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Baby, Hund und Katz: So gewöhnen sich Haustiere an Kleinkinder

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Baby, Hund und Katz  

So gewöhnen sich Haustiere an Kleinkinder

08.04.2016, 10:12 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de

Baby, Hund und Katz: So gewöhnen sich Haustiere an Kleinkinder. Haustiere und Babys können gute Freunde werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Haustiere und Babys können gute Freunde werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Frauchen ein Baby bekommt, muss das Haustiere der Familie sein Revier   plötzlich mit einem "Neuzugang" teilen. Eine Tierpsychologin erklärt, wie man Hunde oder Katzen am besten auf den Nachwuchs in der Familie vorbereitet.  Neun Tipps für das Zusammenleben von Baby und Haustier finden Sie hier.

"Müssen wir nun unseren Hund abgeben, weil er sich zurückgesetzt fühlt und vielleicht aggressiv und eifersüchtig reagiert?" Oder: "Kann unser Stubentiger weiterhin im Haus leben, wenn das Baby da ist? Ist das nicht zu gefährlich?" Dies sind die häufigsten Fragen, wenn sich Eltern in einschlägigen Chats beim Thema "Haustiere und Babys" austauschen und Rat suchen. Doch die meisten Experten geben angesichts solcher Verunsicherung Entwarnung, denn gewöhne man die vierbeinigen Mitbewohner frühzeitig an das neue Familienmitglied, seien meist keine Komplikationen zu befürchten.

Hunde müssen früh auf Kinder geprägt werden

Grundvoraussetzung für ein gutes und harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Tier ist gerade bei Hunden eine konsequente Erziehung, die aber nicht erst beginnen darf, wenn das Baby schon unterwegs ist. "Die Prägung und Sozialisierung gerade auf Kinder muss lange vorher geschehen, wenn der Hund noch im Welpen-Alter ist", erklärt Tierpsychologin und Hundetrainerin Petra Wahl-Hofmann. "Das kann entweder durch den Züchter oder mit Unterstützung von Herrchen und Frauchen in einer Hundeschule geschehen. Entscheidend ist, dass der Hund hier Kontakt zu Kindern hat und ihnen schließlich positiv zugewandt ist." Genauso wichtig sei aber auch, dass Hunde perfekt gehorchten, so die Expertin: "Das Tier muss unbedingt gelernt haben, dass es eine Rangordnung gibt, in der er garantiert nicht der Chef ist. Sonst kann es zu Problemen kommen."

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Um hier auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt Wahl-Hofmann grundsätzlich, eher Welpen aus seriöser Züchterhand anzuschaffen: "Mit älteren Hunden etwa aus dem Tierheim sind die Risiken meist höher, weil man einfach nicht weiß, was das Tier vorher erlebt hat und welche Erfahrungen es mit Kindern gemacht hat."

Baby-Accessoires beschnüffeln lassen

Neben guter Erziehung und entsprechender Sozialisierung ist es vor allem bei Hunden sinnvoll, sie zusätzlich auf das Baby als neues "Jungtier" im Rudel vorzubereiten. "Damit kann man schon Wochen vor der Geburt des Babys beginnen", erklärt die Tierpsychologin Wahl-Hofmann, "indem man seinem Tier etwa das Kinderbettchen oder den Wickeltisch zeigt und es alles Neue erschnüffeln lässt." So wird es langsam an die Veränderung gewöhnt und damit die Akzeptanz des neuen Familienmitglieds erleichtert. "Später, wenn das Baby "eingezogen" ist, sollten Hunde genauso wie Katzen schnell lernen, dass der Kinderbereich Sperrzone ist und dass sie sich hier nur aufhalten dürfen, wenn Frauchen oder Herrchen dabei sind."

Haustiere mit Babys Duft vertraut machen

Um ihren Vierbeiner noch besser auf den künftigen Mitbewohner einzustimmen, können angehende Eltern bereits in der Schwangerschaft, so die Empfehlung vieler Experten, Baby-Öle oder Lotionen bei sich selbst auftragen oder Tücher damit beträufeln, so dass die Duftaromen schon vor Ankunft des Babys zum typischen Hausgeruch gehören und später von den tierischen Mitbewohnern nicht als neu und beunruhigend wahrgenommen werden.

Ist der Nachwuchs dann endlich da, aber mit Mama in den ersten Tagen noch in der Klinik, könnten Väter beispielsweise gebrauchte Windeln oder Strampelanzüge mitbringen, damit Hund und Katz' der "live"-Duft des Säuglings schon vorab vertraut wird.

