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So reagieren die Nutzer: Twitter verdoppelt Textlimit auf 280 Zeichen

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Twitter-Nutzer reagieren auf 280 Zeichen-Regel

08.11.2017, 20:04 Uhr | str, dpa

So reagieren die Nutzer: Twitter verdoppelt Textlimit auf 280 Zeichen. Das Logo der Twitter-App ist zu sehen.  (Quelle: Reuters/Thomas White)

Ab sofort können Twitter-Nutzer längere Tweets senden. (Quelle: Thomas White/Reuters)

Twitter-Nachrichten dürfen künftig doppelt so lang sein wie bisher. Nicht alle finden das gut. Aber die meisten Nutzer nehmen es mit Humor. 

Es ist die radikalste Veränderung des Twitter-Konzepts seit dem Start im Jahr 2006: Der Kurznachrichtendienst hat am Dienstag die erlaubte Tweet-Länge nach einem Testlauf regulär auf 280 Text-Zeichen aufgestockt. In den Wochen zuvor konnten nur wenige, zufällig ausgewählte Nutzer solche extralangen Tweets verfassen.

Das Fazit der Plattform-Betreiber fällt demnach positiv aus: "Das Feedback aus der Testphase besagte, dass Nutzer sich mit der erhöhten Zeichenzahl zufriedener fühlen, da sie sich auf Twitter besser ausdrücken und gute Inhalte finden können", erklärte die Firma in einem Blogeintrag am Dienstag.

Eingefleischte Twitter-Fans sind über die Neuerung nicht glücklich. Sie glauben, dass mehr Platz die Nutzer dazu verleiten könnte, schwammiger zu formulieren. Außerdem wird die Plattform oft von Extremisten für ihre Propaganda und Hetze missbraucht. Auch die bekommen nun mehr Platz eingeräumt. 

Viele Twitterer nahmen es dennoch mit Humor. Unter dem Hashtag #280Zeichen klagen sie zum Beispiel, wie mühsam sie sich das twittern in 140 Zeichen erst antrainiert haben. Und jetzt war alles vergeblich. 

Humor zeigte auch die Münchener Polizei: Endlich könnten die Beamten ihr allerschönstes Bürokratendeutsch auf Twitter auspacken, schreibt die Social Media-Abteilung in exakt 280 Zeichen. 

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert ist dagegen ein Befürworter kompakter Tweets. Er twitterte ein Zitat des russischen Schriftstellers Anton Tschechow:

Die Länge sei jedem selbst überlassen, machte Seibert, der den Kurznachrichtendienst seit 2011 nutzt, am Mittwoch in Berlin deutlich. "Ich finde bei Twitter kurz besser." Dies sei aber "keine Haltung der Bundesregierung".

Twitters berühmtester Kunde nutzt die Möglichkeit ausgiebig

Zu den Plattform-Kunden, die das neue Zeichenlimit begrüßen, dürfte US-Präsident Donald Trump gehören. Der wohl mächtigste und bekannteste Twitter-Nutzer ist berüchtigt für seine Schimpftiraden, für die er regelmäßig mehr als 140 Zeichen benötigt.

In seinem ersten längeren Tweet von 216 Zeichen zeigte sich der US-Präsident aber gut gelaunt: "Ich bereite mich für eine der Hauptreden auf der Nationalversammlung hier in Südkorea vor, dann werde ich nach China weiter reisen. Ich freue mich sehr, dort Präsident Xi zu treffen, der gerade erst seinen großen politischen Sieg eingefahren hat", twitterte er von seiner Asien-Reise. 

Was steckt wirklich hinter dem Richtungswechsel bei Twitter?

Für Twitter-Chef Jack Dorsey sind längere Tweets ein Weg, Twitter attraktiver zu machen. Sein Unternehmen kämpft seit Jahren mit einem nur zögerlichen Wachstum der Nutzerzahlen und roten Zahlen. Rivale Facebook hat mehr als zwei Milliarden aktive Nutzer, Twitter nur 330 Millionen. 

Dorsey hatte jüngst Deutsch als eine Sprache hervorgehoben, für die das seit Gründung des Dienstes 2006 geltende Limit von 140 Zeichen zu knapp gewesen sei. Diese Begrenzung stammt noch aus SMS-Zeiten, als Textnachrichten von nur 160 Zeichen Standard waren. Neue Technologien haben diese Einschränkung allerdings längst obsolet gemacht. 

Grundsätzlich will Twitter seinem Alleinstellungsmerkmal als Kurznachrichtendienst aber treu bleiben, versichert Twitter-Chef Dorsey. "Wir glauben, dass es wirklich wichtig ist, diese Kürze beizubehalten", sagte er schon im September. 

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