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Fakten: Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit

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Masern-Fakten  

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit

31.08.2016, 14:43 Uhr | dpa-tmn, dpa, AFP

Fakten: Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Charakteristisch ist der Hautausschlag.  (Quelle: imago/Niehoff)

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Charakteristisch ist der Hautausschlag. (Quelle: Niehoff/imago)

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die Virusinfektion kann zu schwerwiegenden Komplikationen und sogar zum Tod führen. In Deutschland kommt es immer wieder regional zu heftigen Ausbrüchen. Grund ist die nach wie vor unzureichende Impfrate. 

Immer noch halten viele Masern für eine harmlose Kinderkrankheit. Doch die veränderten Lebensumstände - beispielsweise kein natürlicher Impfschutz - haben die Situation verändert. Wer heute ungeimpft mit Masern infiziert wird, muss mit heftigen Komplikationen rechnen, bei einer Krankheit, die oft tödlich endet.

Was sind Masern?

Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Der Erreger wird durch Tröpfchen übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Atemluft gelangen. Fast jeder Kontakt führt zu einer Ansteckung, wenn ein Mensch nicht gegen Masern geimpft ist - sogar auf mehrere Meter Entfernung. Zwischen Ansteckung und ersten Symptomen vergehen etwa acht bis 14 Tage.

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Was sind die Symptome von Masern?

Schon fünf Tage vor dem typischen roten Hautausschlag sind mit Masern infizierte Personen ansteckend. Nach grippeähnlichen Anzeichen wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen folgt Tage später der Ausschlag und das Fieber steigt erneut. Nach vier Tagen verschwindet der Ausschlag.

Welche Komplikationen sind bei Masern möglich?

In zehn bis 20 Prozent der Fälle kommt es zu Komplikationen, wie Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Gehirnentzündungen, die sogar lebensbedrohlich sein können. Bis zu 20 Prozent der Betroffenen sterben, bei fast einem Drittel bleiben schwere Folgeschäden wie geistige Behinderung oder Lähmungen zurück.

Noch Jahre nach einer überstandenen Masernerkrankung kann es - wenn auch selten - zu einer Entzündung des Gehirns kommen. Diese sogenannte sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verläuft immer tödlich.

Wie werden Masern behandelt?

Eine Therapie gegen Masern gibt es nicht. Möglich ist nur eine Behandlung der Krankheitsanzeichen wie Fieber. Antibiotika sind gegen Viren-Erkrankungen wirkungslos.

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Wie viele Masern-Fälle gibt es in Deutschland?

Die Zahl der registrierten Fälle schwankt stark. So waren es im Jahr 2001 mehr als 6000 Erkrankungen in Deutschland, 2012 nur 165 und 2013 wieder 1769.

Wer ist betroffen?

In den vergangenen Jahren erkrankten laut Robert-Koch-Institut (RKI) relativ viele Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren. Als einen Grund sehen Experten eine zu späte Mumps-Masern-Röteln-Impfung (MMR). Allerdings haben auch immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene keinen Impfschutz.

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Warum ist die Impfung so wichtig?

Zum einen wegen der Komplikationen. Vor allem für Säuglinge, die sich bei einem Familienmitglied oder im Wartezimmer eines Arztes anstecken können, sind Masern gefährlich. Erst vor kurzem starb in Nordrhein-Westfalen ein 14-jähriger Junge an der Masern-Spätfolge SSPE. Er hatte sich im Alter von fünf Monaten angesteckt. Zum anderen ist es erklärtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern weltweit auszurotten.

In Deutschland ist das Ziel, die Masern bis zum Jahr 2015 auszurotten, schon gescheitert.

Wie hoch ist die Impfquote in Deutschland?

2011 waren 96,6 Prozent der Schulanfänger mindestens einmal geimpft, 92,1 Prozent zweimal. Während sich die Impfquoten bei den Kindern gut entwickelt haben, gibt es bei Jugendlichen und jungen Erwachsene große Lücken. Aber erst ab 95 Prozent kann eine Eliminierung der Krankheit langfristig gelingen. Und noch immer wird jedes dritte Kleinkind in Deutschland nach einer Studie von 2013 nicht zur rechten Zeit und nicht genügend gegen Masern immunisiert.

Wann sollte gegen Masern geimpft werden?

Die zweimalige Masernimpfung sollte in den ersten beiden Lebensjahren erfolgen - die erste Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite spätestens am Ende des zweiten Lebensjahres. Dies erfolgt in der Regel in Kombination mit einem Impfstoff gegen Mumps und Röteln (MMR). Zudem rät die Ständige Impfkommission
(Stiko) auch den nach 1970 Geborenen generell zur Masernimpfung, sofern sie nur einmal oder gar nicht geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist.

Warum lassen manche Eltern ihre Kinder nicht impfen?

Viele vergessen dies schlichtweg. Manche unterlassen dies aber auch aus Furcht vor Nebenwirkungen. Vor Jahren wurde sogar Autismus mit der MMR-Impfung in Verbindung gebracht. Dies hat sich aber in Studien in keiner Weise bestätigt.

Reicht ein Bluttest zur Überprüfung des Impfschutzes?

Ob man gegen Masern geimpft ist, lässt sich auch mit einem Bluttest überprüfen. Allerdings sollten sich Patienten besser nicht darauf verlassen. Denn nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind fehlerhafte Laborbefunde, die fälschlicherweise einen ausreichenden Schutz attestieren, dabei nicht ausgeschlossen.

Die sogenannte Titertestung, bei der das Blut auf Masern-Antikörper untersucht wird, hält das RKI daher nicht für sinnvoll. Besser sei es, sich im Zweifel erneut impfen zu lassen, denn man könne nicht "überimpfen". Blutabnehmen sei dagegen gerade für Kinder häufig eine Belastung.

 (Quelle: dpa)

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Kinderkrankheitenlexikon liefern Anhaltspunkte, können aber keinesfalls die Diagnose eines Kinderarztes ersetzen. Sicherheitshalber sollten Eltern auffällige Symptome bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen.

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