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Erziehung: Die größten Erziehungsirrtümer

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Die Ohrfeige schadet doch  

"Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet" - Erziehungsmythen auf dem Prüfstand

05.11.2012, 19:11 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Erziehung: Die größten Erziehungsirrtümer. "Eine Ohrfeige hat noch keinem geschadet" - eindeutig falsch! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Eine Ohrfeige hat noch keinem geschadet" - eindeutig falsch! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Strafe muss sein", "niemals vor den Kindern streiten", "Einzelkinder können nicht teilen", "eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet" - es gibt zahlreiche Sprüche, die so oft wiederholt wurden, dass sie sich bereits in unseren Köpfen festgesetzt haben. Vieles davon ist überholt und Schläge sind strafbar. Hier finden Sie gängige Erziehungsmythen auf dem Prüfstand.

Wer Kinder hat, der kennt die Erziehungsweisheiten, die einem mit auf den Weg gegeben werden. Da sind die eigenen Eltern, Schwiegereltern, Tanten und Großeltern. Da ist das Umfeld, Freunde und Bekannte, und jeder weiß etwas zu sagen. Vieles davon können junge Eltern auch positiv für sich umsetzen, denn es basiert auf einer Menge Erfahrung, die sie selbst oft noch nicht haben. Aber so manches sollte man sich noch einmal genauer ansehen. Denn das eine oder andere stellt sich bei genauer Betrachtung durchaus auch mal als Irrtum heraus.

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Ohrfeige als Erziehungsmaßnahme - finden Sie das in Ordnung?

Kinder haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung

Eindeutig ist der Irrtum beim Mythos, eine Ohrfeige habe noch niemandem geschadet. In Deutschland sind Schläge als Erziehungsmethode geächtet - und sogar strafbar. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist ein wesentliches Kinderrecht verankert: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."

Von Autorität bis Zähneputzen

Andere populäre Erziehungsirrtümer mögen weniger folgenschwer sein. Die Autorin Andrea Bischoff hat gründlich recherchiert und das "Lexikon der Erziehungsirrtümer" zusammengetragen. Von A bis Z nimmt sie die Aussagen unter die Lupe, hakt bei Fachleuten nach und trägt Ergebnisse zusammen. "Irrtümer zu entdecken war gar nicht so schwer. Da genügt oft gesunder Menschenverstand und ein gewisser journalistischer Riecher. Schwieriger wurde es, wenn ich herausfinden wollte, was denn nun richtig sei", schildert die Autorin ihre Recherchen. Schließlich sei vieles in der Pädagogik Erfahrungs- und Ansichtssache. So manches aber ist auch unter der Rubrik Vorurteil abzuhaken.

Perfektionismus und schlechtes Gewissen sind keine guten Ratgeber

Wenn es um Erziehung geht, ist vieles einfacher, als Eltern manchmal glauben. "Denn im Wunsch, alles perfekt zu machen, tun Mütter und Väter des Guten oft zu viel. Sie machen sich und ihren Kindern das Leben unnötig schwer - und erreichen oft das Gegenteil von dem, was sie machen wollen. Perfektionismus, Ehrgeiz und die Angst, etwas falsch zu machen, zerstören oft Leichtigkeit und Freude im Umgang mit Kindern." Auch Ulrich Gerth, der Vorsitzende der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, rät, im Umgang mit seinem Nachwuchs ruhig wieder mehr auf die eigene Intuition zu vertrauen. Eltern sollten versuchen von den Erfahrungen anderer zu profitieren, ohne sie als absolut wegweisend anzusehen. Für eltern.t-online.de hat er einige der bekanntesten Erziehungsweisheiten unter die Lupe genommen und kommt letztlich zum selben Schluss, wie schon der Dichter und Pädagoge Jean-Paul vor über 200 Jahren: "Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden, man muss sie auch gehen lassen."

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