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Essensregeln  

So bringen Sie Ihrem Kind Tischmanieren bei

07.04.2016, 14:01 Uhr | dpa-tmn

So bringen Sie Ihrem Kind Tischmanieren bei. Tischmanieren: Warum man mit Essen nicht spielt, müssen Kinder erst verstehen. (Quelle: dpa/tmn)

Warum man mit Essen nicht spielt, müssen Kinder erst verstehen. (Quelle: dpa/tmn)

Dass Kinder beim Essen kleckern und krümeln, lässt sich selten vermeiden. Essensregeln können sie aber trotzdem lernen. Das funktioniert aber nur, wenn die Eltern gute Vorbilder sind. Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Kind Tischmanieren beibringen und nennen Essenregeln, die Kinder ab vier Jahren einhalten sollten.

Karlotta, 20 Monate alt, liebt es, Erbsen über den Tisch zu kullern. Ihr Freund Nick findet es witzig, mit dem Löffel Soßenkreise neben den Teller zu malen. Ihre Eltern sind davon wenig begeistert, denn die Regel "Mit Essen spielt man nicht" können schon kleine Kinder lernen. Dabei hilft vor allem das gute Vorbild. Außerdem sollten Eltern motivieren, viel loben und erklären. So schaffen sie es, Essensregeln einzuführen, ohne die gemeinsame Mahlzeit zum Kampf werden zu lassen.

Mit Fingern essen ist in Ordnung - bis zu einem gewissen Alter

Bekommen Babys den ersten Brei, langen sie mit den Fingern hinein, rühren herum, lutschen sie ab. "Die Kinder spielen nicht, sie sammeln mit der Hand Informationen über die Konsistenz der Nahrung. Sie nutzen die Finger zum Essen", erklärt Ursula Viereck, Leiterin der Kita Otto-Brenner-Straße in Hamburg, die einen Schwerpunkt auf Ernährungserziehung gelegt hat.

BENIMMREGELN
Welche Benimmregeln erwarten Sie von Ihren Kindern?

Auch bei Zweijährigen ist es völlig in Ordnung, wenn sie mit den Händen essen - sie sind ihre Werkzeuge. Wollen Eltern ihren Nachwuchs an Gabel und Löffel heranführen, sollten sie vor allem motivieren, rät Heidemarie Arnhold, Vorsitzende des Arbeitskreises Neue Erziehung in Berlin. Landen Dreiviertel der Erbsen neben dem Teller statt im Mund, helfe ein "Das schaffst du schon, nimm ein paar weniger Erbsen" mehr als elterliches Schimpfen und Stöhnen.

Eltern müssen gute Tischmanieren bei gemeinsamen Mahlzeiten vorleben

Welche Tischregeln Eltern durchsetzen, hängt von ihren eigenen Gewohnheiten ab. "Sie können dem Kind nicht etwas aufdrücken, was Sie selbst nicht leben", sagt Arnhold. Wer beim Essen Zeitung liest, darf sich nicht wundern, wenn das Kind auf sein Bilderbuch besteht. Und stehen die Eltern auf, sobald ihr Teller leer ist, können sie schlecht vom Nachwuchs verlangen, dass er sitzen bleibt, bis alle fertig gegessen haben.

Möchten Eltern ihren Kindern Essensregeln beibringen, müssen sie vor allem eines tun: gemeinsam essen, statt ihnen einen Teller vorzusetzen. "Versuchen Sie, mindestens eine Mahlzeit am Tag zusammen mit dem Kind einzunehmen", rät Arnhold.

Sättigungsgefühl entwickeln

"Für Kleinkinder ist das Auffüllen interessant", erklärt Ursula Viereck. So wie sie Sand hin- und herschaufeln, machen sie es auch mit Essen. Durch die Begleitung der Erwachsenen lernten sie, dass man sich vom Essen nur so viel nimmt, wie man aufessen kann. Mit der Zeit entwickelten sie ein Gefühl dafür, wie viel sie essen können, bis sie satt sind.

Wer satt ist, darf vom Tisch aufstehen

"Wenn Sie Kinder beobachten, sehen Sie, dass die mit hoher Ernsthaftigkeit beim Essen sind, solange sie Hunger haben", sagt Viereck. Fangen die Mädchen und Jungen mit dem Spielen an, sind sie meistens satt. Dann sollten Eltern sagen: "Du bist jetzt satt", damit das Kind lernt, das Wort mit einem Gefühl zu verbinden.

Pizza essen vor dem Fernseher ist auch mal erlaubt

Kinder lernen Tischregeln nicht von heute auf morgen. Sie müssen sie immer und immer wieder vorgelebt bekommen und üben. Das bedeutet aber nicht, dass Eltern sich sklavisch an sie halten müssen. Gilt normalerweise: "Wir essen am Tisch", kann die Familie trotzdem guten Gewissens vor dem Fernseher Pizza knabbern. Es sollte nur klar sein, dass es eine Ausnahme ist.

Der Teddy darf mitessen, das Buch ist tabu

Kinder dürfen am Esstisch nicht im Bilderbuch blättern oder spielen. Aber es gibt eine Ausnahme: Der Teddy am Tisch ist in Ordnung, denn mit einem Lätzchen umgebunden kann er helfen, Tischregeln zu üben. "Darf der Teddy mit der Pfote ins Essen?" Nein! "Darf der Teddy Essen auf den Boden werfen? Auch nicht!" Das Kind lerne so spielerisch die Regeln kennen, erklärt Heidemarie Arnhold vom Arbeitskreis Neue Erziehung in Berlin.

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