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NSA-Spionage-Software "Turbine" bedroht Millionen Computer

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Spionage-Affäre  

"NSA plant Angriff auf Millionen Computer"

14.03.2014, 15:44 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

NSA-Spionage-Software "Turbine" bedroht Millionen Computer. Die NSA verbreitet Spionage-Software im großen Maßstab, auch über die Internetseite Facebook. (Quelle: dpa)

Die NSA verbreitet Spionage-Software im großen Maßstab, auch über die Internetseite Facebook. (Quelle: dpa)

Der US-Geheimdienst NSA kann gezielte Cyberangriffe unter der Flagge von populären Internetseiten wie etwa dem sozialen Netzwerk Facebook durchführen. Dies hat die Enthüllungsplattform The Intercept berichtet, die von dem Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald ins Leben gerufen wurde. Mit Hilfe der Angriffe könne die NSA Spionage-Software auf die Computer von Millionen Zielpersonen schleusen – angeblich will die NSA das Projekt sogar noch ausbauen.

Laut den neu veröffentlichten Dokumenten funktioniere die Verbreitung der "Turbine" genannten Spionage-Software über von der NSA überwachte Datenknoten. Fällt dabei auf, dass eine Zielperson zum Beispiel Facebook oder Yahoo ansteuert, klinken sich die NSA-Server in den Datenverkehr ein und senden manipulierte Datenpakete an den PC des Opfers. Diese gaukeln dem Computer vor, eine gewöhnliche Facebook-Seite zu sein.

So könnten die Spähprogramme gängige Schutzmechanismen und Verschlüsselungen umgehen und sich unbemerkt auf dem Rechner der Zielperson einnisten. Die Installation der Schadsoftware nehme laut The Intercept etwa acht Sekunden in Anspruch. Danach kann die NSA angeblich die komplette Kontrolle über die gekaperten Rechner übernehmen, Tastatureingaben, Browser-Verläufe, Passwörter und Dokumente auslesen. Über angeschlossene Mikrofone und Webcams könne "Turbine" auch Gespräche aufzeichnen und Fotos schießen.

Die Taktik wird als "Man-on-the-side"-Attacke bezeichnet, da sich der Angreifer "von der Seite" in den Datenverkehr zwischen zwei Parteien einklinkt. Cyberangriffe wie diese würden auch bei Nutzern "terroristischer Webseiten" eingesetzt, hieß es in undatierten Unterlagen, die The Intercept veröffentlichte.

NSA-Spam war gestern

Laut The Intercept setzte die NSA in der Vergangenheit zu großen Teilen auf Spam-Mails, um ihre Schadprogramme zu verbreiten. Zwischen 2004 und 2009 wurden Cyberangriffe hauptsächlich von menschliche Hackern geleitet. Für den Geheimdienst seien diese Methoden jedoch nicht effektiv genug gewesen. Zum einen fallen immer weniger Menschen auf Spam herein, zum anderen hätten die NSA-Hacker nur wenige hundert Ziele infiltrieren können. Außerdem sei es Menschen kaum möglich größere Zusammenhänge zu erkennen.

Aus den Dokumenten von Edward Snowden gehe hervor, dass "Turbines" komplexe automatische Funktionen für die NSA von erheblicher Bedeutung waren. Die Software erlaubt die Infiltration von Millionen von Computern.

Überwachungs- und Verschlüsselungsexperte Matt Blaze von der Universität Pennsylvania hat dabei große Bedenken: "Woher wissen wir, dass die Software korrekt arbeitet und tatsächlich nur diejenigen Personen attackiert, die die NSA für relevant hält? Und selbst wenn die Software korrekt funktioniert – was eine gewagte Annahme wäre – wie wird sie dann kontrolliert?"

NSA will Spionage-Software stärker verbreiten

Obwohl Präsident Barack Obama ankündigte die Überwachungsaktivitäten der US-Geheimdienste einzuschränken, geht Greenwald davon aus, dass das "Turbine"-Programm sogar noch ausgebaut werde. Laut früheren Snowden-Dokumenten, führt die NSA die Spionage-Software in einer Budget-Auflistung für das Jahr 2013 als eines der Hauptprogramme zur Überwachung auf. Zudem habe die NSA im selben Jahr bei der Regierung 67,6 Millionen US-Dollar Steuergelder für ein Großprojekt namens "Owning the Net" ("Das Netz beherrschen") beantragt. "Turbine" ist Teil dieses Programms.

Berichterstattung entspricht laut NSA nicht der Wahrheit

Die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ, angeblich an der Entwicklung von Turbine beteiligt, gaben auf Nachfrage von The Intercept an, sich bei all ihren Aktivitäten an Recht und Gesetz zu halten.

Dies bekräftigte die NSA in einer Stellungnahme als Reaktion auf die Berichterstattung. Darin stellte der Geheimdienst klar, dass die von The Intercept berichteten Anschuldigungen falsch seien und die NSA weder Millionen PCs mit Schadsoftware infiziert hätte noch ihre technischen Möglichkeiten nicht dazu nutzen würde, Internetseiten von amerikanischen Firmen zu imitieren.

Außerdem würden alle Maßnahmen der Behörde nur in enger Abstimmungen mit den gesetzlichen Vorschriften durchgeführt und Internetnutzer ebenfalls nur nach vorheriger Abstimmung mit den Justizbehörden Ziel von Ermittlungen.

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