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Pubertät: Das ist die Ursache für fettige Haare und Pickel

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Fettige Haare und Pickel  

Warum die Pubertät so eklig ist

30.12.2016, 15:41 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli , t-online.de

Pubertät: Das ist die Ursache für fettige Haare und Pickel. Pubertät: Fast alle Teenager fühlen sich in ihrer Haut unwohl. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeden Tag "Bad Hair Day" und Pickel – fast alle Teenager fühlen sich in ihrer Haut unwohl. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

So gehe ich nicht aus dem Haus! Die Haare kleben fettig am Kopf und im Gesicht sprießen Pickel. Ein kosmetisches Problem, das Mediziner Seborrhö nennen, macht Jugendlichen das Leben schwer. In der Pubertät finden im Körper fundamentale Umbauarbeiten statt, die sich auch auf die Haare auswirken.

Für viele Teenager ist es wie ein Fluch, täglich gegen fettige Haare ankämpfen zu müssen – ausgerechnet in einem Lebensabschnitt, in dem Attraktivität für das Selbstbewusstsein besonders wichtig ist. Auch die 15-jährige Lea steht täglich verzweifelt vor dem Spiegel. Eigentlich hat sie eine wunderschöne lange Mähne. Doch ihre Haarpracht sieht schon zwei Stunden nach dem Waschen wieder ungepflegt und strähnig aus, "als wäre Öl drüber gekippt worden", klagt Lea.

Talg ist nützlich für Haut und Haare

Was Leas Haaransatz so speckig aussehen lässt, ist Talg, das sogenannte Sebum. Dabei handelt es sich um ein gelblich-weißes Ausscheidungsprodukt aus Fettsäuren, Wachsen, Cholesterin und Proteinen, das die an den Haarwurzeln liegenden Talgdrüsen produzieren.

Mit Ausnahme der haarlosen Fußsohlen und Handflächen ist die gesamte Haut – unser größtes Organ -  mit Sebumdrüsen übersät. "Die wichtigste Aufgabe des Talgs ist das konstante Befeuchten der Haut und der Haare. (…) Das ist notwendig, um die Zellen haltbarer zu machen und deren Lebenszeit zu verlängern", heißt es beim Medizinportal Dr-Gumpert.de. Außerdem pflegt der Talg die Haut und bildet einen Schutzfilm gegen Bakterien und Parasiten.

Männliche Hormone fördern die Talgproduktion

Dieser Schutzmechanismus kann jedoch durch hormonelle Veränderungen aus dem Gleichgewicht geraten. Das passiert vor allem während der Pubertät: Dann bilden sich bei Mädchen und Jungen gleichermaßen sowohl in der Nebennierenrinde als auch in den Geschlechtsorganen die sogenannten Androgene.

Das führt dazu, dass die Talgproduktion im ganzen Körper übermäßig angekurbelt wird. Nicht nur die Haare, an deren Wurzeln besonders große Drüsen sitzen, bekommen so ihr Fett weg. Auch die Haut im Gesicht glänzt bei vielen Jugendlichen mehr. Bei Verstopfung der Poren durch Sebum entstehen Pickel und im schlimmsten Fall Akne. Wie intensiv die Hormonausschüttung auf die Talgdrüsen einwirkt, ist bei jedem anders. Denn auch die genetische Veranlagung beeinflusst, ob jemand zu trockener oder zu fettiger Haut neigt.

Fettiges Haar belastet die Seele

Ein weiterer Faktor, der das Nachfetten der Haare beschleunigen kann, ist die Intensität der Schweißbildung. Denn je mehr Flüssigkeit transpiriert wird, desto flüssiger wird das Sebum. So wird Talg noch schneller an die Hautoberfläche transportiert.

Lea leidet unter diesem optischen Makel. Nicht nur dass sie sich selbst trotz gründlicher Hygiene schmutzig fühlt, sie muss auch immer wieder verletzende Bemerkungen über ihre strähnigen "Spaghettilocken" über sich ergehen lassen. "Neulich hat mir jemand auf dem Schulhof 'Pomaden-Lea' nachgerufen. Und ein Klassenkamerad fragte mich mal, ob ich beim Haare waschen das Shampoo mit Olivenöl verwechselt hätte", erzählt die Schülerin.

Shampoo für fettendes Haar ist ungeeignet

Obwohl der hormonelle Umbau während der Pubertät naturgemäß nicht auszubremsen ist, lässt sich gegen die unschönen Auswirkungen einiges unternehmen: So sollten Betroffene ihre Haare einmal täglich mit einem besonders milden und leicht entfettenden Shampoo waschen, so die Empfehlung der Krankenkasse BKK24. Die verbreitete These, dass häufiges Waschen das Problem verschlimmert, ist medizinisch nicht erwiesen.

Was viele nicht wissen: Ungeeignet sind ausgerechnet spezielle Shampoos für fettendes Haar, die keine Proteine oder rückfettende Substanzen wie Öle oder Silikone enthalten, dafür aber fettbindende Tenside. Bei einer täglichen Anwendung entziehen diese Inhaltsstoffe nicht nur den Haaren, sondern auch der Kopfhaut zu viel Sebum. Die Folge: Juckende Hautreizungen und eine noch stärkere Talgabsonderung.

Eine beruhigende Wirkung auf übereifrige Talgdrüsen haben selbstgemachte Spülungen, etwa mit Zitrone, Kräuterextrakten aus Rosmarin und Kamille oder schwarzem Tee. Pflegespülungen aus dem Drogeriemarkt können dagegen das fettige Erscheinungsbild verstärken, da ihre geschmeidig machenden Inhaltsstoffe das Haar noch schwerer und öliger aussehen lassen.

Tipps beim Kampf gegen fettige Haare

Lea setzt auf Tipps, die sie sich aus den unzähligen Youtube-Videos zum Thema "Bad Hair in der Pubertät" herausgefiltert hat: "Meine Haare wasche ich nur noch morgens, und immer mit lauwarmem Wasser. Dann bleiben sie am längsten frisch. Außerdem meide ich beim Trocknen den heißen Fön, denn hohe Temperaturen reizen die Haut und regen die Talgproduktion erst recht an. Und ich verkneife mir häufiges Kämmen. So verteilt sich das Fett über die gesamte Haarlänge. Eine Super-Soforthilfe ist Trockenshampoo, weil die Puderpartikel den Talg aufsaugen. Ein No-Go sind enganliegende und straffe Flechtfrisuren genauso wie Mützen."

Weil auf Leas Haut nun auch Pickel sprießen, erwägt die 15-jährige einen Besuch beim Hautarzt. Je nach individueller Diagnose und Schwere der Symptome können hormonregulierende Medikamente beide Probleme lösen: Das Hautbild sollte sich verbessern und die Drüsen auf der Kopfhaut weniger Talg ausscheiden.

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