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Windpocken: Alles über über Symptome, Behandlung und Impfung

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Kinderkrankheit Windpocken  

Mehr als Pusteln und Juckreiz - so tückisch sind die Windpocken

14.11.2016, 17:33 Uhr | rev, dpa, t-online.de

Windpocken: Alles über über Symptome, Behandlung und Impfung. Windpocken jucken enorm und sind extrem ansteckend.   (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Windpocken jucken enorm und sind extrem ansteckend. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Windpocken zählen zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes infizieren sich in Deutschland jährlich 750.000 Menschen. Eine Impfung schützt davor. Kinderärzte raten dringend von "Windpocken-Partys"ab. Das müssen Eltern über Windpocken wissen.

Wenn Eltern bei ihren Kindern Symptome der Windpocken bemerken, sollten sie unbedingt zum Arzt gehen. Vorher sollten sie allerdings in der Praxis anrufen und einen direkten Termin vereinbaren, damit sich niemand im Wartezimmer ansteckt. Eine der Tücken von Windpocken ist, dass es kaum Warnzeichen gibt. Während der Inkubationszeit treten zunächst nur unspezifische Symptome wie Unwohlsein oder leichtes Fieber auf.

So verlaufen die Windpocken

Windpocken werden vom Varicalla-Zoster-Virus ausgelöst. Es bilden sich am ganzen Körper rote Knötchen, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und Verkrustungen auf der Haut. Betroffen sind Rumpf, Kopfhaut, Gesicht, Arme und Beine. Selbst der Genitalbereich und die Mundschleimhaut bleiben oft nicht verschont. Nur an Händen und Füßen bilden sich typischerweise keine Ekzeme. 

Die Krankheit verläuft in mehreren Schüben. Dabei treten alle Ausprägungen der Hautveränderungen gleichzeitig auf. "Deshalb spricht man auch von einem 'Sternenkartenbild'", erläutert Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln. "Nach drei bis fünf Tagen hat sich das Vollbild ausgeprägt."

Tinktur lindert Juckreiz

Eine Therapie gegen Windpocken gibt es nicht. Es lassen sich nur die Symptome behandeln; den starken Juckreiz lindert zum Beispiel eine spezielle Tinktur. Auch Zinkschüttelmixturen oder ein Sitzbad in kühlem Wasser mit Kalium-Permanganat sind einen Versuch wert.

Dennoch sind gerade Kinder oft kaum vom Kratzen abzuhalten. Sind aber die nässenden Bläschen geplatzt, können dort leicht Bakterien eindringen. Entzündungen oder Abszesse sind die Folgen. Sie hinterlassen unschöne Narben. 

Windpocken sind sehr ansteckend 

Erkrankte Kinder sind vier bis sechs Tage lang hochansteckend, warnt Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt aus Düsseldorf. Schon bei längerem Aufenthalt im selben Raum kann man sich anstecken. Bereits ein bis zwei Tage vor Ausbruch des Ausschlages können Viren übertragen werden. "Bis das letzte Bläschen abgetrocknet ist, sollten die Kinder zu Hause bleiben." Wenn fünf Tage keine neuen Flecken aufgetreten sind, ist die Ansteckungsgefahr vorüber.

Bloß keine Windpocken-Party

Manche Eltern glauben, es sei gut, wenn Kinder möglichst früh die Krankheit durchmachen und danach immun sind. Deshalb bringen sie bei sogenannten Windpocken-Partys erkrankte und gesunde Kinder für eine gezielte Ansteckung zusammen. Kinderärzte warnen davor.

Allerdings kommt der normale Kindergartenbesuch einer Windpocken-Party beinahe gleich; wegen der großen Ansteckungsgefahr, sobald sobald dort ein Kind erkrankt ist. Kitas sind verpflichtet am Eingang vor ansteckenden Krankheiten zu warnen.

Komplikationen sind bei Windpocken nicht auszuschließen

In den meisten Fällen, vor allem in Kindesalter, verlaufen Windpocken harmlos. Aber ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben 

  • Kinder und Erwachsene mit herabgesetzter Immunabwehr (zum Beispiel Personen vor geplanter Organtransplantation, Krebspatienten oder HIV-Infizierte)
  • Schwangere
  • Neugeborene

Mögliche Komplikationen sind beispielsweise Kleinhirn- oder Gehirnentzündungen, Gefäßwandentzündungen der Hirngefäße und bakterielle Infektionen wie Wundscharlach. Solche komplizierten Verläufe sind jedoch selten.

Windpocken in der Schwangerschaft gefährden das Baby

Varizellen können speziell für Schwangere, die noch keine Windpocken hatten, gefährlich sein: Wenn sie sich vor der 24. Schwangerschaftswoche infizieren, kann das zu einer Fehlgeburt oder zu schweren Schäden beim Embryo führen. Erkrankt die Frau kurz vor oder nach der Entbindung, kann sie die Krankheit auf das Neugeborene übertragen. Da dessen Immunsystem zu diesem Zeitpunkt nur unzureichend ausgebildet ist, verlaufen die Windpocken in diesem Alter besonders schwer - manchmal sogar tödlich.

RKI empfiehlt Impfung gegen Windpocken 

Insgesamt seien die Windpocken seltener geworden, sagt Kahl. Ein Grund: Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, Kinder im Alter zwischen elf und 14 Monaten gegen Windpocken zu impfen. Mindestens vier Wochen später ist eine zweite Impfung nötig. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Die Impfung sei gut verträglich, sagt Kahl. Es könne wie bei jeder Impfung zwar zu Fieber sowie zu Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle kommen - das sei aber selten.

Varizellen können auch Gürtelrose auslösen

Wer in seiner Kindheit keine Windpocken hatte und auch nicht geimpft ist, sollte das nachholen, rät Kahl. Wer einmal Windpocken hatte, ist zwar ein Leben lang dagegen immun. Jedoch können Viren in den Nervenbahnen des Rückenmarks oder im Gehirn bleiben und wieder aktiv werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dann kann eine schmerzhafte Gürtelrose entstehen.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Kinderkrankheitenlexikon liefern Anhaltspunkte, können aber keinesfalls die Diagnose eines Kinderarztes ersetzen. Sicherheitshalber sollten Eltern auffällige Symptome bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen.

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