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Endlich Windelfrei: Sauberkeitserziehung bei Kleinkindern

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Sauberwerden  

Wann sollen Kinder ohne Windeln auskommen?

08.01.2016, 13:37 Uhr | mmh; ots, dpa, t-online.de

Endlich Windelfrei: Sauberkeitserziehung bei Kleinkindern. Vor allem im ersten Jahr verbringen Eltern unzählige Minuten mit dem Wickeln ihrer Kleinen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem im ersten Jahr verbringen Eltern unzählige Minuten mit dem Wickeln ihrer Kleinen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Tonne Windeln verbraucht ein Kind in den durchschnittlich drei Jahren Wickelzeit. Irgendwann wollen die Kleinen aber auch wie die Großen auf die Toilette gehen. Dann beginnt das Kapitel "Sauberkeitserziehung" , das wiederum viel Geduld erfordert. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Und was können Eltern unternehmen, wenn es doch nicht klappt? Diese Tipps für die Sauberkeitserziehung helfen Ihnen. In unserem Quiz können Sie außerdem Ihr Wissen in Sachen Wickeln und Sauberkeitserziehung testen - bestehen Sie Ihr Wickel-Diplom?

Meist ist der Eintritt in den Kindergarten der Stichtag, an dem ein Kind zumindest tagsüber ohne Windeln auskommen sollte. Zumindest fordern viele Erzieherinnen das ein, damit der Tagesablauf funktioniert, denn Zeit für das Wickeln haben sie nicht. Außerdem ist zu befürchten, dass Kinder von Gleichaltrigen gehänselt werden. Das übt allerdings oft Druck auf Eltern und Kind aus. Experten sagen, dass Kinder von sich aus erst mit vier oder fünf Jahren trocken wären.

Manche Eltern beginnen schon sehr früh mit dem Töpfchen-Training, mit einem oder anderthalb Jahren. Das mag manchmal auch erfolgreich sein, Experten nennen es allerdings Dressur, die das Kind zu sehr unter Druck setzt und sogar schädlich sein kann. Es sei kein bewusstes Sauberwerden. Das kindliche Gehirn kann nämlich erst mit zwei oder zweieinhalb Jahren die Ausscheidungsfunktion kontrollieren und den komplizierten Zusammenhang herstellen zwischen voller Windel, dem Drang und dem Ausscheidungsvorgang. Dann erst kann es den Lernschritt vollziehen, dass der Drang das Signal ist, zu sagen "ich muss aufs Töpfchen".

Irgendwann klappt es sicher

Mit der Blasenkontrolle ist es wie mit dem Laufen. Irgendwann klappt es einfach. Das Sauberwerden ist ein Reifungsprozess, der nach ziemlich festen Regeln abläuft. "Kinder werden durchschnittlich mit 28 Monaten tagsüber trocken und mit 33 Monaten nachts - egal ob mit oder ohne Sauberkeitstraining", erklärt Privatdozentin Dr. Gabriele Haug-Schnabel, Verhaltensbiologin an der Universität Freiburg, im Apothekenmagazin "Baby und Familie". Vorher spüren Kinder ihre Blase viel zu wenig, weil die Nervenverbindungen noch nicht reif sind. Mit etwa fünf Jahren sind die meisten Kinder sauber.

Nicht drängen

Stundenlanges Sitzen auf dem Töpfchen beschleunigt den Reifeprozess natürlich nicht. Ihren Stuhl können Kinder meist eher als ihre Blase kontrollieren. Der Grund: Die Signale sind eindeutiger. Eltern sollten in Ruhe abwarten, bis ihr Kleines sauber wird, aber auch gut beobachten, ob das Kind von selbst zeigt, dass es "muss". Dann sollte es natürlich unterstützt werden und wird bald stolz sein, schon wieder etwas Neues gelernt zu haben. Und wenn Oma oder Opa drängeln, weil Kinder früher angeblich viel schneller sauber wurden, heißt es cool bleiben. "Man war nicht eher trocken. Man saß nur häufiger auf dem Töpfchen", ist sich Expertin Haug-Schnabel sicher.

Ohne ein wenig Geduld geht es nicht

Sanfte Unterstützung ist allerdings erlaubt. Dann werden Mädchen meist mit zweieinhalb, Jungs mit drei Jahren sauber. Erst nach dem vierten Lebensjahr sollte man sich Gedanken über nächtliches Einnässen machen und mit dem Kinderarzt über eine eventuelle Entwicklungsverzögerung sprechen, aber auch hier gibt es einfach Spätzünder. Häufiges Üben bremst nur. Irgendwann merken Kinder, dass sie die Muskulatur anspannen und entspannen können. Von da an dauert es mindestens noch sechs bis acht Wochen, bis die Kinder tagsüber trocken sind.

