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Welches Haustier eignet sich für mein Kind?

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Hund, Katze, Meerschweinchen  

Welches Haustier eignet sich für mein Kind?

20.05.2016, 15:22 Uhr | dpa-tmn

Welches Haustier eignet sich für mein Kind?. Haustiere: Ein Hund ist für Kinder ein Kumpel und Spielkamerad - aber Erziehung muss sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Hund ist für Kinder ein Kumpel und Spielkamerad - aber Erziehung muss sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Früher oder später werden die meisten Eltern mit dem Wunsch nach einem Haustier konfrontiert. Grundsätzlich hat es viele positive Seiten, wenn Kinder mit einem Haustier aufwachsen, aber es ist für die ganze Familie mit einer langjährigen Verantwortung für das Tier verbunden. Eine Checkliste hilft.

Damit die anfängliche Begeisterung des Kindes nicht schon nach ein paar Wochen nachlässt, sollten Eltern eine Tierart auswählen, die zu den Bedürfnissen des Kindes passt.

Grundvoraussetzung für die Anschaffung eines Haustieres ist, dass genug Platz, Zeit und Geld für den tierischen Mitbewohner vorhanden sind. "Prinzipiell ist es zu befürworten, dass Kinder mit Tieren aufwachsen", findet Marion Dudla vom Deutschen Tierschutzbund. Hund, Katze und Kaninchen könnten treue Freunde und Seelentröster für sei sein. "Außerdem können Kinder einiges von ihnen lernen und werden durch sie in ihrer Entwicklung gestärkt." Wie wissenschaftliche Studien belegen, fördert ein Haustier die soziale Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein.

Mein Kind will ein Tier - Checkliste für Eltern

  • Welche Haustiere sind in der Mietwohnung erlaubt?
  • Haben wir Platz genug für eine artgerechte Haltung des Tieres?
  • Können wir uns die Haltungskosten dauerhaft leisten?
  • Leidet ein Familienmitglied an Allergien gegen Tierhaare?
  • Tolerieren alle Familienmitglieder Tierhaare und Schmutz in der Wohnung?
  • Welche Erwartungen hat das Kind an das Tier? Spielen, kuscheln oder es nur beobachten?
  • Wer kümmert sich um das Tier, wenn wir wegfahren?
  • Sind die Eltern bereit, sich um das Tier zu kümmern, wenn das Kind sein Interesse verliert, Schulstress hat oder auszieht?

Ist das Kind reif genug für ein Haustier?

Die Entscheidung für ein Haustier darf niemals leichtfertig gefällt werden. Eltern müssen überlegen, ob ihr Sohn oder ihre Tochter reif genug ist, sich um ein Tier zu kümmern. Tierbegeisterte Kinder werden dies hoch und heilig versprechen. Allerdings können sie nicht überblicken, wie aufwändig die Versorgung eines Tieres sein kann und wie schwer die Verantwortung lastet. Viele Kinder wünschten sich tierische Spielkameraden, verlören aber schnell das Interesse, wenn es um Stall ausmisten oder Füttern geht, weiß Ingrid Stephan vom Institut für soziales Lernen mit Tieren.

Kleiner Eignungstest: Ferienbetreuung für Haustier von Freunden

Tipp der Expertin: Ehe ein eigenes Haustier angeschafft wird, gibt man dem Kind die Möglichkeit, das Kaninchen, das Meerschweinchen oder die Wellensittiche von Freunden in den Ferien zu versorgen. So können Eltern herausfinden, ob ihr Kind ein ernsthaftes Interesse an der Haltung und Pflege eines Haustieres hat. Ist ihm schon die Versorgung eines Kleintieres zu mühsam, dann wird es mit einem Hund erstrecht überfordert sein.

Verantwortung für Haustier bleibt an den Eltern hängen

Selbst wenn das Kind zuverlässig das Füttern und Pflegen übernimmt, gibt Detlev Nolte vom Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft zu bedenken: "Den Eltern muss aber klar sein, dass nicht ihr Kind, sondern sie die Hauptverantwortung für das neue Familienmitglied tragen werden."

Es ist die Aufgabe der Eltern, ihrem Kind zu erklären, was eine artgerechte Haltung ist und einzugreifen, wenn es Fehler macht. Daher schafft man am besten eine Tierart an, die die ganze Familie mag. Außerdem ist nicht jede Tierart für Kinder geeignet, so sind beispielsweise Hamster nachtaktiv und brauchen tagsüber ihre Ruhe.

