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Lamborghini stellt die Gallardo-Produktion ein

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Lamborghini  

Das Ende der Gallardo-Ära

26.11.2013, 14:52 Uhr | press-inform / Wolfgang Gomoll

Lamborghini stellt die Gallardo-Produktion ein. Lamborghini stellt die Gallardo-Produktion ein (Quelle: Hersteller)

Lamborghini stellt die Gallardo-Produktion ein (Quelle: Hersteller)

Mit ihm kam der Erfolg zurück nach Sant'Agata Bolognese, doch nun ist nach zehn Jahren und etwas mehr als 14.000 gebauten Supersportlern Schluss. Mit dem Gallardo hatte Lamborghini ab 2003 seit langem mal wieder zwei unterschiedliche Modelle im Programm. Jetzt schicken die Norditaliener die Einstiegsflunder endgültig in Rente.

Die Zeremonie war eher schlicht. Als der marsrote Gallardo LP 570-4 Spyder Performante in Sant’Agata Bolognese vom Band rollte, versammelte sich die Produktionsmannschaft zu einem schlichten Foto. Ein kurzer Klick auf den Auslöser. Das war’s. Dann ging der 14.022 und letzte Lamborghini Gallardo Spyder auf die Reise zu seinem Besitzer - einem Sammler. Das leidenschaftslose "Ciao" wird der Flunder mit dem Zehnzylinder-Motor kaum gerecht. Denn mit dem Gallardo machte Lamborghini vor zehn Jahren den Schritt von einer Klitsche, in der pro Jahr mehr schlecht als recht kaum mehr als 250 Automobile zusammengedengelt wurden, hin zu einem modernen Sportwagenbauer, der die Welt wieder in Aufruhr versetzte.

Audi übernahm 1998 das Steuer

Die Initiative ein Einstiegsmodell, das dem Ferrari 360 Konkurrenz machen sollte, zu kreieren, kam von Audi: Die Ingolstädter, die die italienische

Sportwagenschmiede 1998 übernommen hatten, drängten auf neue wettbewerbsfähige Modelle. Das Lastenheft war schnell erstellt: leicht, wendig, stark. Also basiert der Gallardo auf einem Aluminium-Spaceframe, besitzt permanenten Allradantrieb und ein - damals neues - sequentielles Getriebe. Letzteres erfüllte aber nicht von Beginn an die Erwartungen. Die Gangwechsel waren oft ruppig und alles andere als sportlich schnell. Während der zehnjährigen Bauzeit tüftelten die Techniker immer wieder am "Lamborghini e-gear" herum.

Italiener mit belgischem Design

Das Design des norditalienischen Hoffnungs- trägers kam von Luc Donckerwolke, der bereits den Supersportwagen Murciélago gezeichnet hatte. Mit der kantig-futuristisch-spacigen Linienführung manifestierte der belgische Designer die heute noch aktuelle Formensprache der Autos aus Sant’ Agata Bolognese. Der Name des kleinen Bruders war schnell gefunden. Der Tradition entsprechend wurden spanische Kampfstiere als Vorbild genommen: Die Gallardos, die im 18. Jahrhundert gezüchtet wurden, zeichneten sich durch ihren

Mut und ihren unbändigen Kampfeswillen aus. Damit diese Attribute nicht nur reine Mimikry blieben, musste man dem Gallardo die nötigen Vitamine unter die Haube packen.

Sogar die Carabiniere setzen den Gallardo ein

Der vollmundig schmetternde Zehnzylinder schöpfte aus fünf Litern Hubraum 520 PS und ein maximales Drehmoment von 510 Newtonmetern. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h zeigte der Italiener der Konkurrenz meistens nur das schmucke Heck. Bei der Präsentation auf dem Genfer Autosalon 2003 war die Resonanz überwältigend und die Auftragsbücher der Lamborghini-Händler trotz eines Kaufpreises von 160.000 Euro innerhalb kürzester Zeit rappelvoll. Im Schnitt fanden 2000 Gallardos pro Jahr einen Abnehmer. Auch die italienische Polizei war von dem Können des Ausnahmesportlers überzeugt und ging bereits ab 2005 mit einem Gallardo auf Verbrecherjagd. Drei Jahre später freuten sich die Carabinieri über die neuere Version des Kampfstiers in ihren Reihen.

Mehr Leistung dank Hubraumerweiterung und Direkteinspritzung

Bei so viel Lorbeeren ging es natürlich weiter: Ein rasantes Spyder-Cabrio und ein ganz auf Leistung und Leichtbau getrimmter Gallardo Superleggera mit 530 PS waren die nächsten logischen Schritte auf der Erfolgsleiter des Modells. Doch auch bei einem Alpha-Stier, wie es der Gallardo von Beginn an war, gilt die Maxime - das Bessere ist der Feind des Guten. Also legten die Techniker aus Sant’Agata Bolognese noch einen drauf und befriedigten die Tempogier der Gallardo-Jünger 2008 mit dem Lamborghini Gallardo LP 560-4. Dank einer Hubraumerweiterung auf 5,2 Liter kombiniert mit Direkteinspritzung schaffte der Sportler jetzt 560 PS und eine Top-Speed von 325 km/h. Auch das Blechkleid wurde etwas gestrafft, ohne die dynamische Formensprache des Vorgängers zu negieren. Wie vor fünf Jahren folgten auch hier ein Spyder sowie ein leichter Lamborghini Gallardo LP 570-4 Superleggera und zeigten das nach wie vor unverändert große Potential des Lamborghini Gallardo. Dass damit die Reise noch längst nicht zu Ende war,

bewies vor drei Jahren der Lamborghini Gallardo LP 570-4 Spyder Performante, der noch einmal an Gewicht verloren und an Leistung zugelegt hatte.

Allrad war kein Dogma: Sondermodelle mit reinem Heckantrieb Doch das Streben nach dem Optimum der Sportlichkeit ging auch nach dieser Zäsur weiter und die Männer aus der Nähe der norditalienischen Stadt Bologna beglückten oder verwirrten die Fans mit immer neuen Sondermodellen. Dabei zeigte sich bei Fahrzeugen, wie dem "Gallardo LP 550-2 Valentino Balboni", der zu Ehren des legendären Testfahrers gebaut wurde oder dem "Lamborghini Gallardo LP 550-2 Spyder", dass der Allradantrieb kein unumstößliches Dogma war. Die Messlatte für den Gallardo-Nachfolger liegt sehr hoch

Dass der italienische Autobauer sich natürlich auch im Motorsport engagierte, ist fast schon selbstverständlich: Schon seit einigen Jahren fasziniert die Lamborghini Rennsport-Serie Super-Trofeo die Fans. Dass dementsprechend natürlich auch Sondermodelle aufgelegt werden, gehört fast schon zum guten Ton. Der LP 570-4 Super Trofeo Stradale zeigte vor zwei Jahren unter dem Motto der "extremste Gallardo aller Zeiten", eine straßentaugliche Version des Sportlers, nur um in diesem Jahr von dem Lamborghini Gallardo LP 570-4 Squadra Corse mit - wie der Name schon sagt - 570 PS und dank vieler Karbon-Teile einem Trockengewicht von 1340 Kilogramm noch einmal übertroffen zu werden. Diese Granate ist das vorläufige Finale der Gallardo-Geschichte. Dennoch ist die Latte für die nachfolgende "Cabrera"-Baureihe hoch gelegt.

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