07.02.2013, 13:51 Uhr | mmh, dpa-tmn, t-online.de
Kinder entwickeln Strategien, um mit Enttäuschungen umzugehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Sieg und Niederlage ziehen sich als roter Faden durch das gesamte Leben. Beides gehört dazu, beides sollte sich die Waage halten. Schon kleine Kinder müssen einiges einstecken und entwickeln dabei Strategien, um mit Enttäuschungen fertig zu werden. Wichtig ist auch, dass die Eltern psychologisch richtig reagieren. Wir haben Kinder befragt und die zehn größten Enttäuschungen von Kindern zusammengestellt.
"Ich kann das, ich schaffe das" - und prompt verteilt sich der Einkauf auf dem Küchenboden. Kinder schätzen ihre Fähigkeiten oft noch nicht realistisch ein. Eltern können sie darin unterstützen, indem sie ihnen zu ihrem Alter passende Aufgaben geben und immer wieder für kleine Erfolge loben, erklärt Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Zu leicht dürfen die Dinge aber nicht sein: Denn Enttäuschungen helfen Kindern dabei, ihre falschen Einschätzungen zu korrigieren.
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Das bringe sie weiter als die Strategie "Ich kann das sowieso nicht, deshalb versuche ich es gar nicht". Denn so ersparen sich Kinder zwar Misserfolge und Frustration, bekommen aber kein Gespür dafür, was sie bewirken können.
Im Vorschulalter haben die Eltern noch guten Einblick in die Lebenswelt der Kleinen. Regelmäßig bringt man die Kinder zur Kita, spricht mit der Erzieherin, trifft andere Eltern und oft sind andere Kinder zu Besuch. Tritt in dieser Phase eine Enttäuschung ein, dann haben Eltern den Vorteil, dass sie mitreden können, dass sie sich die Situation vorstellen können, die Mitbeteiligten beim Namen nennen können. Das ändert sich mit zunehmendem Alter. Schon in der Grundschule fällt der gemeinsame Weg und das Abholen weg und man kennt die Menschen nicht mehr so gut, mit denen das Kind einige Stunden am Tag verbringt.
Manche Kinder tragen ihr Herz auf der Zunge, andere verschließen sich. Die Kunst der Erzieher ist dabei, die Eigenart des Kindes zu respektieren und trotzdem Frust und Trauer nicht zu ignorieren oder ein Plaudertäschchen zu unterbrechen, wenn es gerade wirklich ein Drama schildert.
Was Erwachsene schmerzen kann, ist von Kindern gar nicht böse gemeint. Der Tod des geliebten Meerschweinchens kann für sie momentan schlimmer sein als der Tod der weit entfernt wohnenden Oma. Das aktuelle Drama ist für Kinder immer das schlimmste. Ihnen fehlt ja noch der große Rahmen, um Dinge einzuordnen, das kommt erst im Laufe der Lebenserfahrung. Sie wissen auch noch nicht, dass es wieder anders wird. Sätze wie: "Bis du Oma wirst, ist das vergessen ..." erscheinen Kindern ohne Sinn.
Bewahren kann man die Kinder nicht vor Enttäuschungen, Misserfolgen, Niederlagen, auch wenn man ihnen am liebsten nur eine heile Welt bieten würde. Das geht leider nicht und ist auch nicht hilfreich, um die Kids auf das Leben vorzubereiten. Eltern müssen ihre Kinder dabei unterstützen, Niederlagen und Enttäuschungen zu verarbeiten. Haben Kinder das gelernt, beherrschen sie eine wichtige Schlüsselqualifikation für das Leben. Auffangen, mit ihnen leiden und Erfolgserlebnisse anbieten, das ist die beste Hilfe: Solche Erlebnisse müssen nicht spektakulär in den Augen Erwachsener sein, sondern in denen der Kinder. Ein solcher Erfolg kann sein, einen Kletterparcours zu bewältigen, eine Nacht alleine bei einem Freund zu bleiben, selbständig einzukaufen oder eine Nachtwanderung mit den Eltern zu unternehmen. Es geht darum, das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken, dann lassen sich auch Niederlagen wegstecken.
Natürlich empfindet jedes Kind unterschiedlich. Unsere Redaktion glaubt, dass das die zehn größten Enttäuschungen für Kinder sind:
Bester Freund oder man selbst muss umziehen
Eltern trennen sich
Lieblingsspielzeug geht kaputt
Lieblings-Erzieherin verlässt Kita
Geburtstagswünsche werden nicht erfüllt
Alleine: Mama und Papa sind plötzlich weg
Jüngere Geschwister werden mehr beachtet
Niederlage im Sport
"Du bist nicht mehr mein Freund"
Todesfälle
Quelle: mmh, dpa-tmn, t-online.de
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