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Maden-Infektion im Kinderdarm: Unangenehm und stark verbreitet

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Maden-Infektion im Kinderdarm  

Kleine Parasiten rauben den Schlaf

15.08.2012, 12:34 Uhr | dapd, dpa

Maden-Infektion im Kinderdarm: Unangenehm und stark verbreitet. Parasiten: Die lästigen Darmbewohner rauben Kindern den Schlaf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Parasiten: Die lästigen Darmbewohner rauben Kindern den Schlaf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sind kleine Kinder tagelang knatschig, unausgeschlafen und unkonzentriert, sollten Eltern hellhörig werden. Klagen sie noch dazu über schreckliches Afterjucken, vor allem in der Nacht, kann das ein Alarmsignal für eine Infektion mit Madenwürmern sein. Diese Infektion ist höchst unangenehm und doch ziemlich stark in Deutschland verbreitet, vor allem bei kleinen Kindern. Wir sagen warum das so ist und was hilft.

Bis zu 40 Prozent der Kinder haben Madenwürmer

Kaum zu glauben, aber die Madenwürmer sind sehr verbreitet in Deutschland, wie Heike Stahlhut, Biologin beim Deutschen Grünen Kreuz in Marburg, erläutert. Die winzig kleinen, weißen Parasiten, die den menschlichen Darm besiedeln, plagen vor allem Kinder zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr. Schätzungsweise 20 bis 40 Prozent der Kinder in diesem Alter sind gelegentlich Madenwurmträger. In Deutschland gehören Madenwürmer, Spulwürmer und Bandwürmer zu den häufigsten Wurmarten. Madenwürmer (Oxyuren) verursachen die meisten parasitären Infektionen des Darmes in Westeuropa und in den USA - bleiben sie unentdeckt, können die Kinder die ganze Familie anstecken.

Tabuthema, aber nicht meldepflichtig

Die Erkrankung, die weltweit schätzungsweise die Hälfte aller Menschen einmal im Leben befällt, sei unangenehm und lästig, aber harmlos, erklärt Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Berlin. Nur ganz selten kommt es zu ernsthaften Komplikationen. Madenwürmer sind zwar hierzulande ein Tabuthema, aber nicht meldepflichtig. Die Vorstellung, dass Würmer im Verdauungstrakt des Kindes lebten und sich als Schmarotzer vom Darminhalt ernährten, sei jedoch für viele Eltern erschreckend, sagt Stahlhut.

Nachts kriechen die Würmchen

Warum sich vor allem kleinere Kinder häufig anstecken, ist einfach zu erklären: Die Eier des Madenwurms sind vor allem auf Kotresten in der Erde oder im Sand auf Spielplätzen zu finden. Aber auch auf Nahrungsmitteln oder Spielzeug. Und weil Kinder beim Spielen gern ihre verschmutzen, sandigen Finger in den Mund nehmen, landen die infektiösen Eier schnell in ihrem Darm. Dort besiedeln sie die Schleimhäute und entwickeln sich zu ausgewachsenen Würmern von etwa drei bis zwölf Millimeter Länge.

Nachts, wenn das Kind schläft, kriechen die weiblichen Madenwürmer aus dem Po und legen ihre Eier in nächster Umgebung ab, meist in den Falten um den After herum. Die von den Parasiten ausgeschiedenen Substanzen lösen den heftigen Juckreiz aus. Das Kind kratzt sich im Schlaf, die Eier gelangen unter die Fingernägel, später wieder in den Mund oder auf Spielsachen.

Kreislauf der Ansteckung

"Weil kleine Kinder an Fingern lutschen oder Hände abschlecken, stecken sie sich so immer wieder selbst an", sagt Stahlhut. Und oft auch noch ihre Geschwister, indem sie einen Schnuller anfassen und weiterreichen. Oder aber die Eltern. Auch Erwachsene sind vor den weißlichen, fadendünnen Würmern nicht gefeit. Gelangen sie nicht durch den Mund in den Körper, sind die Eier des Madenwurms nur 20 Tage lang lebensfähig. Sie haften in den Bettlaken, an Kleidern oder Hausstaub.

Mit Tesafilm den Wurm aufspüren

Dass sich Madenwürmer im Körper eingenistet haben, bleibt häufig unbemerkt. Nur in Einzelfällen komme es zu Entzündungen in der Darmschleimhaut oder gar zu Bauchkrämpfen, erklärt die BZgA. In jedem Fall schlaucht der nächtliche Juckreiz aber ganz ordentlich. Infizierte Kinder, die sich nachts ständig kratzen, schlafen nicht mehr durch. Sie sind am nächsten Tag wie gerädert, unkonzentriert, schlecht gelaunt.

Alarmierte Mütter und Väter könnten von sich aus einen "Tesafilm-Test" machen, bevor sie mit dem Nachwuchs zum Arzt gehen, rät Stahlhut. Morgens wird ein Klebestreifen auf den Bereich um den After geklebt und sofort wieder abgezogen. Der Mediziner kann dann unter dem Mikroskop die Eier sehen, die daran haften blieben. Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu erkennen.

Strenge Hygiene ist Pflicht

Ist der Befall eindeutig, verschreibt der Arzt in der Regel erst einmal ein Wurmkur-Medikament. Und dann muss die ganze Familie strenge Hygiene-Regeln einhalten: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und immer auch nach dem Spielen im Freien. Die Fingernägel kurz schneiden. Tägliches Wechseln von Wäsche und Bettwäsche. "Wer sich dran hält, wird die lästigen Parasiten auch wieder los", versichert Stahlhut.

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