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Verschärfte Abgas-Grenzwerte: Ohne Dieselmotor geht es auch in Zukunft nicht

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Auto-Antriebe der nahen Zukunft  

Ohne Diesel geht es (noch) nicht

29.07.2016, 09:30 Uhr | Wolfgang Gomoll, Press-Inform

Verschärfte Abgas-Grenzwerte: Ohne Dieselmotor geht es auch in Zukunft nicht. Besser als sein Ruf: Der Dieselmotor ist noch lange nicht am Ende. (Quelle: Press-Inform)

Besser als sein Ruf: Der Dieselmotor ist noch lange nicht am Ende. (Quelle: Press-Inform)

Die Luft wird für die Autobauer immer dünner: 2021 müssen sie die von der EU vorgeschriebene CO2-Vorgabe von 95 Gram pro Kilometer erreichen. Die Analysten von IHS Markit glauben, dass das ohne den Diesel nicht klappen kann. Und die nächste große Emissions-Hürde wartet im Jahr 2025 - sie wird noch schwerer zu nehmen sein.

Der Dieselmotor hat es momentan schwer. Manche Experten beschwören sogar schon das Ende des Selbstzünders herauf.

Ohne Diesel geht es nicht

Nach Ansicht von Andrew Fulbrook ist diese postulierte Götterdämmerung voreilig. "Ohne Diesel würde kein Hersteller die CO2-Regularien erreichen, die ab 2021 in Europa gelten", stellt der Chef-Analytiker der Prognose-Spezialisten von IHS Markit klar.

Sparsam, wenig CO2-Ausstoß

Schließlich garantieren die Diesel-Triebwerke nach wie vor einen geringen Verbrauch und damit auch niedrige CO2-Werte.

SUV-Boom muss kompensiert werden

Vor allem angesichts des unvermindert anhaltenden SUV-Booms ist das entscheidend, um auch nur in die Nähe des dann vorgeschriebenen Kohlendioxid-Ausstoßes von 95 Gramm pro Kilometer zu kommen.

In den USA steht VW hauptsächlich wegen manipulierter Stickstoffoxid-Emissionen am Pranger (NOx).

Elektroautos kommen nicht in Schwung

Der Grund für die weitere Abhängigkeit von den Selbstzündern liegt aber auch in dem schleppenden Absatz der E-Mobile begründet. Jüngste Zahlen belegen, dass sich in Deutschland die am 2. Juli gestartete E-Prämie momentan noch nicht die hochgesteckten Erwartungen erfüllt.

Bis Ende Juli rechnet die zuständige BAFA-Behörde mit rund 2000 Anträgen. Von der Anfangseuphorie ist aktuell nicht mehr viel übrig. Das deckt sich mit den Vorhersagen der IHS-Markit-Analysten, die zwar mit einem steten Abfall der Dieselverkäufe in Europa rechnen, aber davon ausgehen, dass 2028 der Anteil dieser Motorengattung immer noch bei 36 Prozent liegen wird.

Hybride bald auf dem Vormarsch

Genau andersherum schaut es bei Plug-in-Hybriden (PHEV) und den Mild-Hybriden (E-Motor zur Unterstützung, kann nicht rein elektrisch fahren) aus, die erst ab 2020 so richtig zulegen werden. Bei den Mild-Hybriden steigt die Absatzkurve in Deutschland und auch dem Rest von Europa deutlich stärker an, als bei den PHEVs.

48-Volt-Technik ist die Zukunft

Der Grund ist das leistungsfähige 48-Volt-Bordnetz, das ab diesem Zeitpunkt verstärkt in den Autos Einzug halten wird. Im Gegensatz zu den aktuellen Zwölf-Volt-Bordnetzen kann diese Variante eine deutlich höhere Energiemenge übertragen.

Das hilft beim Boosten (Beschleunigen), beim Rekuperieren (Energierückgewinnung) und erlaubt auch die Elektrifizierung starker Verbraucher, wie zum Beispiel der Klimaanlage. "Das wird das neue Start-Stopp in Europa werden", ist sich Andrew Fulbrook sicher.

Umweltschutz kostet Geld

Alle diese technischen Neuerungen kosten Geld und das bringt die Autobauer zunehmend in ein Dilemma. Kein Kunde ist bereit, für das Erreichen einer Abgasnorm exorbitant viel zu zahlen. Selbst mit allen diesen technischen Kniffen ist es noch nicht sicher, ob die Flottenverbräuche aller Hersteller 2021 die geforderte 95-Gramm-Grenze unterschreiten werden.

Strafzahlungen drohen

Bei Zielverfehlung drohen Strafzahlungen. Momentan wird in Brüssel diskutiert, wie diese CO2-Werte, die auf dem noch gültigen NEFZ-Zyklus basieren, sich auf den neuen WLTP-Zyklus mit realistischeren Verbrauchsdaten auswirken, der ab 2017 vorgeschrieben ist. 

Eine Hintertür können die sogenannten Innovations-Credits sein. Mit diesen besonders umweltfreundlichen Erfindungen können Automobil-Hersteller bis zu sieben Gramm von ihrer CO2-Flottenbilanz abziehen, so die Grenzwerte schaffen und Straf-Zahlungen vermeiden.

Sogar Super-Credits sind vorgesehen. Das sind per EU-Definition Autos, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Das entspricht etwa 2,15 Liter Benzin beziehungsweise rund 1,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Das schaffen momentan nur Plug-in-Hybride und natürlich reine E-Mobile.

Jedes dieser Vehikel zählt 2020 wie zwei Autos zum Flottenverbrauch und bis zum Jahr 2023 reduziert sich dieser Wert sukzessive auf die Gleichung eins-zu-eins. Allerdings sind die maximalen Super-Credits auf 7,5 Gramm pro Kilometer begrenzt.

Weitere Verschärfung der Abgas-Grenzwerte

Das zeigt schon, dass die Abgas-Daumenschrauben in den nächsten zehn Jahren weltweit weiter angezogen werden: 2025 wird es in den USA und die eine radikale Verschärfung geben und auch die Emissionsnorm Euro 7 wird nach Andrew Fulbrooks Einschätzung sogar für Benzin-Direkteinspritzer schwer zu erreichen werden.

Zumal die Entwicklungs-Etats für Benziner zunehmend zusammengestrichen werden, da den Verbrennern langfristig keine große Zukunft mehr vorhergesagt wird.

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