von etwa zehn Euro für den Ortungsservice. "Bei sehr teuren Fahrzeugen oder Einzelstücken mag dies sinnvoll sein, bei einem durchschnittlichen Pkw würde ich eher abraten", meint Vincenzo Lucà vom TÜV Süd. Zudem würden viele geklaute Autos auch sehr schnell in ihre Einzelteile zerlegt, dann nutze auch ein solches System nichts mehr.

Rote Aufkleber warnen vor künstlicher DNA

Zu den modernen Abwehrmethoden gehört auch künstliche DNA, bei der die Fahrzeug-Identnummer chemisch in die Seitenscheiben geätzt wird. Daneben können einzelne Bauteile des Autos unsichtbar markiert werden. Über die individuelle Kodierung, die in einer zentralen Datenbank hinterlegt wird, ist jederzeit die eindeutige Zuordnung des Fahrzeugs und der Teile möglich. "Das Fahrzeug wird damit in jedem Fall unattraktiver für Autodiebe", so Lucà. Von außen kenntlich gemacht werden kann die DNA-Kodierung durch rote Aufkleber in den Seitenscheiben. Der Preis liegt bei etwa 70 Euro aufwärts.

SMS von der Alarmanlage

Zu den Klassikern der Autoüberwachung zählt die Alarmanlage, die es im Kfz-Zubehörhandel in allen Preisklassen ab rund 40 Euro gibt. Dabei wird beispielsweise über Kontakte gemeldet, wenn sich jemand an der Motorhaube oder dem Kofferraum zu schaffen macht. Bei anderen Systemen registriert die Innenraumüberwachung verdächtige Bewegungen. Je nach Ausführung stellen die elektronischen Wächter auch eine Mobilfunkverbindung her und informieren via Kurznachricht.

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Bloß nicht den Schlüssel in der Jackentasche lassen

Mindestens genauso wichtig und vor allem kostenlos sind Verhaltensregeln, die jeder Autofahrer beachten sollte. So rät die Polizeiliche Kriminalprävention dazu, immer das Lenkradschloss einzurasten und auch bei kurzen Stopps an der Tankstelle den Schlüssel einzustecken und das Fahrzeug zu verriegeln. Gegenstände wie Handys, Navigationsgeräte oder andere Wertsachen sollten nie im Innenraum liegengelassen werden, auch nicht im Kofferraum.

Auch mit dem Autoschlüssel gehen viele Fahrer zu sorglos um. "Wenn Sie im Restaurant sind, hat der Autoschlüssel nichts in der Manteltasche an der Garderobe zu suchen", betont Lucà. Geht ein Schlüssel verloren, sollten Autobesitzer in ihrer Vertragswerkstatt die Schlüsseldaten im Steuergerät löschen lassen. "Dann lässt sich die Wegfahrsperre auch mit dem abhanden gekommenen Türöffner nicht mehr überbrücken."

Entscheidend ist zudem der Abstellort. "Wenn möglich, sollten Autofahrer das Auto in einer verschlossenen oder überwachten Garage abstellen", rät Hillgärtner. Dunkelheit und wenig Verkehr hingegen machen es den Dieben leichter. Daneben gehörten der Zweitschlüssel und die Papiere nicht ins Auto. "Vorsicht ist bei Fernbedienungen und schlüssellosen System geboten, denn Profis können die Signale auffangen und replizieren". Dadurch werde auch den Nachweis, sich nicht fahrlässig verhalten zu haben, gegenüber der Versicherung schwierig bis unmöglich.

Garage spart Versicherungskosten

Apropos Versicherung: Der Abstellort spielt auch für die Höhe des Versicherungsbeitrags eine Rolle. "In einer Garage oder im Carport steht der Wagen sicherer als auf der Straße. Das wirkt sich positiv auf die Versicherungsprämie in der Kasko-Versicherung aus", erklärt Karin Benning von der HUK Coburg. "Bei einigen Anbietern bzw. älteren Verträgen profitieren Kunden indirekt, wenn ihr Fahrzeug mit einer Diebstahlsicherung ausgestattet ist. Denn dann sieht der Versicherer im Falle eines Diebstahls von einer Kürzung der Schadensleistung ab", ergänzt Kfz-Versicherungsexperte Roman Wagner von der Cosmos Direkt.

Diebstahlschutz für Oldtimer

Ältere Fahrzeuge ohne komplizierte Bordelektronik lassen sich bereits durch einfache Handgriffe effektiv vor Diebstahl schützen. "Hier hilft ein Batterieschalter mit Rändelschraube, die man einfach in die Tasche stecken kann", erklärt Lucà. Vor allem bei Oldtimern wird diese Art von Diebstahlschutz gerne eingebaut.

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