Ersatzkleidung sollte in dieser Phase immer griffbereit sein, denn in Ausnahmesituationen vergessen Kinder dann doch manchmal, die Signale zu deuten und auf die Toilette zu gehen. Bei spannenden Geschichten oder wenn sie völlig in ein Spiel versunken sind. Auch wenn Kinder erschrecken, unter Stress stehen oder krank werden. Wichtig für Eltern: Geduld haben und auf keinen Fall schimpfen.

Trinkmenge dosieren

"Mit dreieinhalb oder vier Jahren nässen noch zwei von fünf Kindern ein. Das ist völlig normal und noch kein Grund, einen Arzt aufzusuchen", sagt Dr. Daniela Marschall-Kehrel aus Frankfurt. Ganz wichtig sei, dass das Kind vor fünf Uhr nachmittags etwa dreiviertel seiner Trinkmenge getrunken habe, betont sie. "Abends aber bitte das Kind nicht dursten lassen, denn das macht kein Kind trocken."

"Einige Kinder bilden nachts große Urinmengen, da es ihnen an einem bestimmten Hormon mangelt, das nachts die Nieren runterregelt", erklärte die Urologin. "Irgendwann ist die Blase dann voll und läuft über." Andere Kinder trinken falsch. Sie nehmen tagsüber nur wenig Flüssigkeit zu sich. "Nach der Schule oder dem Kindergarten kommen sie entsetzlich durstig nach Hause und trinken abends ihre Hauptportion", weiß die Medizinerin. "Und dann läuft in der Nacht die Blase über."

Manche Getränke regten zudem die Nieren an. Hierzu zählten Limonade, Cola und Eistee. Diese sollte man nach 17 Uhr besser meiden. Eine kleinere Gruppe von Kindern leide an einer Speicherstörung der Blase. Das führe dazu, dass die Kinder eher mehrmals in der Nacht mit kleineren Portionen einnässen. "Was nahezu alle Kinder gemeinsam haben, ist eine erschwerte Erweckbarkeit", erläuterte Marschall-Kehrel. "Sie nehmen die Signale ihrer Blase nicht ausreichend wahr, und ihnen gelingt es nicht aufzuwachen, um die Toilette aufzusuchen."

Die geeignete Jahreszeit - gibt es so etwas?

Oft hört man "Im Sommer kann er ohne Windeln laufen!" Natürlich ist eine nasse, klamme Hose im Winter wesentlich unangenehmer als ein nasser Popo im Sommer. Doch ist es umstritten, ob das unangenehme Gefühl wirklich den Lernerfolg fördert. Außerdem sollen die kleinen Nacktfrösche ja trotzdem lernen, an einem bestimmten Ort sich zu entleeren und nicht im Planschbecken oder am Blumenbeet.

Große Show oder stilles Örtchen?

Dezent steht das kleine Töpfchen im Bad neben der großen Toilette, der Inhalt kann dann dezent entsorgt werden. Manche Eltern schwören darauf, dass Kinder durch Lob motiviert werden und stellen das Töpfchen-Gehen in den Mittelpunkt. Das Töpfchen wandert in der Wohnung umher, je nach dem wo es gerade gebraucht wird, und das Publikum kommentiert das Geschehen. Dann allerdings wird der Absprung schwerer, allein auf die "große" Toilette zu gehen. Immer häufiger finden sich in den Badezimmern junger Familien eigene Kindertoiletten in Höhe und Größe der Zielgruppe angepasst. Schick, wenn Platz genug ist. Allerdings muss man sich gut überlegen, wie lange diese Toilette benutzt wird und wie sinnvoll die Investition ist.

Eigene Rituale können helfen

"Mein Sohn zog sich für das große Geschäft immer eine Windel an und versteckte sich hinter dem Vorhang", "meine Tochter brauchte immer Publikum auf der Toilette und im Sitzen hielt sie große Reden vor ihren Freundinnen oder ihrem Bruder", so erzählen Mütter von ihren Erfahrungen. Kinder entwickeln ihre eigenen Rituale, so wie auch manche Erwachsene auf der Toilette lesen oder Kreuzworträtsel lösen.

Hygiene beachten

Von Anfang an sollten Eltern darauf achten, dass sich Kinder richtig abwischen und anschließend die Hände waschen. Bei Mädchen besonders wichtig: Von vorne nach hinten wischen, damit keine Keime in die Scheide gelangen.

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