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Junge Deutsche ziehen im EU-Vergleich früh aus

24.05.2012, 14:24 Uhr | dpa

Junge Deutsche ziehen im EU-Vergleich früh aus . Junge Erwachsene in Deutschland ziehen im Durchschnitt erst mit 25 Jahren zuhause aus.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Junge Erwachsene in Deutschland ziehen im Durchschnitt erst mit 25 Jahren zuhause aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Hotel Mama" - junge Erwachsene genießen lange die Annehmlichkeiten im Elternhaus. Das gilt in anderen europäischen Ländern noch viel stärker als in Deutschland. Überall ziehen aber die Töchter früher zu Hause aus als die Söhne.

Töchter ziehen früher aus

Junge Leute verlassen ihr Elternhaus in Deutschland früher als in den meisten anderen EU-Ländern. Überall gilt jedoch: Töchter kehren ihren Eltern früher den Rücken als Söhne, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am 23. Mai in Wiesbaden mitteilte. "Das liegt vor allem daran, dass sie früher heiraten oder mit ihrem Partner zusammenleben."

Jeder fünfte junge Mann lebt bei den Eltern

Etwa jeder fünfte Mann im Alter von 25 bis 34 Jahren lebt dem Institut zufolge gegenwärtig bei mindestens einem Elternteil. Von den gleichaltrigen Frauen ist es nur jede Zehnte.

Im EU-Ausland lebt jeder dritte Mann im "Hotel Mama"

Der Durchschnittswert für die 27 EU-Staaten liegt bei beiden Geschlechtern deutlich höher: Mehr als jeder dritte Mann wohnt noch mit Mutter, Vater oder beiden zusammen. Von den längst erwachsenen Töchtern dieser Altersgruppe ist es gut jede Fünfte.

Die Süd- und Osteuropäer bleiben am längsten

Am längsten halten es junge Leute in Süd- und Osteuropa zu Hause aus: Im EU-Beitrittskandidat Kroatien beispielsweise leben 77,5 Prozent der 25- bis 34-jährigen Männer und mehr als jede zweite Frau dieser Altersgruppe noch im Haushalt ihrer Eltern.

Dänen und Niederländer sind "Nestflüchter"

Auch in Italien, Griechenland und Bulgarien wohnt über die Hälfte der jungen Männer im elterlichen Haushalt. Ganz anders ist das in den Niederlanden und Skandinavien: In Dänemark sind es nur zwei Prozent der Männer und weniger als ein Prozent der Frauen.

Kosten und Traditionen als Ursache

Finanzielle Gründe und unsichere Arbeitsverhältnisse sind eine wichtige Ursache, lange bei den Eltern zu bleiben, wie die Fachleute feststellen. Kulturelle Faktoren spielten aber auch eine Rolle: "In Süd- und Osteuropa ist es durchaus üblich, dass Kinder mit häuslicher Unterstützung bei den Eltern rechnen", so Christian Fiedler vom BiB. "Dagegen suchen junge Erwachsene in Skandinavien sehr schnell die räumliche Eigenständigkeit." Im Süden zögen junge Erwachsene oft erst mit der Heirat aus. Im Norden gründeten sie dagegen bereits einen eigenen Haushalt, wenn sie mit einer Ausbildung beginnen, ins Berufsleben einsteigen oder mit ihrem Partner zusammenziehen wollten.

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