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Strumpfhose als Keilriemen? – Zehn Auto-Mythen im Check

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Hauptuntersuchung später machen  

Zehn Auto-Mythen im Check

26.09.2017, 16:33 Uhr | Fabian Hoberg, dpa

Strumpfhose als Keilriemen? – Zehn Auto-Mythen im Check . Zehn Auto-Mythen im Check  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Creatas Images)

Statt eines Keilriemens kann man eine Damenstrumpfhose verwenden – Wahrheit oder Mythos? (Quelle: Creatas Images/Thinkstock by Getty-Images)

Auto-Mythen halten sich so hartnäckig wie Teerflecken auf der Karosserie. Die meisten lassen sich aber einfach widerlegen.

"Weißt du noch, als wir beim Käfer den gerissenen Keilriemen durch Mutters Strumpfhose ersetzt haben?" So oder so ähnlich beginnen manche Abende am Kamin. Wenn Großvater von früher erzählt. Als es im VW Käfer zu viert über die Alpen nach Italien ging. Bis unters Dach vollgepackt, und keiner musste sich anschnallen. Legendenbildung.

Mythen aus Großvaters Zeiten

Es gibt viele kuriose Dinge und moderne Mythen rund ums Auto, die seit Jahren weitererzählt werden. Obwohl sie falsch und unsinnig sind. "Ein Teil der Mythen stammt noch aus Großvaters Zeiten, sie wurden von den älteren Generationen mündlich weitergegeben und werden heute zum Teil noch lebendig gehalten", sagt Ulrich Köster vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Dazu zählt auch die Geschichte mit der Damenstrumpfhose als Keilriemenersatz.

"Die Fahrzeugtechnik hat sich aber seitdem stark entwickelt, und die alten Geschichten stimmen einfach nicht mehr. Gut gemeinte Spritspartipps sind heute obsolet." Das sei heute in modernen Fahrzeugen beispielsweise mit Start-Stopp-Automatik besser möglich, als auszukuppeln und das Auto im Leerlauf den Berg hinunter rollen zu lassen.

Für Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ist es immer noch erstaunlich, dass Mythen von Generation zu Generation weitererzählt werden. Das liege daran, dass die Geschichten nicht hinterfragt werden. "Doch neue Mythen kommen immer weniger hinzu, weil das Auto ja nicht mehr den Stellenwert wie noch vor 30 Jahren hat", sagt er. Der Mythos, dass Automatikgetriebe Leistung und Sprit schlucken, stammt noch aus der Zeit, als die schweren Wandlerautomaten nur drei oder vier Gänge hatten.

Kampf gegen hartnäckige Gerüchte

Auch der ADAC kämpft seit Jahren gegen die Mythen an. Vor allem in den Bereichen Gesundheit wie Müdigkeit halten sich hartnäckige Gerüchte. Etwa, dass Kaffee und Energiedrinks Autofahrer konstant wach halten. "Das ist Quatsch, Koffein erhöht die Aufmerksamkeit nur für einen kurzen Zeitraum. Eine halbe Stunde nach dem Einnehmen für etwa zwei Stunden", sagt ein Sprecher.

Auch dass Autofahrer merken, wenn sie kurz vor dem Einschlafen sind, stimme nicht. Denn wer müde ist, schlafe auch irgendwann mal ein. Plötzlich. Ebenso unsinnig sei der Glaube, dass frische Luft und laute Musik den Fahrer konstant vorm Wegnicken abhalten. Das passiere nur für kurze Zeit, danach sei der Effekt schnell wieder vorüber. Wir haben zehn Auto-Mythen für Sie auf den Wahrheitsgehalt geprüft.

1. Mythos: Damenstrumpfhose als Keilriemen

Statt eines Keilriemens kann man eine Damenstrumpfhose verwenden. Das galt vielleicht beim VW Käfer, nicht jedoch für moderne Fahrzeuge mit vielen Zusatzaggregaten und einem weitverzweigten Keilriemen.

