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Cybermobbing in Facebook & Co. - Jeder sechste Schüler betroffen

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Cybermobbing  

Jeder sechste Schüler ist Opfer von Cybermobbing - und jeder fünfte Täter

17.05.2013, 12:11 Uhr | dpa

Cybermobbing in Facebook & Co. - Jeder sechste Schüler betroffen. Vor allem soziale Netzwerke sind die Tatorte von Cybermobbing. Jeder sechste Schüler ist betroffen. (Quelle: dpa)

Vor allem soziale Netzwerke sind die Tatorte von Cybermobbing. Jeder sechste Schüler ist betroffen. (Quelle: dpa)

Diese Studie sollte Eltern und Lehrer aufrütteln: Jeder sechste Schüler in Deutschland ist schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden. Schikane, Hetze und Beleidigung im Internet, vor allem über soziale Netzwerke, werden zunehmend zum Problem. Das geht aus einer umfangreichen Studie mit Angaben von bundesweit 9350 Schülern, Eltern und Lehrern aller Schulformen hervor, die das Bündnis gegen Cybermobbing am 16. Mai in Köln vorstellte.

Viele Schüler gaben auch zu, selbst schon einmal gemobbt zu haben. Knapp 60 Prozent der befragten Pädagogen kennen demnach Fälle von Cybermobbing unter ihren Schülern. An etwa einem Drittel der Schulen tritt mindestens einmal pro Woche ein solcher Fall auf.

Jeder fünfte Schüler wird selbst zum Täter - aus Spaß

In der repräsentativen Erhebung gaben 17 Prozent der Schüler an, Opfer geworden zu sein. In der besonders betroffenen Gruppe der 14- bis 16-Jährigen seien es 20 Prozent gewesen und damit jeder Fünfte. Und 19 Prozent der Schüler räumen ein, dass sie selbst einmal Täter waren. Häufig angegebene Mobbingmotive sind "Langeweile" oder "Spaß", aber auch das Ziel, jemanden "fertig zu machen". Die Tatorte sind zu 80 Prozent soziale Netzwerke wie Facebook.

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Anbieter dieser Plattformen müssten ihre Verantwortung stärker wahrnehmen, verlangte Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing, einem Zusammenschluss von Forschern, Medizinern, Pädagogen, Juristen und Eltern. Sie sollten Hinweise auf Gefahren und Risiken geben und bei Mobbingmeldungen sofort handeln.

Cybermobbing beginnt schon in der Grundschule

Am stärksten betroffen sind Jugendliche von 14 bis 16 Jahren. Aber schon mit elf und zwölf Jahren zeigt sich eine deutliche Zunahme. "Die Ergebnisse zeigen, dass Cybermobbing ein deutliches Problem an allen deutschen Schulen ist", heißt es in der Studie.

In Haupt- und Realschulen wurden dabei vergleichsweise viele Fälle beobachtet. Es geht aber schon in der Grundschule los. Catarina Katzer, die Präventionsexpertin des Bündnisses findet, dass die Aufklärung schon in der Kita einsetzen muss. Das Phänomen tritt insgesamt in den ostdeutschen Bundesländern seltener auf als in den westdeutschen.

Auf diese Signale müssen Eltern und Lehrer achten

Zu Cybermobbing gehören Beschimpfungen, üble Gerüchte und Verleumdungen, die überwiegend Täter aus dem eigenen Schulumfeld im Internet verbreiten. Zunehmend würden peinliche Fotos und Filme gestreut. Die beobachteten Folgen bei den Opfern: bedrückte Stimmung, Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, plötzliche Verschlossenheit, Rückzug, Angstzustände, Kopf- und Magenschmerzen, Wut. Gut ein Fünftel fühlt sich durch die Attacken dauerhaft belastet. "Cybermobbing tut weh", betont Katzer.

Immer häufiger werden zum Mobben internetfähige Handys benutzt, die laut Untersuchung zwei Drittel aller Schüler besitzen. Die hohe Anonymität mache das Internet "zu einem idealen Tatort". Die Hemmschwelle im Netz sei geringer.

Bündnis regt Hotline für Opfer von Cybermobbing an

Das Problem werde von den Schulen zwar ernst genommen und es gebe vielerorts Aktivitäten, allerdings oft unstrukturiert, berichtet Leest. Recht selten seien feste Institutionen wie Anti-Mobbing-Beauftragte. Der Bündnisvorsitzende forderte die Einführung einer deutschlandweit zentralen Hotline-Nummer, an die sich Opfer wenden könnten. An den Schulen solle ein spezielles Unterrichtsfach eingeführt werden. Lehrer bräuchten mehr Schulung und Unterstützung. In der Befragung gibt die Mehrheit der Pädagogen an, dass ihnen das Fachwissen fehlt.

Eltern, schaut genauer hin!

Auch Eltern müssten gezielter informiert und eingebunden werden. Denn: "Bei Eltern, die ihre Kinder intensiver in ihrem Internetkonsum begleiten, sind weniger Cybermobbingfälle zu beobachten." Nur eine Minderheit der Väter und Mütter kontrolliere aber die Internetnutzung ihrer Kinder und fühle sich hier kompetent, sagt Katzer. Freunde und Eltern sind für Schüler die wichtigsten Helfer nach Attacken im Netz. Nur wenige melden Vorfälle an die Betreiber der Plattformen.

Laut dem Bündnis handelt es sich um die umfassendste Studie - unterstützt von der Arag-Versicherung - im deutschsprachigen Raum zum Thema Cybermobbing.

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