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Schüleraustausch  

"Ich bin dann mal weg" - Teenager auf Austausch im Ausland

11.11.2013, 18:14 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de

Schüleraustausch: "Ich bin dann mal weg" . Schüleraustausch: Viele Jugendliche träumen von einem Jahr im Ausland. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Jugendliche träumen von einem Jahr im Ausland. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es ist ein Traum für viele Jugendliche, einige Monate ins Ausland zu gehen, um dort in einer Gastfamilie zu leben, eine neue Schule kennenzulernen, neue Freunde zu gewinnen und eine Sprache zu lernen - alles ganz ohne die schützende Hand der Eltern. Die Heimkehrer, die sich ihren Traum vom Schüleraustausch erfüllen konnten, schwärmen dann oft von der besten Zeit ihres Lebens. Damit der Aufenthalt in der Ferne wirklich zu einem Erfolg wird, bedarf es allerdings bestimmter Voraussetzungen und einiger Vorbereitungen. Darauf sollten Eltern bei der Planung eines Auslandsaufenthaltes achten.

USA ist das beliebteste Land

Rund 19.000 deutsche Schüler und Schülerinnen zog es in den vergangenen zwölf Monaten ins Ausland. Ganz hoch im Kurs standen dabei - wie auch in den letzen Jahren - die USA mit circa 7400 Austauschschülern. Aber auch Kanada, Australien und Neuseeland sind populärer europäische, asiatische oder südamerikanische Gastländer.

Durch G8 früher ins Ausland

Das geeignete Alter, um als Schüler in die Ferne zu ziehen, ist zwischen 14 und 17 Jahren. Für Jens Hirschfeld vom unabhängigen Beratungsdienst "Weltweiser" ist dies die beste Lebensphase, um längere Zeit ins Ausland zu gehen. Gegenüber der Elternredaktion von t-online.de sagt er: "Man wird später wahrscheinlich nie wieder durch Schule und Gastfamilie so intensiv mit einem fremden Kulturkreis in Kontakt kommen. In diesem Alter prägt ein solcher Aufenthalt mehr, als wenn man schon Anfang 20 ist."

Insgesamt würden die Interessenten durch die Einführung des Turboabiturs nach acht Jahren Gymnasium immer jünger, berichtet Hirschfeld: "Das Zeitfenster ist durch G8 kleiner geworden. Die Jugendlichen treten nun meist ein Jahr früher ihre Reisen an und müssen deshalb durch die veranstaltenden Organisationen intensiver betreut werden", so der Experte. Diese Veränderungen hätten anfangs für viel Verunsicherung gesorgt und einen leichten Rückgang der Teilnehmerzahlen geführt. Doch mittlerweile hätten sich alle Beteiligten auf die verkürzte Gymnasialzeit gut eingestellt.

Etwa 70 Prozent der Austauschschüler sind Mädchen, weiß Hirschfeld: "Die jungen Damen sind häufig früher reif als männliche Gleichaltrige und stehen Neuem und Unbekanntem sehr aufgeschlossen gegenüber. Jungs wollen dagegen deutlich seltener für längere Zeit ihr Zuhause verlassen und haben eine geringeres Bestreben, sich von ihrem gewohnten Umfeld zu lösen."

Eine neue Sprache zu lernen ist nicht das Wichtigste

Welche Voraussetzungen müssen aber Schüler mitbringen, um ein Austauschprogramm über mehrere Monate ohne ihre Familie zu meistern? Hier rät der Experte, nicht nur darauf fixiert zu sein, die Sprachkenntnisse in Englisch oder einer anderen Fremdsprache zu verbessern: "In erster Linie müssen die jungen Bewerber Interesse am Leben in einer fremden Kultur zeigen. Und sie sollten die Bereitschaft mitbringen, sich in eine neue Familie auf Zeit und in ein unbekanntes Schulsystem zu integrieren".

Neben kultureller Offenheit sei es aber auch wichtig, dass die Schüler einen mindestens befriedigenden Notendurchschnitt in der jeweiligen Sprache vorzuweisen hätten. "Ebenfalls entscheidend ist", weiß Hirschfeld, "dass der Wunsch, länger ins Ausland zu gehen, unbedingt von dem Kind stammen sollte und nicht etwa durch eine ehrgeizige Erwartungshaltung der Eltern motiviert ist."

Ein Jahr vorher mit den Vorbereitungen beginnen

Damit ein Schüler-Auslandsaufenthalt zu einer erfolgreichen und glücklichen Zeit für die Teenager wird, bedarf es allerdings einer langwierigen Vorbereitung. Diese sollte etwa ein Jahr vor der geplanten Abreise beginnen.

