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Cornelia Funke will junge Leser mit "Geisterritter" zurückerobern

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Cornelia Funke will junge Leser mit "Geisterritter" zurückerobern

28.07.2011, 13:14 Uhr | dpa

Cornelia Funke will junge Leser mit "Geisterritter" zurückerobern. Cornelia Funkes neuer Kinderroman "Geisterritter" (Fotos: dpa / Cecilie Dressler Verlag)

Cornelia Funkes neuer Kinderroman "Geisterritter" (Fotos: dpa / Cecilie Dressler Verlag)

Bestsellerautorin Cornelia Funke will mit ihrem neuen Kinderbuch "Geisterritter" jüngere Leser ab zehn Jahren zurückerobern. Es ist eine spannende und mit leichter Feder geschriebene Geschichte über gruselige Geister und tapfere Ritter, Internatsleben und Freundschaft.

Schnell ein Kinderbuch zwischengeschoben

Eigentlich steckt Funke mitten in der Fantasiewelt ihrer Romanreihe "Reckless". Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass Funke die Fantasy-Fans mit ihrem neuen Helden Jacob Reckless und dessen Bruder Will erstmals mit auf die Reise ins magische Märchenreich hinter dem Spiegel nahm. Der Auftakt zur neuen Reihe der Schriftstellerin, die vor sechs Jahren von Hamburg nach Los Angeles zog, eroberte wie gewohnt die Bestsellerlisten, erntete aber gemischte Kritik. "Auf 'Reckless' erhielt ich Reaktionen wie: Oh Gott, was macht sie denn jetzt?! Jetzt schreibt die Funke aber ganz anders!", erzählt die Autorin. Bevor sie Fortsetzung ihrer "Reckless"-Reihe auf den Markt bringt, will sie mit "Geisterritter" speziell ihre jüngeren Fans wieder zurückerobern.

"Reckless" ist für junge Leser zu brutal

Funke, der mit "Herr der Diebe" auch international der Durchbruch gelang und die spätestens seit der "Tintenwelt"-Trilogie auch vielen erwachsenen Lesern bekannt ist, war klar: Mit "Reckless" beginnt nicht nur für ihre literarischen Figuren, sondern auch für sie selbst ein Abenteuer. Doch für ihre ganz jungen Leser war die "Reckless"-Welt zu düster und zu brutal. "Mit 'Geisterritter' kann ich meinen jüngeren Lesern beweisen, dass ich noch immer sehr leidenschaftlich auch für sie arbeite, obwohl ich mit 'Reckless' etwas ganz anderes mache."

Eine Welt mit Rittern und Geistern

Schauplatz von "Geisterritter" ist das englische Salisbury mit seiner Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. In jener Kirche wurde William Longspee, zwischen 1175 und 1180 als unehelicher Sohn des englischen Königs Heinrich II. geboren und im Jahr 1226 bestattet. Der Geist des Halbbruders von Richard Löwenherz soll jenen helfen, die ihn in größter Not rufen. Darauf hofft auch Jon Whitcroft, der schon bald nach seiner Ankunft in Salisbury merkt, dass es andere Geister auf ihn abgesehen haben.

Der junge Romanheld wird aufs Internat geschickt

Jon ist elf Jahre alt und wird von seiner Mutter und ihrem neuen Freund auf ein Internat geschickt. Ein Geschichte über einen Jungen auf einem englischen Internat - geschrieben von der "deutschen Joanne K. Rowling", die dann auch selbst auf den berühmtesten aller Zauberschüler verweist: "Meine achtjährige Schwester hätte zu gern getauscht mit mir", lässt sie Jon sagen, "seit sie 'Harry Potter' las, wollte sie unbedingt auf ein Internat". Neben Jon gibt es noch die tapfere Mitschülerin Ella und deren schrullige, mit Pflanzennamen wie Stinkwurz oder Nesseldreck fluchende Großmutter Zelda, die Geistertouren für Touristen anbietet, und natürlich Geister - gute wie böse. Ein Glossar am Ende des Buches hilft Kindern, den Überblick über die historischen Figuren zu behalten.

Farbige Illustrationen veranschaulichen die Handlung

Funke, selbst Illustratorin, gestaltete ihr Buch mit Bildern von Friedrich Hechelmann. "Mir schwebte vor, es wie ein altes Märchenbuch aussehen zu lassen", sagt sie, "so wie ich es aus meiner Kindheit kannte, als immer einige wenige Illustrationen farbig waren." Am Ende habe ihr Verlag sie mit durchweg farbigen Illustrationen überrascht, erzählt Funke, die sich zudem erstmals für die Ich-Form entschied. "Bei diesem Buch passte es, weil es die persönlichen Erfahrungen des Jungen sind", erklärt sie und betont: "Ich bin eigentlich nie in der Versuchung, die Ich-Form zu wählen, weil ich es einfach lieber habe, wenn ich in die Haut mehrerer Figuren schlüpfe und so die Perspektive wechseln kann." So wie sie zwischen ihren Fantasie-Welten wechselt - längst ist sie schon wieder hinter dem "Reckless"-Spiegel.

Cornelia Funke: "Geisterritter", Cecilie Dressler Verlag, Hamburg, 2011, 256 S., Euro 16,95, ISBN 978-3-7915-0479-7

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