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WDR-Doku: Herzensangelegenheit - Die Geschichte der Hannah Jones

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Schicksal  

"Herzensangelegenheit": Die bewegende Geschichte der Hannah Jones

14.12.2010, 15:41 Uhr | rev, t-online.de

WDR-Doku: Herzensangelegenheit - Die Geschichte der Hannah Jones. WDR-Doku begleitet die 13-jährige Hannah auf ihrem Weg zu einem neuen Herzen.  (Quelle: Hersteller)

WDR-Doku begleitet die 13-jährige Hannah auf ihrem Weg zu einem neuen Herzen. (Quelle: Hersteller)

Darf ein Kind selbst bestimmen, wann es stirbt? Ihr Fall fesselte ganz Europa: Ein krankes 13-jähriges Mädchen aus England, das sich gegen eine lebensrettende Herztransplantation und für den sicheren Tod entscheidet. Es war Hannahs alleiniger Wunsch. Und sie hat sich durchgesetzt. Im Film "Herzensangelegenheit" erzählt WDR Weltweit-Reporter Martin Hicks die bewegende, herzergreifende Geschichte der 13-jährigen Hannah Jones und wie ihre Liebsten darauf reagieren.

Nur noch eine Herztransplantation kann helfen

Als Hannah Jones fünf Jahre alt ist, erkrankt sie an einer seltenen Form der Leukämie. Anschließend verbringt sie einen Großteil ihres Lebens in Krankenhäusern. Acht Jahre lang wird der Krebs mit Chemotherapie behandelt, dann ist er endlich besiegt. Doch die Strahlenbehandlung löst eine extreme Herzmuskelschwäche bei Hannah aus. Es funktionieren nur noch zehn Prozent des Organs. Ein paar Mal wäre sie in dieser Zeit schon fast gestorben.

Nach einem erneuten Rückschlag ist klar, dass sie nur überleben kann, wenn sie eine Herztransplantation bekommt. Hannahs Eltern könnten Hannah zu diesem zweifellos riskanten Eingriff zwingen, doch sie wollen die Entscheidung Hannah überlassen - und Hannah entscheidet sich gegen die Transplantation.

Hannah entscheidet sich, im Kreis ihrer Familie zu sterben

Die zu diesem Zeitpunkt 13-Jährige will nicht mehr leiden. Sie möchte endlich raus aus den Krankenhäusern und in Frieden zu Hause im Kreis ihrer Familie sterben. "Ich war zu oft im Krankenhaus. Ich habe einfach zu viel schlechte Erinnerungen, die damit zusammenhängen“, erklärt Hannah britischen Fernsehzuschauern. Die Medikamente, die sie nach der Transplantation nehmen müsste, können mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut Blutkrebs auslösen und die Gefahr, dass nach etwa zehn Jahren eine weitere Herztransplantation nötig sein wird, schreckt Hannah zudem ab. Das Risiko ist dem Mädchen schlicht zu groß.

Darf ein Kind selbst bestimmen, wann es stirbt?

In dieser Zeit beginnen die Aufnahmen des Films "Herzensangelegenheit", der auch Material von Hannahs eigenem Videotagebuch zeigt. Der Film dokumentiert, wie Hannah um ihr Recht kämpft, die Operation zu verweigern und wie sie sich letztendlich auch durchsetzt - gegen ihre Eltern, die ihre persönlichen Interessen immer wieder in den Hintergrund rücken, um Verständnis für Hannahs Entscheidung aufbringen zu können. Aber auch gegen die Sozialarbeiter, die sich mit ihrem Fall befassen, gegen ein Gericht und zuletzt gegen das Gesundheitsamt im britischen Hereford, das die Eltern zu der Operation zwingen will. In dieser Zeitspanne hätte Hannah jeden Tag sterben können.

Hannah gewinnt ihren Kampf und löst in Großbritannien gleichzeitig eine erregte Debatte über Sterbehilfe aus: Wann ist man alt genug, um über sein eigenes Leben entscheiden zu dürfen? Darf ein Kind selbst bestimmen, wie es medizinisch behandelt wird und wann es stirbt? Hannah nahm sich dieses Recht jederzeit heraus und ändert kurz nach ihrem 14. Geburtstag, als sie ein teilweises Nierenversagen trifft, ihre Meinung: "Nach vielen Tests habe ich entschieden, dass ich mehr Vorteile davon hätte, wenn ich ein neues Herz hätte als in diesem Zustand zu bleiben", sagt Hannah. "Ich weiß, dass ich mich eigentlich definitiv gegen die Operation entschieden habe, aber jeder hat das Recht seine Meinung zu ändern", erzählt sie.

"Was sein wird, kann man ja sowieso nicht voraussagen"

Der Film von Reporter Martin Hicks endet drei Monate nach der scheinbar erfolgreichen Herztransplantation. Scheinbar deshalb, weil erst ein halbes Jahr nach solch einem Angriff die definitive Sicherheit besteht, dass der Körper das neue Organ auch wirklich annimmt. Trotz dieser Ungewissheit blickt Hannah, wie fast durch den ganzen Film hindurch, optimistisch in die Zukunft. Sie besucht nun wieder sporadisch die Schule und hat sich fest vorgenommen ihren Schulabschluss zu machen. "Ich will mit meinen Freundinnen noch jede Menge Unsinn anstellen", erklärt sie am Ende der Dokumentation in ihrem Videotagebuch und fügt dann hinzu: "Voraussagen, was sein wird, kann man ja sowieso nicht."

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