Eine gute Möglichkeit sich einen Überblick über die vielen deutschen Anbieter - es sind etwa 90 - auf dem umkämpften Markt zu erhalten, bieten beispielsweise die Jugendbildungsmessen (Jubi), die jährlich bundesweit in 25 Städten stattfinden. "Wir versuchen auf diese Weise den dichten Wald der Organisationen etwas zu lichten und eine gewisse Auswahl der Veranstalter zu treffen. Vor Ort auf der Messe besteht dann für Interessierte die erste Möglichkeit sich unkompliziert und schnell Informationen zu beschaffen," erklärt Hirschfeld. Erste "Sondierungsgespräche" sind üblicherweise kostenlos und unverbindlich.

Informationen von Ehemaligen sind eine gute Quelle

"Es ist auch empfehlenswert, Kontakt zu Ehemaligen aufzunehmen und nach deren Erfahrungen und Erlebnissen im Ausland zu fragen", rät Hirschfeld. Wenn man niemanden persönlich kennt, kann man auch in verschieden Foren ausführliche Reiseberichte studieren, um sich ein Bild über das Land, das Schulsystem oder eine bestimmte Organisation zu machen oder auf den Homepages der jeweiligen Veranstalter nachlesen, was Rückkehrer zu erzählen haben. Denn Informationen aus erster Hand sind immer die besten Quellen beziehungsweise Referenzen.

Gute Organisationen legen Wert auf konstante und persönliche Betreuung

Um trotz Recherche sicher zu erkennen, ob eine Schüleraustausch-Organisation auch zuverlässig und seriös arbeitet, empfehlen die Experten von "Weltweiser", bestimmte Kriterien zu beachten, an denen man die Güte des Anbieters beurteilen kann: "Das wichtigste Merkmal ist die Qualität der Betreuung vor, während und nach der Zeit im Ausland. Dazu zählt eine intensive Vorbereitung in Einzelgesprächen und Gruppenseminaren, informative schriftliche Materialien und vor allem eine persönliche Betreuung während des Aufenthaltes inklusive verantwortungsvollem Problemmanagement." Auch eine gründliche Nachbereitung zur Wiedereingewöhnung nach der Rückkehr gehöre dazu, genauso wie Transparenz bei den Kosten.

Hochglanzprospekte oder entsprechend aufwändig gestaltete Internetauftritte einer Organisation müssten dabei nicht unbedingt ein Qualitätskriterium sein, weiß Hirschfeld aus seiner Erfahrung. Es gäbe auch kleinere Veranstalter, die auf den ersten Blick unauffälliger daherkämen, aber gute und zuverlässige Arbeit leisteten und sich oftmals auf ganz bestimmte Länder spezialisiert hätten.

Finanzielle Unterstützung durch Stipendien oder Bafög

Eltern, die mit ihrem Kind die "Mission Auslandsaufenthalt" in Angriff nehmen, müssen neben all der logistischen Vorbereitung auch die Kosten im Blick behalten, denn ein mehrmonatiger Trip in die die Ferne zu einer Gastfamilie, samt Schulbesuch und mögliche Reisen innerhalb des Landes ist teuer und kann gut und gerne zwischen 6000 und 15.000 Euro kosten. Doch von solchen Zahlen sollte man sich nicht abschrecken lassen, rät Experte Hirschfeld: "Eigentlich sind solche Reisen Privilegierten-Programme. Doch Eltern, die solche Summen nicht stemmen können, sollten sich nicht scheuen, Unterstützung zu suchen. Es gibt nämlich Stipendien aber auch Bafög für solche Projekte. Man sollte hier selbstbewusst sein und versuchen, Mittel über diesen Weg anzufragen. Manchmal funktioniert es leichter, als man glaubt."

Erfahrungen fürs Leben sammeln

"Geht der Traum vom Auslandsaufenthalt schließlich in Erfüllung, nehmen die Jugendlichen neben Sprachkenntnissen oft Erfahrungen mit, von denen sie ihr ganzes Leben profitieren können: "Die Teenager lernen im Ausland, ihre Fähigkeiten, ihre Normen, Werte und Verhaltensweisen kritisch zu überprüfen", fasst Hirschfeld zusammen. "Sie bekommen ein Gefühl für andere Kulturen und werden damit meist auch offener und toleranter gegenüber Unbekanntem und Fremdem. Man bekommt dadurch einen ganz anderen Blick auf die Welt und die Mitmenschen."

Außerdem lernten die Schüler, die weit weg von zu Hause ständig mit ungewohnten Situationen in ungewohnter Umgebung konfrontiert seien, schnell selbstständig Entscheidungen zu treffen. Auf diese elf Tipps sollten Eltern bei der Planung achten.

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