2. Mythos: Motor Warmfahren

Ein Motor muss mindestens zehn Kilometer warm gefahren werden. Das kommt auf die Größe des Motors und die Verbrennungsart an. Großvolumige Diesel brauchen mehr Zeit als kleine Benziner. Entscheidend ist nicht die Wassertemperatur, sondern die des Öls.

3. Mythos: Kaugummi als Kitt

Einen Kühlwasserschlauch kann man mit Kaugummi reparieren. Das funktioniert nicht, weil im Kühlkreislauf ein zu hoher Druck herrscht. Der Kaugummi würde schnell abfallen.

4. Mythos: Guckloch im Winter reicht

Auto-Mythen - Wenn die Strumpfhose als Keilriemen dient (Quelle: dpa/tmn/Bodo Marks)Maßarbeit: Kunstvoll freigelegtes Guckloch – das reicht aber nicht fürs sichere Fahren im Winter und ist auch nicht erlaubt. (Quelle: Bodo Marks/dpa/tmn)

Im Winter reicht ein kleines Guckloch völlig aus. Falsch. Alle Scheiben müssen frei bleiben. Es muss sogar das ganze Auto schneefrei sein, also auch das Dach, die Kennzeichen, die Scheinwerfer und Leuchten.

5. Mythos: Termin zwei Monate überziehen ist kein Problem

Auto-Mythen - Wenn die Strumpfhose als Keilriemen dient (Quelle: dpa/tmn/Alexander Heinl)Überzogen: Hier wäre die HU im April 2017 fällig gewesen. Mit einem Bußgeld muss bereits rechnen, wer den Termin ab zwei Monaten überzieht. (Quelle: Alexander Heinl/dpa/tmn)

Die Hauptuntersuchung (HU) darf man ruhig zwei Monate überziehen? Falsch. Den Termin der HU darf man nicht überziehen. Allerdings wird ein Bußgeld erst fällig, wenn die Plakette mindestens seit zwei Monaten ungültig ist.

6. Mythos: Allrad braucht keine Schneeketten

Bei einem Allradauto braucht man keine Schneeketten. Das stimmt nicht. Schneeketten sind in Deutschland, Österreich und Italien überall dort Pflicht, wo ein blaues Schneeketten-Schild steht. Das gilt dann für alle Fahrzeuge.

7. Mythos: Auffahrunfall: Der Hintere hat immer Schuld

Wer einem hinten auffährt, hat immer Schuld. Das stimmt nicht. Je nach Verhalten des Vorausfahrenden trifft ihn auch eine Teilschuld.

8. Mythos: Auf dem Supermarkt-Parkplatz gilt die StVO

Auf Kundenparkplätzen wie von Supermärkten gilt immer die Straßenverkehrsordnung (StVO). Das ist falsch. Das Schild hat keine rechtliche Bedeutung. Die StVO gilt nur auf öffentlichen Straßen, nicht jedoch auf privaten Grundstücken. Dafür gilt auf Parkplätzen das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme.

9. Mythos: Bergab kann man Sprit sparen

Man spart Sprit, indem man bei Bergabfahrten den Motor ausmacht. Das stimmt. Aber es ist sehr gefährlich: Denn einige Zusatzaggregate wie der Bremskraftverstärker oder die Servolenkung sind ohne laufenden Motor nicht mehr betriebsbereit.

10. Mythos: Autos mit Automatik haben größeren Verbrauch

Automatikautos verbrauchen automatisch mehr. Zwar wiegen Automatikgetriebe meist mehr als manuelle Getriebe. Der Mehrverbrauch wird aber durch mehr Gänge und eine niedrige Übersetzung kompensiert. Doppelkupplungsgetriebe, die sich wie Automatikgetriebe fahren lassen, verbrauchen in der Regel weniger als manuelle Getriebe.

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