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Unicef warnt: 69 Millionen Kinder könnten bis 2030 sterben

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Unicef warnt  

69 Millionen Kinder könnten bis 2030 sterben

28.06.2016, 09:22 Uhr | AP

Unicef warnt: 69 Millionen Kinder könnten bis 2030 sterben. Vor allem in Afrika und Südasien sind Kinder von Armut und Tod bedroht.  (Quelle: Reuters)

Vor allem in Afrika und Südasien sind Kinder von Armut und Tod bedroht. (Quelle: Reuters)

Millionen Kleinkinder sind nach Unicef-Angaben weltweit vom Tod bedroht. Bis zum Jahr 2030 könnten 69 Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen sterben, so die Schätzung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen.

Um das Szenario umzukehren, müssten alle Länder sich stärker bemühen, die Gesundheit und Bildung der Ärmsten zu verbessern, mahnte Unicef in ihrem Jahresbericht. Dramatisch ist die Lage demnach vor allem in Afrika südlich der Sahara und in Südasien.

Millionen Kinder leben in extremer Armut

Auf Basis jüngster Trends und des erwarteten Bevölkerungswachstums würden 167 Millionen Kinder bis 2030 in extremer Armut leben, 60 Millionen nicht die Grundschule besuchen und 750 Millionen Frauen schon als Kinder verheiratet werden, wenn nicht jetzt etwas gegen Ungleichheit getan werde, heißt es in dem Report.

Unicef-Vizedirektor Justin Forsyth sagte, das Kinderhilfswerk "sendet unsere Botschaft in eine Welt, die feindseliger ist", insbesondere gegenüber Migranten und Flüchtlingen, unter denen Millionen von Kindern seien. Dabei flüchteten viele wegen Armut und Ungleichheit. Diese Ursachen müsse man angehen.

Die meisten Kinder sterben in Südasien und Afrika

Unicef-Programmdirektor Ted Chaiban ergänzte, zu den vor Armut und Ungleichheit fliehenden Kindern kämen noch viele weitere hinzu, die in Konfliktgebieten lebten. Deren Zahl bezifferte er auf 250 Millionen. 30 Millionen seien vertrieben worden.

Weltweit seien Kinder unter den ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung einem doppelt so hohen Sterberisiko vor dem Alter von fünf Jahren ausgesetzt als jene Kinder, die zu den reichsten 20 Prozent gehörten.

80 Prozent der vermeidbaren Todesfälle gebe es in Südasien und in Afrika südlich der Sahra, sagte Chaiban. Davon entfielen fast die Hälfte auf Indien, Nigeria, Pakistan, Kongo und Äthiopien.

Unicef: Weltgemeinschaft muss sich konkrete Ziele stecken

Unicef rief alle 193 UN-Mitgliedsstaaten zu nationalen Plänen auf, die den am meisten benachteiligten Kindern der Welt gelten müssten. Zudem müsse sich die Weltgemeinschaft konkrete Ziele stecken, um die Schere zwischen den Reichsten und Ärmsten zu schließen. Bis zu 147 Millionen Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren könnten vor dem Tod wegen vermeidbarer Ursachen bewahrt werden, wenn "in 74 Ländern die Ausgaben nur um zwei Prozent angehoben werden", sagte Forsyth.

Zudem hat Unicef nach eigenen Angaben Beweise, wonach jeder Dollar für Impfungen für die ärmsten Kinder einen wirtschaftlichen Nutzen im Umfang von 16 Dollar nach sich ziehe. Durch Geldtransfers blieben Kinder zudem länger in der Schule. Im Durchschnitt erhöhe jedes weitere Bildungsjahr eines Kindes dessen Verdienst im Erwachsenenalter um rund zehn Prozent, hieß es in dem Unicef-Report mit dem Titel "Der Zustand der Kinder der Welt 2016."

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