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Stress in der Familie?: So klappt’s mit dem harmonischen Zusammenleben

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Familiärer Stress  

Stress in der Familie? So klappt’s mit der Harmonie

29.04.2010, 16:00 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Stress in der Familie?: So klappt’s mit dem harmonischen Zusammenleben. Stress in der Familie? So klappt’s mit dem harmonischen Zusammenleben.

Wenn alle Stricke reißen, packen Sie Ihre Familie ins Auto und fahren einfach einmal weg. (Bild: Imago)

Familienleben kann so schön sein, doch oft genug läuft es ganz anders: Lena kommt in die Küche gerannt und kreischt: „Phillip hat meinen Bumba-Bär in die Badewanne geworfen - der ist jetzt ganz nass!“ Sie hält den pitschnassen Teddybär vorwurfsvoll ihrer Mutter hin - auf dem Boden bildet sich eine große Pfütze, ihre Socken sind nass und eine Wasserspur aus dem Badezimmer zeigt ihren Weg. Phillip kommt angerannt, rutscht aus und fängt an zu weinen. Der Lärmpegel steigt und die Mutter denkt sich, „Warum gibt es jeden Abend einen solchen Stress!?! Streit in der Familie, Belastungen im Job und falsches Zeitmanagment machen vielen Eltern das (Familien)Leben schwer. Doch mit ein paar Tricks und etwas Gelassenheit können Sie Ihr Leben entschleunigen - und Sie haben weniger Stress!

Was stresst mich eigentlich?

Erst wenn Sie wissen, was Sie stresst, können Sie es ändern. Setzen Sie sich deshalb hin und schreiben Sie auf: Zu welchen Zeiten gibt es regelmäßig Streit? Zwischen wem und warum? In welchen Momenten kommen Sie selbst in die Stressspirale, in welchen Ihr Partner und die Kinder? Wahrscheinlich können Sie schon jetzt erkennen, dass es Situationen und Konstellationen gibt, in denen es automatisch zu Streit oder Hektik kommt. Beispiel: Abends sind die Kinder müde und warten aufs Abendessen - aus Langeweile streiten sie sich. Während Sie eigentlich kochen möchten, müssen Sie als Streitschlichter eingreifen. Lösung: Trennen Sie Ihre Kinder im Vorfeld und führen Sie eine halbe Stunde "Ruhe" ein. Sie erklären den Kids, dass sie sich in dieser Zeit ein Spiel aussuchen dürfen, das sie alleine und für sich spielen können. Das kann natürlich auch malen oder basteln sein. Nach dem Essen können sie wieder gemeinsam spielen, toben und laut sein.

Zeitmanagement verbessern

Oder kommen Sie morgens nie zeitig aus dem Haus? Ihre Kinder ziehen sich nicht alleine an oder bleiben ewig im Bett liegen, während Sie die Pausenbrote schmieren müssen? Lösung: Bereiten Sie die Brote schon am Vorabend vor. Im Kühlschrank bleiben sie schön frisch und Sie haben morgens Zeit, sich um die Kinder zu kümmern. Auch das Mittagessen können Sie am Vortag schon kochen und brauchen es nur noch warm machen, wenn Sie von der Arbeit kommen und die Kinder von der Schule.

Nobody is perfect

Früher war es bei Ihnen immer aufgeräumt, die Hemden gebügelt und der Tisch hübsch dekoriert? Fein, doch jetzt ist es anders. Lassen Sie fünfe grade sein - es ist ganz normal, wenn die Schuhe im Flur rum fliegen, die Spielsachen auf der Couch liegen und der nasse Teddy auch mal in der Küche landet. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen und vermeiden Sie die Leistungsschau mit anderen Müttern. Das macht Sie und Ihre Kinder glücklicher - und das steht vor einem staubfreien Wohnzimmerschrank. 

Setzen Sie Prioritäten 

Machen Sie sich klar, was Ihnen am wichtigsten ist, was an zweiter und dritter Stelle kommt und so weiter. Wenn an manchen Tagen Position acht und neun auf der Strecke bleiben müssen, ist das kein Drama. Diese Punkte rücken an Platz eins und zwei, wenn die Zeit dafür da ist - oder Sie sie sich nehmen können.

Planen Sie den nächsten Tag

Organisation ist alles. Auch wenn‘s nervig ist - schreiben Sie Ihre Termine auf - in einen Familienkalender, in Ihren Timer oder in den Handy-Kalender. Sie machen sich unnötig Stress, wenn Sie alles im Kopf behalten wollen und ständig das Gefühl haben, etwas zu vergessen. Nehmen Sie sich täglich fünf Minuten Zeit und überlegen in Ruhe, was am nächsten Tag ansteht, was Sie dafür brauchen und wie Sie es organisieren.

