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Viren  

US-Militär verharmlost massives Sicherheitsproblem

14.10.2011, 13:47 Uhr | Andreas Lerg, AP

US-Militär verharmlost massives Sicherheitsproblem. Eine bewaffnete Flugdrohne des US-Militärs.  (Quelle: Hersteller)

Eine bewaffnete Flugdrohne des US-Militärs. (Quelle: Hersteller)

Mitte September befiel ein Virus die Computersysteme eines für die Kontrolle unbemannter Flugdrohnen zuständigen US-Militärstützpunktes. Angeblich war die Säuberung der Systeme schwierig. Das US-Militär beschwichtigte, es sei nur ein harmloser Virus gewesen, der Zugangsdaten für Facebook-Spiele ausspähe. Aber wenn schon ein so einfacher Virus einen hochsicheren Militärkomplex unsicher machen kann, dann lässt das garvierende Sicherheitsmängel vermuten.

Mitte September stellte das US-Militär fest, das Computersysteme in der Creech Air Force Base in Nevada von Computer-Viren befallen waren. In diesem Stützpunkt sitzt die Leitstelle für die unbemannter Fluggeräte der US-Luftwaffe. Die weltweit einsetzbaren Drohnen dienen zunächst der Überwachung und Aufklärung. Außerdem werden bewaffnete Drohnen zur Bekämpfung von Angriffszielen beispielsweise im Irak eingesetzt. Die Piloten sitzen an speziellen Fernsteuerungssystemen in der Creech Air Force Base.

Flugdrohnen zu keiner Zeit gefährdet

Das Militär beeilte sich nun zu beschwichtigen und sagte, dass die Missionen der Flugdrohnen zu keiner Zeit gefährdet waren. Die Viren seien nur in ein unabhängiges Hilfs-Netzwerk von Windows-Computern eingedrungen, mit dem Stromversorgung, Umweltkontrollen und Arbeitsplätze gemanagt werden. Der auf den Systemen vorgefundene Virus stehle Passworte beispielsweise von Zugängen für Online-Spiele wie das Facebook-Spiel Mafia-Wars. Er sei ansonsten harmlos und könne weder Videodaten stehlen noch Schaden an den Systemen anrichten. Wie das US-Magazin Wired berichtet, soll die Beseitigung des Virus aber durchaus schwierig gewesen sein.

Unsicherer Hochsicherheitstrakt

Das US-Militär versucht zu verharmlosen, indem es den Vorfall als "lästig aber nicht gefährlich" bezeichnete. Verbreitet wurde der Virus nach offizieller Aussage über eine kleine externe Festplatte, die im Stützpunkt genutzt werde, um Daten zwischen Systemen auszutauschen. Doch auf diese Festplatte muss er dennoch von außen gelangt sein. Als Schnittstelle ist entweder eine Internetverbindung zu vermuten, oder ein Mensch, der den Virus vermutlich unwissentlich auf einem externen Datenträger eingeschleppt hat. Das Militär macht dazu keine offiziellen Aussagen. Die Nutzung von USB-Speichersticks ist in US-Stützpunkten zwar verboten, aber hier war eine externe Festplatte im Gebrauch, die die gleiche Wirkung hat. Der Vorfall zeigt, dass dieser Hightech-Militärstützpunkt nicht gut gegen Cyber-Attacken abgeschirmt ist. Denn wenn schon ein "harmloser" Facebook-Virus so problemlos in den Stützpunkt eingeschleppt werden kann, was könnten dann Angreifer mit deutlich konkreteren Zielen und entsprechendem Fachwissen anrichten?

Ferngesteuerte Fernsteuerung

Um die Flugdrohnen in fernen Ländern zu steuern, werden Computer-Systeme benutzt. Steuerungsdaten werden zu den Drohnen gesendet und die Flugkörper senden Daten wie beispielsweise Luftaufnahmen zurück. Sollte es Cyber-Angreifern gelingen, diese Systeme zu kompromittieren, dann könnten sie den Betrieb der Drohnen zumindest stören. Vielleicht könnten sie sogar die Steuerung der fliegenden Spionage- und Waffensysteme übernehmen. Wie sehr Viren mittlerweile auf bestimmte Zwecke maßgeschneidert werden können, hat der Fall des Angriffes auf die iranischen Atomanlagen in Bushehr im vergangenen Jahr sehr deutlich gemacht. Damals war mit Stuxnet ein Virus in die Atomanlage eingeschleust worden, der ganz speziell für die Manipulation der von Siemens hergestellten Kontrollsysteme der Anlage programmiert worden war.

Externe Speichermedien sind ein beliebter Verbreitungsweg

Da moderne Virenscanner die üblichen Angriffswege wie E-Mail-Anhänge oder Internetseiten recht gut im Griff haben, sind externe Speichermedien wie USB-Sticks und Festplatten bei Viren-Programmierern mittlerweile eine beliebte Alternative, um Viren zu verbreiten, wie auch dieser aktuelle Fall zeigt. Oft genug bekommen Anwender von Freunden und Bekannten einen USB-Stick, oder eine externe Festplatte und argwöhnen nicht, dass dort ein Virus versteckt sein könnte. Selbst der eigentliche Besitzer des Speichersticks ahnt oft nichts von dessen Virenbefall. Wer sich vor solchen Viren schützen will, sollte aktuelle Antivirensoftware nutzen, die auch Wechselspeichermedien scannt, sobald diese angeschlossen werden. Außerdem sollte das Betriebssystem so eingestellt werden, dass Anwendungen von externen Speichermedien nicht automatisch gestartet und Daten nicht automatisch geöffnet werden.

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