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Therapien bei ADHS: Konzentration mit Neurofeedback trainieren

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Therapien bei ADHS  

ADHS-Kinder können ihre Konzentration mit Neurofeedback trainieren

30.01.2015, 15:40 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Therapien bei ADHS: Konzentration mit Neurofeedback trainieren. Eine Behandlung mit Neurofeedback kann Kindern mit ADHS helfen. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Biofeedback e.V.)

Eine Behandlung mit Neurofeedback kann Kindern mit ADHS helfen. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Biofeedback e.V.)

Das Kind hat ADHS, bekommt eine Pille und das Problem ist gelöst. So einfach ist es eben doch nicht. Auch wenn nach Meinung von Spezialisten immer noch zu viele Medikamente verschrieben werden, so nimmt die Zahl der Verschreibungen doch langsam aber sicher ab. Man hat erkannt, dass die Behandlung von ADHS eine jeweils individuelle Kombination mehrerer Faktoren beinhalten sollte, um wirklich erfolgreich zu sein. Immer mehr in den Fokus rückt hier das Neurofeedback.

Wissenschaftlich untermauert ist, dass Neurofeedback-Training bei Kindern mit ADS und ADHS die Aufmerksamkeitsabbrüche reduzieren und dem Kind helfen kann, Gelassenheit zu üben. Eine Studiengruppe unter Leitung von Dr. Hartmut Heinrich aus der Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Erlangen fand heraus, dass durch ein Neurofeedback-Training die Symptomatik bei "Unaufmerksamkeit" und "Hyperaktivität-Impulsivität" um bis zu 30 Prozent reduziert werden kann. Umgerechnet auf den Alltag Betroffener ist das eine enorme Verbesserung der Lebensqualität.

Das bestätigt Axel Kowalski vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback. Für ihn ist Neurofeedback ein wichtiger Ansatz, aber kein Allheilmittel. "Vorausgesetzt man hat die Idealkombination - Motivation des Kindes, Verständnis für die Problematik bei Eltern und Lehrern - dann kann Neurofeedback sehr viel bewirken."

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Mit Neurofeedback Aufmerksamkeit trainieren

Die elektrische Aktivität der Hirnrinde besteht aus langsamen und schnellen Frequenzen, diese Wellen bewegen sich im Kontinuum. Je nachdem, was wir tun und wie konzentriert wir sind, verändern sich die Wellenbereiche. Ähnlich wie bei einer Taschenlampe, deren Lichtkreis man immer enger dreht, versucht man, das Gehirn des Kindes mithilfe von Belohnung darauf zu trainieren, genau die Frequenzen zu erzeugen, bei denen Aufmerksamkeit herrscht. So hofft man, dass der Patient dann in der Lage ist, dieses Verhalten auch in anderen Situationen abrufen zu können.

Lehrer in ADHS-Therapie einbeziehen

Wie muss man sich Neurofeedback vorstellen? Das Kind sitzt vor einem Computer. Seine Gehirnströme werden über Messelektroden abgeleitet und steuern, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Mit der Kraft der Gedanken können so zum Beispiel Bälle ins virtuelle Tor verfrachtet, kleine Käfer durch Labyrinthe geführt oder Filme am Laufen gehalten werden. So lernen die Kinder, sich besser zu konzentrieren und ihr Verhalten zu steuern. Dabei entwickeln sie eigene Strategien, die sie zwar oft nicht in Worte fassen können, die aber funktionieren.

Um die Übertragung in den Alltag zu üben, wird in manchen Fällen der Bildschirm ausgestellt und die Aktivierung findet allein über die Vorstellungskraft statt. "Das ist eine Transfermethode", erklärt der Diplompsychologe. "Viel besser aber ist es, wenn man Situationen, die im Alltag nicht funktionieren, in der Therapie einbringt. Und wenn zum Beispiel die Lehrer nicht freiwillig ins Boot kommen, dann zeichnet einen guten Therapeuten aus, dass er auch mal in die Schule geht." Denn wenn alle zusammenarbeiten, ist der Alltag für das ADHS-Kind und mit ihm leichter.

Das Kind muss motiviert sein

Bei der Neurofeedback-Methode kann das Kind aktiv mitarbeiten. Es sieht selbst, dass es dem Sturm der Reize nicht hilflos ausgeliefert ist. Wird es von seinen Eltern unterstützt und motiviert, das Gelernte in den Alltag zu übertragen und immer wieder zu üben, sind die Erfolge beachtlich.

Ein weiterer Vorteil: Die positiven Ergebnisse des Neurofeedbacks bleiben über einen längeren Zeitraum erhalten, die Therapie scheint eine nachhaltige Wirkung zu haben. "Sehr häufig können die Medikamente auf diese Weise reduziert werden", so Kowalski.

Wann die Krankenkasse die Kosten übernimmt

Da die Wirkung von Neurofeedback bei ADHS und ADS wissenschaftlich nachgewiesen ist, wird sie in bestimmten Fällen von der Krankenkasse bezahlt. Dazu sagt Ann Marini vom GKV-Spitzenverband: "Neurofeedbacktechniken können bei der entsprechenden Indikation im Rahmen der ergotherapeutischen Heilmittel zur Behandlung von ADHS-Patienten eingesetzt werden." Voraussetzung für den Einsatz der Technik sei aber, dass mit Neurofeedback das Behandlungsziel in realistischer Weise erreicht werden könne.

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