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ZDF-Doku: "37 Grad - Mira, mein Stern"

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ZDF-Doku  

"Das Leben kommt, das Leben geht"

04.05.2010, 13:58 Uhr | ZDF; rev, t-online.de

ZDF-Doku: "37 Grad - Mira, mein Stern". Mira an ihrem sechsten Geburtstag. (Quelle: ZDF)

Mira an ihrem sechsten Geburtstag. (Quelle: ZDF)

Mira ist schwer krank, hat einen unheilbaren genetischen Defekt, der sie nur 14 Jahre leben lassen wird. Wie geht eine Familie mit so einer Situation um? Die ZDF-Reihe "37 Grad" begleitete die kleine Familie ein Jahrzehnt lang mit der Kamera, erlebte, wie Mira alles verlernte, was sie konnte, wie die Mutter Sally ihr Kind beerdigen musste und Bruder Luca seine Schwester verlor. Aber der Film zeigt auch einen Neuanfang. Tod und Leben liegen nah beieinander.

Drehbeginn vor fast zehn Jahren

Oktober 2000: "Das Leben kommt, das Leben geht! Beides liegt einfach ganz dicht beieinander." Sally Wenger weint, sie hat ihren gesunden, neugeborenen Sohn Luca auf dem Arm und streichelt ihre schwer kranke Tochter Mira. Es ist der erste Dreh mit der alleinerziehenden Mutter vor fast zehn Jahren.

Am Sarg der Tochter

Oktober 2008: "Es kann doch gar nicht sein, dass das meine Mira ist." Sally steht vor dem Sarg ihrer Tochter. Viele Jahre hatte sie sich auf den Tod ihrer Tochter vorbereitet. Mira leidet an Mucopolysaccharidose, einem genetischen Defekt - unheilbar. Sally ist Biologin, Gendefekte sind ihr Spezialgebiet. Sie wusste, dass es so kommen würde. Doch nun ist der Tod da, und alles ist ganz anders.

Von Leben und Sterben

Oktober 2009: ein Jahr nach Miras Tod. Mira ist immer gegenwärtig, und gleichzeitig ist Sally jetzt im vierten Monat schwanger. "Damit hab ich nicht gerechnet. Luca freut sich wie ein Schneekönig. Doch darf ich überhaupt schwanger werden in der Trauerzeit?", fragt sich Sally.

Ein Stern am Himmel

Die Reportage hat festgehalten, wie Sally Wenger ihrer kranken Tochter Mira und ihrem Sohn Luca über diese vielen Jahre bedingungslose Liebe und Zuwendung entgegenbringt, wie sie mit der schrecklichen Krankheit ihrer Tochter kämpft und sich mit ihr auseinandersetzt. Die Mutter, die von Miras Vater getrennt lebt und damit beinahe die Alleinverantwortung für ihre Tochter hat, hat Unermessliches geleistet. Durch die Krankheit fehlt Mira ein wichtiges Enzym, wodurch der Stoffwechsel nach und nach sämtliche Zellen - auch die Gehirnzellen - vergiftet. So muss Sally jahrelang mit ansehen, wie ihre Tochter alles verliert, was sie einmal konnte: sprechen, laufen, lachen, sitzen, essen.

"Es ist so schwer, so schwer!"

Sallys Leben kreist einzig um ihre kranke Tochter Mira und Luca, ihren gesunden Sohn. Miras Bruder wächst mit dem Wissen auf, dass seine große Schwester früh sterben wird. "Dann wird sie ein Stern am Himmel sein, Mira ist unser Sternenkind", so hat er sich und seine Mutter oft getröstet. Früh muss er lernen mit dem Auf und Ab der Gefühle umzugehen. Als seine große Schwester dann stirbt, ist Luca acht Jahre alt, wütend und verzweifelt. "Es ist so schwer, so schwer", er kann seine Mira nicht gehen lassen.

Der schwere Abschied

Im Oktober 2008, zehn Tage nach ihrem 14. Geburtstag, stirbt Mira im Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg. Sally sitzt am Totenbett ihrer Tochter. Die intime Situation ist von der Kamera festgehalten. "Ich warte die ganze Zeit darauf, dass sie die Augen aufmacht, dass sie hustet und mich braucht", sagt Sally. Dann kann sie nicht mehr weitersprechen. In der Folge sieht man, wie Sally und Luca um Mira trauern: Auch wenn die Mutter und ihr gesunder Sohn nun mehr Zeit miteinander verbringen können und bald wieder Alltag einkehrt, scheint die Trauer um das verstorbene Kind immer Teil ihres Lebens zu bleiben. Fast 2500 Sterbefälle gibt es täglich in Deutschland. Bei Mira kommt der Abschied nach langer Krankheit und in bewusster Auseinandersetzung mit dem abzusehendem Ende. Doch der Tod eines geliebten Menschen ist wohl immer eine der schwersten Aufgaben, die es im Leben zu bewältigen gibt, besonders für Eltern, die ihre Kinder verlieren.

Neubeginn und Liebe

Die Autorin Iris Pollatschek hat die Familie auch nach dem Tod und der Beerdigung von Mira weiter begleitet. Das Material zeigt über einen Zeitraum von zehn Jahren den Alltag und die Auseinandersetzung mit der Krankheit, den Abschied von Mira am Sarg und das Leben danach bis zur Geburt des jüngsten Kindes im Februar 2010. Deshalb endet "Mira - mein Stern" keineswegs nur traurig. Der Film handelt von Kraft, Lebensmut, Hoffnung, Neubeginn und vor allem von Liebe. Luca freut sich über seinen neugeborenen Bruder Louis. Und sobald er da ist, geht er mit ihm auf dem Friedhof seine große Schwester Mira besuchen: "Das Leben kommt, das Leben geht."

"Wer spricht schon über den Tod von Kindern?"

Für Sally Wenger bedeutet der Film die Möglichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen, wie sie gegenüber dem ZDF erklärt: "Wer spricht schon über den Tod von Kindern? Zu traurig. Ein Tabuthema. Nicht allein deshalb sind Familien wie wir oft unverstanden, isoliert und meist allein gelassen mit unseren Problemen." In der Dokumentation erklärt Sally, dass andere Eltern ihre Kinder von Mira aufgrund deren Krankheit bewusst fernhielten. Auch solchen Eltern zeige die Reportage jedoch, wie es ist, mit einem kranken Kind und mit dem Wissen um den Tod zu leben. Wie unglaublich schwer das sei und dass es trotz alldem auch schöne Augenblicke gäbe und es sich lohne zu kämpfen, wenn man gleichzeitig bereit ist, "Dinge, die wir nicht ändern können, zu akzeptieren."

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