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Facebook kommt mit kabelloser VR-Brille bis Ende des Jahres

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Facebook kappt bei VR-Brillen das Kabel

21.07.2017, 09:05 Uhr | dpa

Facebook kommt mit kabelloser VR-Brille bis Ende des Jahres. VR-Brillen lassen den Nutzer in künstliche Welten eintauchen. Facebook will ein Modell ohne Kabel vorstellen. (Quelle: dpa/Ole Spata)

VR-Brillen lassen den Nutzer in künstliche Welten eintauchen. Facebook will ein Modell ohne Kabel vorstellen. (Quelle: Ole Spata/dpa)

Facebook will noch dieses Jahr eine Virtual-Reality-Brille vorstellen. Bei der Oculus-Brille wurde auf lästige Kabel verzichtet und sie ist bestens für Spiele, Video und Unterhaltungen in Online-Netzwerken geeignet. Das Gerät soll für rund 200 Dollar (ca. 175 Euro) zu haben sein.

Derzeit gibt es zwei Arten von VR-Brillen: Ab 70 Euro zu haben sind Gehäuse wie das Google Daydream VR-Headset, in die man ein Smartphone einsteckt, damit es als Bildschirm und Rechen-Einheit dient. Und es gibt es Brillen mit fest eingebautem Display wie die Oculus Rift oder die "Vive" von HTC, die ein hochwertigeres VR-Erlebnis bieten – aber auch einen Computer mit hoher Grafik-Leistung brauchen, zu dem ein Kabel führt. Diese Brillen werden ursprünglich für 700 bis 800 Dollar verkauft, dann bot Sony mit seiner "Playstation VR" für 400 Dollar eine halb so günstige Alternative.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte ein Mittelklasse-Gerät bereits 2016 in Aussicht gestellt. Die Idee sei, dass jemand im Flugzeug einfach eine solche Brille aus der Reisetasche holen und sich einen Film ansehen könnte, schrieb der Nachrichtendienst Bloomberg. Ein Problem der Smartphone-Brillen: – auf die zum Beispiel auch Google bei seiner VR-Plattform "Daydream" setzt: große Smartphones verlagern das Gewicht stark nach vorn. Bei einer Brille mit eigenem Display kann das Gewicht durch die Verteilung der Komponenten besser ausgeglichen werden.

Facebook-Chef sieht großes Potential in virtueller Realität

Zuckerberg zeigt sich immer wieder überzeugt, dass virtuelle Realität, bei der Nutzer in künstliche digitale Welten eintauchen können, ein großes Potenzial hat. Neben Spielen sieht er Bildung und zum Beispiel den Verkauf von Reisen oder das Immobiliengeschäft als mögliche Anwendungen. Zuckerberg kaufte Oculus, einen Pionier bei VR-Brillen, vor über drei Jahren für rund zwei Milliarden Dollar und Facebook investierte danach massiv, um die "Rift" zur Marktreife zu bringen.

Trotz eines breiteren Angebots an Geräten verschiedener Hersteller blieb VR bisher ein Nischengeschäft. Und Oculus liegt dabei laut Marktforschern deutlich hinter den Rivalen zurück. So kam Sony nach Berechnungen der Analysefirma IDC im ersten Quartal bei insgesamt knapp 2,3 Millionen weltweit verkauften VR-Brillen auf einen Marktanteil von 18,8 Prozent. HTC mit der Vive sahen die Analysten bei 8,4 Prozent und Facebook bei 4,4 Prozent. Derzeit wird die Oculus Rift mit einem massiven Rabatt für 450 Euro verkauft.

Kommt ohne Kabel der Erfolg?

Facebook hofft, dass ein günstiges Gerät ohne Kabel die Wende bringt. Zugleich arbeiten laut Medienberichten auch HTC, Samsung und Lenovo an neuen VR-Brillen. Facebook plane, für die Produktion neuer Brille den chinesischen Elektronik-Anbieter Xiaomi ins Boot zu holen, berichtet Bloomberg.

Das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr wird Facebook wohl verpassen, weil der Verkaufsstart erst für kommendes Jahr geplant sei.

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