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US-Waffenlobby schreibt Grimms Märchen um

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Gretel als Scharfschützin  

US-Waffenlobby schreibt Grimms Märchen um

26.03.2016, 16:16 Uhr | Thomas Haslböck, dpa

US-Waffenlobby schreibt Grimms Märchen um. Die US-Waffenlobby NRA macht deutsche Märchenfiguren zu Schützen.  (Quelle: NRA)

Die US-Waffenlobby NRA macht deutsche Märchenfiguren zu Schützen. (Quelle: NRA)

Mit neuen Fassungen klassischer Märchen, darunter auch von den Brüdern Grimm, will der US-Waffenverband NRA Kinder für Schusswaffen begeistern. Der Unterschied zu den Originalgeschichten: In der NRA-Version tragen die Märchenfiguren Gewehre und drücken ab.

Zwei dieser Erzählungen hat die Organisation schon auf einer Webseite veröffentlicht - "Rotkäppchen" sowie "Hänsel und Gretel". Gleich beim Grimmschen Märchen "Hänsel und Gretel" geht es zur Sache: Gretel erlegt mit geübtem Schuss einen stattlichen Hirschbock, der friedlich aus einem Fluss trinkt. "Sie und Hänsel häuten das Wild und machten sich auf den Heimweg, sie konnten ihr Glück kaum fassen".

Kleine Scharfschützen

Auch weitere hinzugedichtete Szenen wirken befremdlich: "Glücklicherweise wurden sie im sicheren Umgang mit Waffen unterrichtet und waren seit Kindesbeinen mit ihren Eltern auf der Jagd", heißt weiter im Grimmschen Märchen. 

Notwehr gegen den Wolf

Im Falle von Rotkäppchen genügt das Entsichern der Waffe, um die Großmutter vor dem Wolf zu schützen. "Oh, wie der Wolf es hasste, wenn Familien gelernt hatten, sich selbst zu verteidigen", heißt es dort. Verfasst hat die Geschichten die Kinderbuchautorin und Bloggerin Amelia Hamilton.

Perfide Argumentation

"Die Originalmärchen sind sehr gewalttätig. Würde man Kindern mehr über Sicherheit beibringen, ließen sich die darin geschilderten Situationen vermeiden", sagte Hamilton in einem Interview der NRA-Sendung "Cam & Co". Im Mai will die Autorin eine Neuversion von "Die drei kleinen Schweinchen" veröffentlichen.

Scharfe Kritik 

Anti-Waffenvereinigungen kritisieren Hamiltons Kurzerzählungen scharf. Dan Gross, Präsident der "Brady Campaign to Prevent Gun Violence", teilte mit: "Märchen machen natürlich viel mehr Spaß als die harte Wahrheit, dass in Amerika jeden Tag beinahe 50 Kinder und Jugendliche durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden."

Einfacher Zugang zu Waffen

Der einfache Zugang zu Gewehren und Pistolen führt in den USA immer wieder dazu, dass selbst Kleinkinder sich selbst oder andere Menschen damit verletzen. Erst vor zwei Wochen hatte ein Vierjähriger seiner Mutter bei einer Autofahrt versehentlich in den Rücken geschossen.

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