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SUV: Mercedes GLE 63 S AMG Coupé im Test

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Mercedes GLE 63 S AMG Coupé im Test

29.06.2015, 10:13 Uhr | Press-Inform

SUV: Mercedes GLE 63 S AMG Coupé im Test. Mercedes GLE 63 S AMG  Coupé (Quelle: Hersteller)

Mercedes GLE 63 S AMG Coupé (Quelle: Hersteller)

Mit dem neuen SUV-Coupé nimmt Mercedes den BMW X6 ins Visier, der diese Autoklasse lange Zeit dominierte. So gut ist die Topversion Mercedes GLE 63 S AMG Coupé mit einer Leistung von 585 PS.

Foto-Serie mit 11 Bildern

Man muss beileibe nicht darüber streiten, ob fast 600 PS in einem mächtigen SUV ernsthaft Sinn ergeben. Die Kunden sind besonders dann aus dem Häuschen und können gar nicht genug Dampf bekommen, wenn es ein Coupé ist. Das gibt es jetzt auch ohne BMW-Logo.

Mächtiger Stern

Dafür ziert ein mächtiger Stern das Angst einflößende Gesicht des Mercedes GLE Coupés. Der ist keine komplette Neuentwicklung, sondern die Coupé-Variante der bisherigen ML-Klasse. Im Rahmen der geänderten Daimler-Nomenklatur heißt das SUV- / Crossover-Modell mit direktem Bezug zur E-Klasse nunmehr GLE, ergänzt um die deutlich emotionalere Schrägheckvariante des GLE Coupés. Alles verstanden? Deutlich einfacher: den BMW X6 gibt es nun auch von Mercedes – gekrönt vom Topmodell GLE 63 S AMG Coupé. Das einem beim Tritt aufs Gaspedal Hören und erst recht Sehen vergehen, muss kaum näher thematisiert werden. Wenn der Koloss los stürmt, entgleisen einem die Gesichtszüge und die auf der Autobahn vorausfahrenden verstecken sich erschrocken auf der rechten Spur. Die Daimler-Verantwortlichen sind mit dem GLE Coupé mehr als zufrieden: endlich einer, der den für viele nach wie vor überraschenden Erfolg des polarisierenden BMW X6 eindämmt.

Der ist auch in seiner mittlerweile zweiten Generation ein echter Bestseller. Konkurrenz? Bisher Fehlanzeige, weil auch Audi jenen Markt für eine solche Luxuskreuzung aus SUV und Coupé nicht sah - ebenso wie Mercedes.

760 Newtonmeter Drehmoment

Der Eindruck des 4,92 Meter langen Mercedes GLE 63 S AMG Coupé ist nicht nur optisch mächtig. Massige Karosserieformen, Angst einflößendes Gesicht und ein sehenswertes Hinterteil sind neben den gigantischen 22-Zöllern nur das eine. Der 5,5 Liter große Doppel-Turbo-V8 schiebt den Koloss an, als gäbe es kein Morgen. 585 PS und 760 Newtonmeter maximales Drehmoment in einem unendlich langen Drehzahlband von 1750 bis 5250 Umdrehungen pro Minute lassen einen zumindest auf gerader Strecke an jeglichen physikalischen Gesetzen zweifeln. 0 auf Tempo 100 in 4,2 Sekunden sind dabei weit spektakulärer als jene maximalen 250 km/h, deren Abregelung man kaum nachvollziehen kann.

Wenn man so einen Koloss derart spurten lässt, dann muss in der Liga eines drehmomentstarken Diesels auch nicht Schluss sein. Nur gegen knapp 900 Euro Aufgeld gibt es Auslauf bis 280 km/h. Der in Aussicht gestellte Normverbrauch von 11,9 Litern erscheint mehr als eine Farce, denn als eine stimmungsvolle Laune automobiler Technologie. Der drehfreudige Doppel-Turbo-V8 macht es einem unmöglich, irdische Verbrauchsgrenzen einzuhalten. Ganz ähnlich sieht es mit den Tempolimits aus, deren Insignien am Straßenrand nahezu unbemerkt vorbeihuschen bevor diese sich in den Fahrzeugdisplays wiederfinden. Ein Head-Up-Display würde dem GLE Coupé gut stehen – fehlt aber.

Fahrwerksabstimmung überzeugt nicht immer So gigantisch der Vortrieb auch ist: die Fahrwerksabstimmung kann gerade bei ambitionierter Gangart nicht immer überzeugen. Egal in welchem Fahrmodus man unterwegs ist, die Karosserieneigung des GLE 63 S AMG Coupé bleibt deutlich zu hoch. Daran ändert auch die serienmäßige Wankstabilisierung nichts. Zudem wurde der Luftfeder gerade in den Modi Sport und Sport Plus eine ungesunde Härte verordnet, die das 2350 Kilogramm schwere Luxuscoupé unkomfortabel werden lässt, wenn die Fahrbahn nicht eben wie eine Induktionsherdplatte vor einem liegt. Dann kommen nervöse Stöße ins Innere. Einen spürbaren Anteil am nervösen Vorderwagen hat der prachtvolle 22-Zoll-Radsatz, der mit seiner gigantischen 285er Breite vorn und 325er Pneus hinten nur das Auge erfreuen kann. Hohe Ladekante

Innen ist das Mercedes GLE 63 S AMG Coupé ganz nach seinem Klientel luxuriös und edel ausgestattet. Das Platzangebot ist auch in der zweiten Reihe sehr gut und selbst Personen bis an die 1,90 Meter können trotz stark abfallender Dachlinie bequem sitzen, wenn sie erst einmal in den Fond hineingeklettert sind. Das Be- und Entladen ist dagegen nichts für das schwache Geschlecht. Zwar gibt es eine elektrische Heckklappe, die auf Knopfdruck weit nach oben aufschwingt, doch die ohnehin hohe Ladekante wurde durch ein zusätzliches Karosserieblech über der Stoßstange nochmals schmerzhaft erhöht.

Selbst kleinere Koffer müssen so anstrengend über eine mächtige Klippe gewuchtet werden, die auch ein Gartenzaun sein könnte. Dahinter gibt es üppig dimensionierte 650 bis 1720 Liter Stauraum. Da hätte man durchaus noch ein paar Liter für den 93 Liter großen Kraftstofftank abzweigen können. Der neigt sich bei artgerechter Haltung des schnittigen GLE Coupés mit AMG-Herz schneller dem Ende, als es einem lieb sein kann.

Topversion kostet rund 125.500 Euro

Wer will: es gibt das bullige GLE Schrägheck unter anderem auch als 258 PS starker Dreiliter-Selbstzünder und der macht nicht nur Dank 6,9 Litern Dieseldurst allemal Laune. Und der tut sich auch mit seiner Fahrwerksabstimmung leichter als der leistungsstark bollernde Bruder. Der Mercedes GLE 350d ist dabei mit einem Basispreis von 66.699 Euro die günstigste Möglichkeit, das neu geborene GLE Coupé sein Eigen zu nennen. Das Mercedes GLE 63 S AMG Coupé kostet mit seinem 585 PS starken Kanonenschlag unter der Motorhaube und exquisiter Ausstattung gleich fast das Doppelte: 125.485 Euro. Dass in dieser Liga nicht einmal Selbstverständlichkeiten wie ein Navigationssystem oder das Komplettpaket an Fahrerassistenzpaket enthalten sind, raubt einem noch mehr den Atem, als der Vollgasspurt aus dem Stand. Bilder vom neuen Mercedes GLE 63 S AMG Coupé finden Sie in unserer Fotoshow.

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