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Kindersicherheit: Die meisten Unfälle geschehen im Haushalt

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Wo die meisten Unfälle passieren  

Wo die meisten Unfälle passieren - Eltern schätzen Gefahren falsch ein

30.08.2012, 17:09 Uhr | t-online.de

Kindersicherheit: Die meisten Unfälle geschehen im Haushalt. Am häufigsten trifft es bei Unfällen mit Kindern den Kopf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am häufigsten trifft es bei Unfällen mit Kindern den Kopf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jedes Jahr verletzen sich in Deutschland 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren - und nirgendwo ist die Gefahr für Kinder so groß wie im Straßenverkehr, glauben Eltern. Eine Umfrage GfK Finanzmarktforschung zeigt jedoch, dass die Realität ganz anders aussieht.

85 Prozent schätzen das Risiko im Verkehr besonders hoch ein. Das eigene Zuhause beunruhigt Eltern hingegen kaum: So meinen 82 Prozent der Eltern, dass das Unfallrisiko für ihr Kind zu Hause oder im Garten gering ist. 

Die meisten Unfälle geschehen im Haushalt

Entgegen ihres Empfindens zeigen die Erfahrungen der befragten Eltern eine andere Wirklichkeit, wie eine Studie der GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt: Ein gutes Drittel der Kinder (34 Prozent) hatte bereits einen Unfall. Dabei sind 60 Prozent der Unfälle zu Hause passiert, nur 14 Prozent dagegen im Straßenverkehr. Bei Kindern im Alter ab sechs Jahren nahm der Anteil der Verkehrsunfälle zwar zu, aber doppelt so häufig passierten Unfälle im eigenen Heim und in der Freizeit. Kinder bis fünf Jahre erlitten zu 66 Prozent Unfälle zu Hause.

Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern geht zurück

Auch die Statistiken der Unfallversicherer bestätigen dies. So geht der Anteil der Verkehrsunfälle bei Kindern seit Jahren stetig zurück und lag 2010 bei unter 16 Prozent, für die eine Leistung in der Kinderunfallversicherung erbracht wurde. Bei Kindern bis zu fünf Jahren geschieht nur jeder zehnte Unfall im Straßenverkehr. Verwunderlich ist dabei, dass, obwohl die Mehrzahl der Eltern die Gefahren für Kinder im Straßenverkehr sehr hoch einschätzt, sie selbst oft keine guten Vorbilder abgeben. Mehr als die Hälfte der Eltern trägt beim Radfahren nie oder selten einen Helm.

Am häufigsten kommt es zu Kopfverletzungen

Die meisten Unfälle sind Stürze (57 Prozent). Allerdings halten nur 15 Prozent der Eltern dies für die größte Unfallgefahr. Bei 37 Prozent und damit am häufigsten ist bei einem Unfall der Kopf des Kindes betroffen. Den Daten der Unfallversicherer zufolge ist der Anteil der Kopfverletzungen umso höher, je jünger das Kind ist. Er liegt bei den Sechsjährigen bei 33 Prozent, bei den Drei- bis Vierjährigen ist bei jedem zweiten Unfall eine Verletzung des Kopfes die Folge, bei Einjährigen bei rund 70 Prozent.

Viele Gefahren lauern in der Küche

Besonders viele Gefahren für Kinder lauern in der Küche. Hier drohen Verbrühungen und Verbrennungen durch heißes Fett, siedendes Wasser auf dem Herd oder die glühende Herdplatte. In der Küche stehen auch ätzende Putzmittel und andere giftige Substanzen nicht selten in Reichweite von Kleinkindern. Obwohl rund 40 Prozent der Eltern die Küche als große Unfallgefahr sehen, lassen 41 Prozent der Eltern schon kleine Kinder bis fünf Jahre unbeaufsichtigt in die Küche. Ab sechs Jahren halten sich 81 Prozent der Kinder allein in der Küche auf.

Eltern überschätzen die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder

Der Großteil der Eltern legt großen Wert auf Bewegung und Sport für ihre Kinder. Die motorischen Fähigkeiten und der Gleichgewichtssinn werden geschult. Von den Kindern bis fünf Jahren können immerhin bereits 42 Prozent Fahrrad fahren. Allerdings überschätzen hingegen viele Eltern die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder. Fast 70 Prozent der Eltern, deren Kinder das Seepferdchen-Abzeichen haben, denken, ihre Kinder können gut bis sehr gut schwimmen. Das kann ein folgenreicher Irrtum sein - denn wer die geforderten 25 Meter im Hallenbad schwimmen kann, ist längst noch nicht jeder Situation im Wasser gewachsen. Beispielsweise ist am Meer und See mehr Ausdauer und Schwimmroutine gefordert.

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