Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet >

Bürgermeister und Städte buhlen um Amazon

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Internetgigant sucht neuen Standort  

Bürgermeister und Städte buhlen um Amazon

20.10.2017, 07:42 Uhr | dpa

Bürgermeister und Städte buhlen um Amazon. Amazon sucht zweiten Standort für Hauptquartier (Quelle: AP/dpa/Reed Saxon)

Amazon sucht einen zweiten Standort für sein Hauptquartier und jeder will es werden. (Quelle: Reed Saxon/AP/dpa)

Hochbezahlte Jobs und milliardenschwere Investitionen – der Internetriese Amazon sucht in Nordamerika einen zweiten Standort für sein Hauptquartier und bietet dem potentiellen Gewinner glanzvolle Perspektiven. Bürgermeister versuchen mit allen Tricks, Aufmerksamkeit von Amazon zu bekommen.

Bürgermeister und Gouverneure lassen sich einiges einfallen, um diese Chance zu ergreifen. Jetzt endete die Bewerbungsfrist. Anhand der zum Teil skurrilen Aktionen von Städten, Gemeinden und Bundesstaaten kann man sehen: Amazon ist sehr beliebt.

Aus Tucson, einer Stadt im Wüstenstaat Arizona, erreichte den Konzern etwa ein über sechs Meter hoher Saguaro-Kaktus. "Wir wollten uns damit die Aufmerksamkeit von Mr. Bezos und seinem Team sichern und die Botschaft senden, dass wir Platz für langfristiges Wachstum bieten", sagte Joe Snell von der Wirtschaftsfördergesellschaft Sun Corridor. Es ist nicht die einzige außergewöhnliche Initiative. Die Stadt Stonecrest in Georgia bot kurzerhand an, eine riesige Fläche abzutreten, die dann in "City of Amazon" umbenannt würde.

Überzeugungsarbeit von Alexa und rote Teppiche

Man müsse sich von der Konkurrenz abheben, sagte Stonecrests Bürgermeister Jason Lary dem Sender CNN. "Welche bessere Möglichkeit gibt es, als einem Unternehmen der Größe Amazons seine eigene Stadt zu geben?" Auch in Birmingham, Alabama, legt man sich ins Zeug, um bei Bezos Beachtung zu finden – überdimensionale Amazon-Paketboxen zieren neuerdings die Innenstadt. Andere Bürgermeister versuchen, mit Hilfe von Amazons Sprachassistentin Alexa Überzeugungsarbeit zu leisten. Auf die Frage, wo der beste Standort sei, ließen sie den smarten Lautsprecher den jeweiligen Namen ihrer Stadt antworten.

Dass in ganz Nordamerika die roten Teppiche für Amazons "HQ2" ("Headquarter2") ausgerollt werden, ist angesichts der großen Verheißungen von Bezos nicht verwunderlich. Mehr als fünf Milliarden Dollar will Amazon in den Bau stecken, mehr als 50.000 Arbeitsplätze schaffen. Zehntausende zusätzliche Jobs und Investments in zweistelliger Milliardenhöhe soll Amazons Präsenz entstehen lassen. Als Beispiel führt der Konzern seinen Erstsitz Seattle an: In die Wirtschaft der Stadt seien von 2010 bis 2016 zusätzliche 38 Milliarden Dollar gepumpt worden – jeder von Amazon investierte Dollar habe weitere 1,4 Dollar an Investitionen gebracht.

Starke Konkurrenz für die kreativen Kleinstädte

"Wir gehen davon aus, dass HQ2 ein vollwertiges Äquivalent zu unserem Hauptquartier in Seattle wird", heißt es bei Amazon. Ob kleinere Städte mit Kreativbewerbungen ernsthafte Chancen haben, steht angesichts starker Konkurrenz durch Metropolen wie New York, Chicago, Toronto oder Boston zu bezweifeln. Während Basketball-Star Michael Jordan den Cheerleader für North Carolinas Großstadt Charlotte macht, bietet etwa New York seine Wall-Street-Größen als Botschafter auf. Auf der Zielgeraden ließ die Ostküsten-Metropole zudem noch einmal ihren ganzen Charme spielen: Das Empire State Building erstrahlte am Mittwochabend in "Amazon Orange", um bei Bezos Eindruck zu machen.

Toronto könnte indes in Zeiten der von Donald Trumps Regierung forcierten US-Abschottung mit Kanadas offeneren Einwanderungsgesetzen punkten – ein wichtiger Geschäftsfaktor für Tech-Konzerne.

Am Ende geht's um die günstigsten Konditionen

Letztlich geht es bei Ausschreibungen wie der von Amazon jedoch vor allem ums Geld. Entscheidend könnte am Ende schlichtweg sein, welcher Gouverneur zu den größten Zugeständnissen in Sachen Steuernachlässe bereit ist. Dass Konzernchefs potenzielle Standorte in einer Art Casting gegeneinander ausspielen, um sich den besten Deal zu sichern, ist in den USA durchaus üblich. Elon Musk hatte es bei der Planung von Teslas riesiger Batteriefabrik "Gigafactory" ähnlich gehandhabt. Zuletzt riefen die japanischen Autoriesen Toyota und Mazda einen solchen Wettbewerb für den Bau eines gemeinsamen US-Werks aus.

Während sich Politiker gerne mit großem öffentlichem Rummel als Jobbeschaffer feiern lassen, sehen Experten die Praxis skeptischer. Häufig werden Investitionen und Arbeitsplätze durch Steuergelder teuer erkauft, zudem erfüllen sich die Versprechen längst nicht immer. Spätestens seitdem herauskam, dass sich der Auftragsfertiger Foxconn ein zehn Milliarden teures Werk im Bundesstaat Wisconsin mit einem Subventionspaket im Wert von drei Milliarden Dollar versüßen ließ, nimmt die Kritik zu. Ein Aktionsbündnis, das Vertreter von 21 Bundesstaaten umfasst, appellierte deshalb bereits an Bezos, das Auswahlverfahren möglichst transparent zu gestalten.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Warme Strickmode für die kalte Jahreszeit
jetzt bei BONITA shoppen
Shopping
MagentaMobil Start L bereits für 14,95 €* pro 4 Wochen
zur Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017