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Wikipedia: Schwede erstellt 10.000 neue Artikel am Tag

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Schwede schreibt 10.000 Wikipedia-Artikel am Tag

18.07.2014, 14:03 Uhr | t-online.de

Wikipedia: Schwede erstellt 10.000 neue Artikel am Tag. Sverker Johansson (Quelle: Wikipedia / Sverker Johansson)

Der schwedische Physiker Sverker Johansson hat in den letzten sieben Jahren über 2,7 Millionen Wikipedia-Einträge verfasst. (Quelle: Wikipedia / Sverker Johansson)

Der schwedische Physiker Sverker Johansson hat in den letzten sieben Jahren über 2,7 Millionen Wikipedia-Einträge verfasst. Das entspricht über acht Prozent aller Wikipedia-Artikel. Johansson wäre damit der mit Abstand fleißigste Wikipedia-Autor. Doch vermutlich ist er auch der umstrittenste, denn er hat den größten Teil dieser Artikel nicht selbst verfasst.

Johansson ist ein gebildeter Mann, denn neben einem Doktortitel in Teilchenphysik kann er auch Studienabschlüsse in Linguistik, Wirtschaft und als Bauingenieur vorweisen. Der 52-Jährige arbeitet in der Verwaltung der Dalarna Universität in Zentralschweden.

Nachdem er anfangs seine Wikipedia-Einträge noch selbst verfasst hatte, suchte er nach einem Weg, um schneller mehr Inhalte zu erstellen. Deshalb entwickelte er in monatelanger Arbeit den LSJBot, eine Software, die Wikipedia-Einträge automatisch erzeugt.

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10.000 Einträge an einem Tag

An einem guten Tag schaffe sein LSJbot bis zu 10.000 neue Wikipedia-Einträge, erklärte Johansson in einem Interview mit der US-Zeitung Wall Street Journal. Dabei hat der findige Schwede seine Software auf bestimmte Themengebiete beschränkt. Zum einen sammelt LSJbot Informationen über diverse Tierarten wie Insekten, Schmetterlinge, Vögel und Kleintiere. Zum anderen generiert die Software Einträge über Städte und Dörfer auf den Philippinen, dem Heimatland seiner Frau. LSJBot schreibt die Einträge in Schwedisch und zusätzlich in zwei philippinischen Sprachen.

Informations-Stummel statt langer Artikel

Der LSJbot durchforstet das Internet, diverse Datenbanken und andere online verfügbare Quellen nach Informationen zu einem Thema, dass Johansson vorgibt. Aus den Fundstücken generiert der Bot dann einen sogenannten "Stub", was auf Deutsch am besten mit "Stummel" oder "Stumpf" zu übersetzen ist.

Solche Stubs sind kurze und eher rudimentäre Wikipedia-Einträge, meist ohne Bilder. Wikipedia selbst definiert sie als "Artikel, die zu kurz sind, um ein Thema enzyklopädisch abzudecken". Sie liefern nur Basisinformationen - weshalb sie bei traditionellen Wikipedia-Autoren auf wenig Gegenlieben stoßen.

Echter Autor versus Bot

Viele Autoren, die ihre Wikipedia-Artikel von Hand eintragen und pflegen, bemängeln, dass die von Bots generierten Stubs zu wenig Informationen bieten und Themen nicht vertiefen. Die Qualität der "handgeschriebenen" Artikel sei deutlich besser, während die Bots nur auf Quantität getrimmt seien.

Johannsen wehrt sich gegen die Kritik. Im Gespräch mit dem Wall Street Journal bekräftigte er, er wolle mit seinem LSJbot dazu beitragen, eine "absolute Demokratie" im Internet zu schaffen. Dazu gehöre, dass jeder Informationen über alles im Netz finden können solle. Es störe ihn, dass viele Artikel von männlichen, weißen "Nerds" verfasst würden, was zu einer Fokussierung auf bestimmte Themen und damit zu einer Unausgewogenheit führe.

150 Tolkien-Figuren

Die schwedische Wikipedia etwa kenne nur zehn wichtige Personen aus dem Vietnam-Krieg, aber über 150 Figuren aus Tolkiens Trilogie "Der Herr der Ringe". Ohne die Bots, so Johannsen, wären viele Inhalte überhaupt nicht in der Wikipedia zu finden. Als Beispiel nennt er den Taifun Yolanda. Als dieser im November 2013 Teile der Philippinen verwüstete, hätten Medien für ihre Berichterstattung die wichtigsten Angaben zu der schwer betroffenen Stadt Basey in der Wikipedia finden können - dank seiner Software. Zudem könne jeder die Einträge der Bots ausbauen und vertiefen.

Bots sind nicht unfehlbar

Johansson räumt ein, dass Bots nicht unfehlbar sind. Sein LSJbot habe einmal Informationen aus einer russischen Quelle fehlerhaft verarbeitet, weil die russische Sprache noch nicht in seiner Software implementiert war. Zudem sagte er dem Wall Street Journal: "Wikipedia braucht auch Autoren, die Stimmungen beschreiben, literarische Qualität, diese Dinge – mein Bot wird das niemals können."

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