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Spielplätze  

Wie muss ein guter Spielplatz aussehen?

07.06.2010, 15:01 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

. Kleiner Junge spielt mit seiner Schaufel im Sandkasten eines Spielplatzes.

Auf einigen deutschen Spielplätzen besteht Lebensgefahr für Kinder. (Bild: imago) (Quelle: t-online.de)

Kinder wollen spielen und sich an der frischen Luft bewegen. Städte und Gemeinden sind verpflichtet, öffentliche Spielplätze zur Verfügung zu stellen. Was den Kindern und Eltern dann tatsächlich geboten wird, lässt oft zu wünschen übrig. Ein bundesweiter Test von Spielplätzen durch den TÜV von 2009 kam zu dem Ergebnis, dass auf vielen Spielplätzen "Lebensgefahr für Kinder" besteht. In welchem Umfang müssen Spielplätze vorhanden sein und welche Richtlinien zur Wartung und Pflege gibt es? Auch bieten viele Spielplätze anregungsarme und langweilige Spielgeräte an. Was macht einen guten Spielplatz aus? Was müssen Eltern wissen, die die Chance haben einen Spielplatz mit zu gestalten oder das Pech haben, dass der Spielplatz in der Nachbarschaft total heruntergekommen ist?

Bedeutung von Spielplätzen

Vor allem in den Städten spielen Kinder heute auf speziell dafür reservierten Flächen: den Spielplätzen. Unter Spielfläche oder Spielplatz wird eine Fläche verstanden, die durch Bebauungsplan, Baugenehmigung oder Vertrag (innerhalb privater Grundstücke) eigens zum Spielen ausgewiesen und rechtlich abgesichert ist. Eine Spielmöglichkeit oder ein Spielort bietet Gelegenheit zum spontanen Spiel (zum Beispiel Hauseingangsbereiche, Treffpunkte in Fußgängerzonen) ohne baurechtliche Ausweisung. Die Erreichbarkeit von Spielflächen ist durch die DIN-Norm 18034, die die Rahmenbedingungen für die Gestaltung und den Ausbau von Spielflächen vorschreibt, wie folgt vorgesehen:

Kinder unter sechs JahreBis zu 200 Meter Entfernung
Kinder zwischen sechs bis zwölf JahrenBis zu 400 Meter Entfernung
Kinder und Jugendliche über zwölf JahreBis zu 1000 Meter Entfernung

Wartung und Pflege

Spielplatzhalter sind durch die Europäische Norm (EN) 1176 und 1177 zur regelmäßigen Durchführung von Kontrollen und Inspektionen, Pflege und Wartung verpflichtet. Vorgeschrieben ist eine wöchentliche Sichtkontrolle auf Sauberkeit und Vandalismusschäden, alle ein bis drei Monate eine umfangreichere Kontrolle auf Verschleiß, Verformung, Alterung und Beeinträchtigung durch Witterungseinflüsse, und die jährliche Hauptuntersuchung. Dabei wird insbesondere die Bodenverankerung überprüft. Tauchen Mängel auf, muss der Spielplatzhalter diese umgehend beheben oder die betroffenen Spielgeräte sperren. Der Zustand des Sandes ist für viele Eltern besonders wichtig, weil vor allem Kleinkinder in der Sandkiste spielen und der Sand auch mal im Mund landen kann. Gefahr besteht hier vor allem durch Glasscherben und Zigarettenkippen im Sand. Auch durch von Hund oder Katze ausgeschiedene Parasiten können Gefahren durch Keime ausgehen. In elf von 16 Bundesländern ist der jährliche Sandaustausch verbindlich festgelegt oder empfohlen, aber nur in Hamburg (jährlich) und in Bremen (alle zwei Jahre) gibt es eine gesetzliche Regelung. Im Rahmen der wöchentlichen Sichtkontrolle sollte auch der Sand auf seine Sauberkeit überprüft werden und damit eigentlich sauberer Sand gewährleistet sein.