Hunde sind tolle Spielkameraden, aber brauchen viel Zeit

Hunde sind treu und loyal und eignen sich, wenn es sich nicht um schwierige Rassen handelt, bestens für Kinder. "Als Rudeltiere suchen sie den Kontakt zu ihren Besitzern und lassen sich gerne streicheln. Das ist für Kinder natürlich toll", erklärt Daniela Rickert von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Dass Hunde sich gerne bewegen, verspielt sind und gerne Tricks lernen, macht sie zu idealen Spielkameraden.

Nicht vergessen dürfen Eltern, dass Hunde viel Aufmerksamkeit und Zeit brauchen - alleine fürs Gassigehen sind täglich zwei Stunden einzuplanen - und gut erzogen werden müssen, damit sie gehorchen. Eigenständig für einen Hund sorgen können Kinder frühestens mit zwölf oder 13 Jahren.

Auch die Haltungskosten sind nicht zu unterschätzen. Pro Monat sollte die Familie mindestens 50 Euro einkalkulieren. Je nach Futterbedarf des Hundes und örtlichem Hundesteuersatz kann die Summe noch höher ausfallen. Bei einer Lebenserwartung von rund 14 Jahren kommt einiges zusammen. Bei älteren Tieren steigen meistens auch die Tierarztkosten.

Katzen sind verschmust, aber sehr eigensinnig

Katzen sind bei weitem nicht so anhänglich wie Hunde und lassen sich nicht dressieren. Dennoch können sie das Leben von Kindern bereichern. Sie sind sehr verschmust und genießen es, gestreichelt zu werden. Sie können außerdem Trost und Ruhe spenden. "Was klar sein muss, ist, dass Katzen sehr unabhängig sind und verschwinden, wenn ihnen etwas nicht passt. Damit müssen die Kinder zurechtkommen", sagt Nolte. Wenn ein Kind fürsorglich und interessiert ist, kann es schon mit sechs oder sieben Jahren einen Teil der Katzenpflege übernehmen.

Katzen können bis zu 18 Jahren alt werden. Im Unterhalt sind sie nicht so teuer und zeitintensiv wie Hunde, die täglich mehrmals ausgeführt werden müssen. Aber auch für eine Katze sollte sich ein Kind täglich ein bis zwei Stunden Zeit nehmen.

Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere

Meerschweinchen sind niedlich und können Kindern viel Freude machen. Wichtig ist, dass sie nicht alleine gehalten werden und dass Kinder behutsam mit ihnen umgehen. "Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere, die es mögen, ständig herumgetragen und geknuddelt zu werden", erklärt Dudla. Selbst wenn sie bei richtiger Behandlung durchaus zutraulich werden, eignen sie sich eher als Tiere zum Beobachten.

Da sie dank ihrer Neugier gerne selbst gebaute Landschaften erkunden und sehr sozial sind, ist es spannend, ihnen zuzusehen. Das Alter, ab dem Kinder Meerschweinchen selbstständig versorgen können, liegt bei etwa acht Jahren. Für Futter und Einstreu sind pro Monat weniger als zehn Euro nötig.

Vögel niemals alleine halten

Ähnliches gilt für Vögel wie Wellensittiche und Kanarienvögel. Manche werden zutraulich und fliegen ihrer Bezugsperson auch schon einmal auf die Schulter, doch sind es vor allem Tiere zum Beobachten. Wichtig ist, sie mindestens zu zweit zu halten. Handelsübliche Käfige sind oft zu klein, besser ist eine kleine Voliere und die Möglichkeit, die Vögel ab und zu frei im Zimmer fliegen zu lassen.

Eignet sich ein Tier aus dem Tierheim?

Grundsätzlich ist es natürlich nicht zu leugnen, dass gerade in Tierheimen auch viele "Problemtiere" auf einen neuen Besitzer warten. Das kann bedeuten, dass diese Tiere in ihrem Leben bereits einiges erfahren mussten und daher zum Beispiel nicht mehr so zutraulich sind oder sogar beißen und sich für eine Vermittlung an eine Familie nicht eignen. Doch es gibt auch eine ganze Menge Tiere, die schweren Herzens dort abgegeben wurden und sich ganz wunderbar in eine neue Familie eingliedern könnten. Hier ist es wichtig, ausführlich mit den Betreuern zu sprechen, die Vorgeschichte und auch das Alter des Tieres zu erfahren und explizit darauf hinzuweisen, dass das Tier mit Kindern zusammenleben wird. Die Mitarbeiter des Tierheimes werden dann helfen, das geeignete Haustier zu finden, mit dem gemeinsam man noch viele glückliche Jahre verbringen kann.

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