Aufgaben in der Familie 

Delegieren Sie Aufgaben an Ihren Partner und die Kinder: Sonntags Brötchen holen - das machen Papa und Lena. Montags das Altglas zum Container bringen - dafür sind Lena und Philipp zuständig, danach gibt’s ein Eis. Diese kleinen Verpflichtungen sind gut für die Entwicklung der Kinder und Sie sind entlastet.

Vermeiden Sie Freizeitstress

Vollgestopfte Wochenenden stressen mehr, als das sie erholen. Auch wenn es gut gemeint ist, bringt es deshalb wenig, wenn Sie sich das Wochenende total verplanen und keine Zeit zum Verschnaufen finden. Wichtig ist, dass Sie Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Das können Ausflüge sein, aber auch „nur“ ein Kuschelsonntag auf dem Sofa. Hauptsache es macht Spaß und Sie kommen nicht in Freizeitstress.

Terminstress schon bei den Kleinsten

Montags Babyschwimmen, dienstags geht der Kleine zum Fußball und mittwochs muss Lena zum Klavierspielen? Kein Wunder, wenn Sie und Ihre Lieben gestresst sind. Fahren Sie einen Gang runter und reduzieren Sie die Aktivitäten Ihrer Kinder. Schlechtes Gewissen brauchen Sie nicht zu haben: Kinder brauchen Freiraum, um sich entfalten zu können, das ist die bessere Förderung als ein Überangebot an Kursen!

Soziales Netz als Stressabbau

Wie wäre es mit einem Kindertausch mit Eltern vom Kindergarten? Montags haben Sie Ihre Tochter und ihre beste Freundin, dienstags sind beide bei der anderen Familie? Dann haben beide Parteien Zeit für Hausarbeit, Sport, Sauna oder einfach einen Spaziergang - und Ihre Kinder freuen sich allemal. Das funktioniert auch bei größeren Kindern. Hier geht es vielleicht nicht um die Betreuung, sondern um Hausaufgabenhilfe: Sie sprechen gut Englisch, stehen aber mit Mathe auf dem Kriegsfuß? Dann helfen Sie montags bei den Englisch-Hausaufgaben und dienstags ein anderes Elternteil bei Mathe. Funktioniert das gut oder sind Sie besser befreundet, können Sie sich auch die Wocheneinkäufe teilen. Einer hütet die Kinder, der andere geht einkaufen und bringt die Sachen beim Abholen des Kindes einfach mit. 

Absprachen mit dem Partner

Sie als Eltern sind sozusagen die Kapitäne auf einem großen Schiff. Verstehen Sie sich nicht und haben Meinungsverschiedenheiten, wird es auch mit den Kindern schwierig. Pflegen Sie deshalb Ihre Beziehung. Dazu gehören neben gemeinsamen Aktivitäten und genügend Freiraum auch Absprachen, wie die Kinder erzogen werden, wie der Haushalt geführt werden soll und in welche Richtung Ihr gemeinsames Leben gehen soll. Deshalb besprechen Sie Probleme mit Ihrem Partner. Sind Sie gemeinsam stark, ist es Ihre gesamte Familie.

Tapetenwechsel tut gut

Packen Sie Ihre Familie ins Auto und fahren einfach mal ein Wochenende weg. Ein Wochenendausflug muss nicht teuer sein und lange fahren brauchen Sie auch nicht. Ihre Kinder stellen keine großen Ansprüche und freuen sich bestimmt, wenn sie mal eine aufregende Nacht im Zelt oder in einer kleinen Pension verbringen dürfen.

Schon mal Rollen getauscht? 

Was passiert wohl, wenn Ihre Kinder einmal Ihre Pflichten übernehmen - und Sie die Ihrer Kinder? Damit wird jedem bewusst, was der andere alles erledigt und bekommt möglicherweise einen anderen Blick auf die Dinge - und die Familienstrukturen.

Zu guter Letzt: Mach’s mit Gefühl

Kleine Kinder knuddeln Mama und Papa noch ganz selbstverständlich. Ab einem gewissen Alter der Kinder lässt das nach - leider. Ein Achtjähriger oder eine Zwölfjährige wollen vielleicht nicht gerade vor ihren Freunden geküsst und gedrückt werden, doch ein liebes Wort oder eine kurze Umarmung tut auch ihnen gut (auch, wenn sie es vielleicht nicht zeigen). Leben Sie von Anfang an einen liebevollen Umgang mit Ihren Kindern (und Ihrem Partner oder Partnerin) - Sie bekommen es auf jeden Fall zurück. Und wer freut sich nicht über einen kurzen Kuss am Morgen oder ein "Ich hab’ dich lieb" zum Abschied?

 

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