Der Zustand unserer Spielplätze

Trotz dieser Normen bescheinigte der TÜV den Spielplätzen in unserem Land schwere Wartungs- und Sicherheitsmängel und damit Lebensgefahr für unsere Kinder. Nur sechs von dem im Auftrag von "Bild der Frau" geprüften 75 Anlagen in 15 deutschen Städten waren ohne Mängel. Bei 16 geprüften Anlagen wurde durch die Sachverständigen die sofortige Schließung beantragt. Die Kontrollen basierten auf der EN-Norm 1176, die beschreibt, wie Spielgeräte auszusehen haben und wie sie befestigt und aufgebaut werden müssen.

Die vier größten Gefahren waren laut TÜV Prüfer:

1. Verschleiß und Fehlkonstruktionen bei Klettergerüsten
2. verfaultes Holz, rostiges Metall und hervorstehende Schrauben
3. riskante Rutschen
4. spitze Steine und scharfkantige Mauern (oft zur Umrandung von Spielplätzen)

Auch das "Bündnis Recht auf Spiel", das sich für Spielplätze in Deutschland einsetzt, weist auf den verwahrlosten Zustand hin. Dieser hänge damit zusammen, dass in den letzten Jahren die Mittel für den Spielplatzbau und die Wartung von Spielplätzen stark gekürzt wurden. Vielerorts behelfen sich Kommunen damit, wartungsintensive Spielplätze schlicht und einfach abzubauen.

Für öffentliche Spielplätze ist die Stadt- oder Gemeindeverwaltung zuständig. Diese sind für Eltern auch Ansprechpartner, wenn Mängel entdeckt werden.

Ein guter Spielplatz?

Spielplatz ist nicht gleich Spielplatz. Nicht umsonst sind manche gut besucht, andere ständig leer. Einen guten Spielplatz erkennen Eltern daran, dass sowohl das kindliche Bedürfnis nach Bewegung als auch das Bedürfnis nach Gestaltbarkeit und Veränderbarkeit berücksichtigt ist. Ein Spielplatz, dessen Spielmöglichkeiten auf Sandkasten, Rutsche und Klettergerüst begrenzt sind, reicht nicht, um diese Bedürfnisse zu befriedigen. Das Anregungspotenzial dieser Geräte ist zu gering, das Spiel zu stark vorgegeben. "80 Prozent aller Aktivitäten dort sind Bewegungsspiele, die durch die Geräte angeregt wurden. Gravierender ist die Tatsache, dass über die Hälfte aller Spiele weniger als fünf Minuten dauern." (www.kinderrechte.it). Ergänzend sollten also Spielmöglichkeiten vorhanden sein, die die Fantasie anregen und Gestaltungsmöglichkeiten zulassen. Das bedeutet, dass Veränderungen durch die Kinder möglich sein sollten, wie zum Beispiel bewegliche Holzklötze oder Bretter, Sand oder Kies. Ideal sind auch Matschecken und veränderbare Wasserläufe.

Rückzugsmöglichkeiten und Ruhebereiche

Zum Verschnaufen und für Gespräche zwischendurch, ist es außerdem wichtig, dass ein Spielplatz Rückzugsmöglichkeiten bietet, zum Beispiel in Form von Höhlen oder Hütten. Auch sollten Bereiche eingeplant werden, die sich für Beobachtungen, ruhigere Spiele und Gespräche eignen. Damit wird ein Spielplatz auch ruhigeren oder vorsichtigeren Kindern gerecht. Diese verschiedenen Charaktere sollten auch bei der Auswahl der Spielgeräte berücksichtigt werden. Der Spielzeugplaner Beltzig empfiehlt zum Beispiel Netz-Klettergerüste, auf denen mutige Kinder bis nach ganz oben steigen können, Vorsichtigere oder Ängstliche von unten ihre eigenen Grenzen erklettern können. Auch größere Kinder sollten nicht vergessen werden. Deshalb sollten Spielflächen zum Beispiel für Ballspiele vorgesehen werden.

trax.de: Nützliche Infos und Tipps für den eigenen Sandkasten im Garten

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