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Theorie und Praxis  

Wie berechnet sich der Anhalteweg?

27.11.2017, 14:57 Uhr | dpa-tmn

Wie berechnet sich der Anhalteweg?. Als Faustformel gilt: Anhalteweg ist gleich Reaktionsweg plus Bremsweg. Bei nassem Laub und verschlissenen Bremsscheiben verlängert sich der Bremsweg. (Quelle: imago/Jochen Tack)

Als Faustformel gilt: Anhalteweg ist gleich Reaktionsweg plus Bremsweg. Bei nassem Laub und verschlissenen Bremsscheiben verlängert sich der Bremsweg. (Quelle: Jochen Tack/imago)

Wie lange dauert ein Bremsvorgang wirklich? Schon in der Fahrschule wird gelehrt, dass dafür nicht nur der reine Bremsweg zu berücksichtigen ist, also die bloße Strecke, die das Fahrzeug vom Tritt auf die Bremse bis zum Stillstand zurücklegt. 

Der Tüv Nord erklärt, dass ein zweiter wesentlicher Faktor das Reaktionsvermögen des Fahrers ist. Üblicherweise gelte eine Sekunde Reaktionszeit als Maßstab.

Um den Anhalteweg zu berechnen, also die realistische Strecke, die ein Fahrzeug bis zum Stillstand noch fährt, empfehlen Fahrlehrer daher die Faustformel Anhalteweg ist gleich Reaktionsweg plus Bremsweg. Die Berechnung des Anhaltewegs ist wichtig, um vorausschauend und sicher zu fahren, damit genügend Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bleibt, um im Notfall rechtzeitig abbremsen zu können, erklärt die Prüforganisation.

Anhalteweg ist gleich Reaktionsweg plus Bremsweg

Der Anhalteweg für einen normalen Bremsvorgang errechnet sich im Detail laut Formel demnach wie folgt: (Geschwindigkeit ÷ 10) x 3 ergibt den Reaktionswert. Diesen addiert man mit dem Bremsweg: (Geschwindigkeit ÷ 10) x (Geschwindigkeit ÷ 10). Am Beispiel einer Geschwindigkeit von 30 km/h ergibt dies jeweils 9 Meter für den Bremsweg und den Reaktionsweg, zusammen also einen Anhalteweg von 18 Metern.

Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h errechnet sich so ein Anhalteweg von 40 Metern Länge, bei 100 km/h sind es schon 130 Meter – jeweils normale Straßenverhältnisse vorausgesetzt.

Denn nasses Laub, Eis, Schnee, abgefahrene Reifen und verschlissene Bremsscheiben verlängern den Bremsweg sicherlich. Auch Müdigkeit oder ein Handy am Steuer können die Reaktionszeit und damit den Reaktionsweg beinträchtigen. Deshalb spreche man auch von einer "Faustformel" bei der Berechnung des Anhaltewegs, so der Tüv Nord.

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