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Ohrenschmerzen bei Kindern: Das hilft bei Mittelohrentzündung

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Ohrenschmerzen bei Kindern  

Das hilft bei einer Mittelohrentzündung

31.08.2016, 15:01 Uhr | dpa

Ohrenschmerzen bei Kindern: Das hilft bei Mittelohrentzündung . Mittelohrentzündung: Fast jedes Kind macht diese schmerzhafte Erkrankung mindestens einmal durch. (Quelle: imago/Bernd Friedel)

Mittelohrentzündung: Fast jedes Kind macht diese schmerzhafte Erkrankung mindestens einmal durch. (Quelle: Bernd Friedel/imago)

Säuglinge und Kleinkinder haben oft mit einer Mittelohrentzündung zu kämpfen. Sie ist schmerzhaft und unangenehm. Mit der richtigen Therapie sind die Beschwerden aber meistens in wenigen Tagen verschwunden.

"Fast jedes Kind erkrankt bis zum Schulbeginn mindestens einmal an einer Entzündung der Mittelohrschleimhaut", sagt Infektionsspezialist Reinhard Berner von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Gründen für den Besuch einer Kinderarztpraxis. 

Ursache und Risikofaktoren

Bei einer Mittelohrentzündung geht dem Ohrenschmerz häufig ein Infekt der oberen Atemwege voraus: "Über die Eustachische Röhre, die Ohrtrompete, gelangen Bakterien oder Viren vom Rachen ins Mittelohr und verursachen dort die Entzündung." Zugluft oder Kälte führen nicht, wie oft vermutet, zu den Ohrenschmerzen. Es gibt allerdings einige Faktoren, die das Risiko für eine Mittelohrentzündung erhöhen:

Vergrößerte Rachenmandeln, Allergien wie Heuschnupfen und äußere Faktoren, zum Beispiel kalte Füße, die eine Infektanfälligkeit insgesamt erhöhen. Außerdem schadet Passivrauchen, denn die Schleimhäute von Raucherkindern sind anfälliger für Infektionen.

Das sind die Symptome von Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung tritt oft plötzlich auf und äußert sich durch klopfende und stechende Schmerzen, allgemeines Unwohlsein sowie ansteigende Körpertemperatur. "Bei Säuglingen zeigt sich die Entzündung eher uncharakteristisch", sagt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. "Wenn die Kinder im Ohr bohren, weinerlich und unruhig sind, sollten Eltern den Verdacht in jedem Fall beim Kinderarzt abklären lassen."

Ob eine Mittelohrentzündung vorliegt, zeigt der Blick ins Ohr mittels eines Ohrtrichters, dem Otoskop. "Eine Verwölbung, Rötung oder Trübung, aber auch eine Einziehung des Trommelfells sind Krankheitshinweise", erklärt Fegeler.

Nasentropfen statt Ohrentropfen

Bei einer unauffälligen Erkrankung reicht in der Regel ein Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ibuprofen. "Manche Kinder empfinden auch ein Wärmekissen oder die Bestrahlung durch eine Rotlichtlampe als angenehm", fügt Fegeler hinzu. "Die Wärme entspannt das beanspruchte Trommelfell."

Fegeler empfiehlt Eltern, den kleinen Patienten abschwellende Nasentropfen zu geben: "Die Tropfen werden dem Kind in der Rückenhaltung gegeben." Danach muss das Kind einige Minuten liegen bleiben, damit sich der Wirkstoff optimal verteilen kann. "Geben Sie Ihrem Kind anschließend ein Kaugummi oder ein Teefläschchen." Das Schlucken fördert den Druckausgleich und den Flüssigkeitsabfluss im Ohr.

Vor Ohrentropfen warnen viele Experten. Sie seien wirkungslos und könnten unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Wann sind Antibiotika sinnvoll?

In den meisten Fällen verschwindet die Mittelohrentzündung von selbst. Manchmal öffnet sich das Trommelfell, und Eiter und Schleim fließen ab, manchmal klingen die Schmerzen einfach so ab. "Sollte jedoch nach 48 Stunden keine deutliche Verbesserung eintreten oder das Kind trotz Paracetamol oder Ibuprofen weiterhin Fieber oder Beschwerden haben, ist ein Antibiotikum anzuraten", sagt Berner.

Eine chronische Entwicklung der Mittelohrentzündung sei ausgesprochen selten, sagt Berner. "Zwei Entzündungen pro Jahr sind ganz normal, manche Kinder haben sogar viermal jährlich eine Mittelohrentzündung." Haben Kinder aber länger als drei Wochen oder wiederholt in sehr kurzen Abständen Ohrenschmerzen, muss unbedingt ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Es besteht das Risiko von Trommelfellvernarbungen oder Schallleitungsstörungen, die zu einer Schwerhörigkeit führen können.

Besonders kleine Kinder sind häufig trotz Fieber noch fit und spielfreudig. Wenn das Kind also nicht liegen will, ist Bettruhe auch nicht anzuraten. Das Spiel im Kinderzimmer ist den Experten zufolge absolut in Ordnung. Nach draußen sollten Kinder aber erst, wenn sie fieberfrei sind. Wichtig ist auch eine verstärkte Flüssigkeitszufuhr, damit die Schleimhäute schneller abschwellen.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Kinderkrankheitenlexikon liefern Anhaltspunkte, können aber keinesfalls die Diagnose eines Kinderarztes ersetzen. Sicherheitshalber sollten Eltern auffällige Symptome bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen.

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