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Schlafforschung: Familienbett - was bringt das? Vor- und Nachteile

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Schlafen  

Ella und Stefan: Familienbett schadet dem Liebesleben nicht

04.07.2012, 19:25 Uhr | t-online.de

Die meisten Eltern bevorzugen eine Variation des Prinzips Familienbett: Die Kinder schlafen im eigenen Bett ein, dürfen aber jederzeit nachts zu den Eltern kommen. Ella und Stefan, beide 41, haben sich für ein reines Familienbett entschieden. Allerdings erst nach einer schwierigen Anlaufphase. Wie es zu der Entscheidung kam und wie sich das Ganze entwickelt hat, verraten sie im Gespräch mit der Elternredaktion von t-online.de.

War von Anfang an klar, dass es bei Euch ein Familienbett geben würde?

Ella: Nein, ganz und gar nicht. Es war eher ein totaler Kampf mit mir selbst. Denn ich war beim ersten Kind eine der Mütter, die vollkommen ohne Erfahrung direkt aus der Karriere herauskatapultiert wurde und ich versuchte, alles mit dem Kopf zu lösen. Meine innere Stimme wollte bei dem Baby sein, der Verstand war geprägt von Sprüchen wie ‚Dann ist es mit der Zweisamkeit auf ewig vorbei‘. Die Wiege stand zwar anfangs bei mir am Bett, aber nach drei Monaten quartierte ich die Kleine in ihr Zimmer. Und folgte damit, eigentlich schon widerwillig, dem Rat vieler Mütter aus meiner Umgebung.

Stefan:  Das Ende vom Lied war dann, dass sie halbe Nächte völlig zusammengekauert im oder am Bett unserer Tochter verbrachte, selbst noch, als sie schon wieder schwanger war. Und jedes Mal, wenn Ella versucht hat, sich davonzuschleichen oder ich versuchte, sie abzulösen, wurden wir mit verzweifeltem Geschrei konfrontiert. Ich saß also währenddessen untätig im Wohnzimmer und habe mitgelitten. Mit beiden.

Ella: Manchmal wünschte ich, ich könnte hier die Uhr zurückdrehen…

Was war der Anstoß zum Umdenken?

Ella: Eigentlich die Geburt unserer zweiten Tochter ein knappes Jahr später. Sie war von Anfang an ein unkomplizierter Schläfer und sobald sie neben Juliane schlief, schlief auch die. Allein das Atemgeräusch schien sie schon zu beruhigen. Nach einem Urlaub, in dem wir alle zusammen auf einer Riesenmatratze in einem Heuschober übernachtet haben, war für mich klar: Das ist der richtige Weg. Egal, was all die anderen sagen. Als ich endlich das Familienbett gründete, war Stefan, glaub ich, ziemlich erleichtert.

Stefan: Das kann man wohl sagen. Ehrlich gesagt, habe ich das nie verstanden, warum das Baby nicht zu uns ins Bett kann. Ich war mir von Anfang an sicher, dass wir alle mehr Schlaf bekämen, wenn wir dem für mich natürlichen Wunsch des Kindes einfach nachgeben würden. Aber ich wollte Ella nicht reinreden. Ich merkte ja auch, dass sie versuchte, alles richtig zu machen und irgendwann völlig verwirrt war. Was für andere vielleicht richtig ist, fühlte sich für uns einfach falsch an. Und ich bin froh, dass wir jetzt alle zusammen schlafen.

Alle zusammen bedeutet sechs Leute in einem Bett…

Ella: Ja, das stimmt. Nach der Geburt der Zwillinge wurde es echt eng bei uns. Aber Gott sei Dank ist Stefan ein Heimwerker. Er hat einfach angebaut ans Bett. Unser Schlafzimmer ist jetzt eigentlich nur noch Schlafstätte – aber sehr gemütlich. Und die beiden Großen sind ja inzwischen in der Schule und ziehen normalerweise ihre eigenen Betten unserem vor. Aber manchmal landen sie dann doch noch bei uns. Wenn sie krank sind, sie etwas sehr beschäftigt oder sie schlecht geträumt haben. Und wahrscheinlich ist auch der Kuschelfaktor einfach zu verlockend.

Es gibt ja immer wieder zahlreiche Kritikpunkte am Familienbett. Angefangen von der Gefahr fürs Kind bis hin zu der These, dass das Kind nicht lernt, selbstständig zu schlafen. Wie geht Ihr damit um?

Stefan: Eine Gefahr für die Kinder habe ich nie gesehen. Im Gegenteil. Ich meine, wir nehmen ja keine Drogen oder betrinken uns so, dass wir out of order sind. Denn dass dann Gefahr besteht, ist klar. Aber ich würde mal sagen, dann besteht grundsätzlich Gefahr für die Kinder. Und was das selbstständig ein- und durchschlafen angeht: Wir mussten, seit wir das Familienbett haben, kaum mehr nachts aufstehen. Zum Einschlafen legt sich einer von uns mit hin und wenn die Kleinen nachts aufwachen, dann genügt meist ein "Wir sind ja da", damit sie wieder zurück in den Schlaf finden.

Ella: Auch beim Stillen war das viel einfacher: heranziehen, trinken lassen und dabei einfach weiterschlummern.

Gibt es einen Zeitpunkt, an dem das Familienbett ausgedient hat?

Ella: Irgendwann ist natürlich Schluss für das allnächtliche Miteinander. Spätestens, wenn die Pubertät beginnt. Aber nach unserer Erfahrung stellt sich das Problem gar nicht, denn die Kinder ziehen sich im Lauf der Zeit immer öfter in ihre eigenen Betten zurück. Ob das aber nun mit vier oder mit sechs passiert, wen interessiert das? Die Kinder entscheiden und diese Entscheidung muss von den Eltern dann auch respektiert werden. Davon sind wir fest überzeugt.

Wirkt sich so ein Familienbett nicht negativ auf das Sexleben aus?

Stefan: Wenn es so wäre, hätten wir ja die Zwillinge nicht. Nein, im Ernst, da muss natürlich jedes Paar Wege für sich finden. Es gibt ja nicht nur das Schlafzimmer und letztendlich kann das Liebesleben so sogar deutlich spannender werden. Schließlich muss man ein bisschen kreativ werden.

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