Kontrolliert auf Tuchfühlung mit dem Baby gehen

Zuhause angekommen, heißt es dann Tier und Baby behutsam aneinander heranzuführen. "Auch hier geht alles über die Nase", erklärt Tierpsychologin Wahl-Hofmann. "Die Eltern sollten anfangs unbedingt das Kind zeigen und Katze oder Hund kontrolliert auf Tuchfühlung gehen lassen, damit der kleine Frischling beschnuppert werden kann." Dabei sollte man aus hygienischen Gründen darauf achten, dass das Gesicht des Babys nicht mit der Schnauze in Kontakt kommt. Was man auf jeden Fall vermeiden sollte, so die Expertin weiter: zu ängstlich zu sein und das Baby konstant von den Vierbeinern fernzuhalten. So könne erst recht Neugier erzeugt werden, die dann vielleicht eigenständige Erkundungstouren nach sich zögen. Das gelte vor allem für Hunde.

Zu den vertrauensbildenden Maßnahmen gehört auch, das Haustier so wenig wie möglich auszuschließen. Diese familiäre Nähe tut vor allem Hunden gut, da sie so bei ihrem Rudel sein können: "Eine gute Gelegenheit dafür", so die Empfehlung von Petra Wahl-Hofmann, "bietet sich beispielsweise, wenn das Baby gewickelt oder gefüttert wird. Dann genießen es viele Hunde, sich einfach auf den Boden daneben zu legen und entspannt über das Geschehen zu wachen."

Katzen sind weniger an Kindern interessiert

Etwas distanzierter geht es üblicherweise zu, wenn Katzen das neu geborene Familienmitglied begutachten. Sie sind zwar ebenfalls neugierig, doch ihr Interesse ist nicht so groß wie das der Hunde, denn Katzen sind Einzelgänger. Sehr schnell gehen die geräuschempfindlichen Tiere wieder ihrer Wege, wenn es ihnen beispielsweise mit einem schreienden Baby im Haus zu laut und zu turbulent wird. Vor allem "Freigänger", die gewohnt sind draußen umher zu streunen, entziehen sich auf diese Weise gerne der menschlichen Gesellschaft: "Manchmal", erzählt Tierpsychologin Wahl-Hofmann, "kann es auch passieren, dass es Katzen mit einem Kleinkind in ihrer Nähe zu viel wird und sie sich ein ruhigeres Zuhause mit einem neuen menschlichen 'Dosenöffner' suchen. Katzen sind nämlich eher ihrer Umgebung und dem Futternapf verpflichtet als ihrem Besitzer."

Krabbelalter: tierisches Spielzeug wegräumen

Erhöhte Wachsamkeit ist geboten, wenn das Kind ins Krabbelalter kommt und beginnt sein Umfeld genauer zu inspizieren. Gerade Katzen sollte man jetzt genau im Auge behalten. Denn kommt der neugierige Krabbler ungebeten näher, kann auch der geduldigste Stubentiger unwirsch reagieren und blitzschnell die Krallen ausfahren. Gerade das Gesicht des Kindes ist dann gefährdet, weil es auf Augenhöhe mit der Katze ist.

Auch herumliegende tierische Spielzeuge können zu unangenehmen "Missverständnissen" führen, da Kleinkinder jeden Gegenstand, der im Weg liegt, neugierig unter die Lupe nehmen. Das kann gerade bei Hunden unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Schnappt sich das Kind zum Beispiel den Kauknochen oder das Quietsch-Tier des Hundes, besteht das Risiko, dass dieser sein Eigentum verteidigt. Um solche kritischen Situationen von vorneherein auszuschließen, so Wahl-Hofmann, solle man am besten die Utensilien der Tiere außer Reichweite des Kleinkindes deponieren. "Um dem Hund aber trotzdem gerecht zu werden, ist es sinnvoll, sein Spielzeug zu bestimmten Zeiten herauszugeben und sich bewusst Zeit zu nehmen, mit dem Tier zu spielen. So bekommt der Hund gezielt Zuwendung und Aufmerksamkeit und fühlt sich gegenüber dem Nachwuchs nicht zurückgesetzt." Umgekehrt sollte man die Haustiere darauf trainieren, dass die Kinderspielsachen für sie ebenfalls tabu sind.

Futterschalen außer Reichweite des Kindes aufbewahren

Auch der Futternapf - gleichgültig ob bei Bello oder Mieze - darf nie in der Nähe des Kindes stehen. "Bei Hunden ist es deshalb sinnvoll, sie mit Ankunft des Babys an feste Fresszeiten zu gewöhnen, so dass die Schüssel nur in kurzen Phasen verfügbar ist und ansonsten weggeräumt wird." Und während der Mahlzeit sollte unbedingt dafür gesorgt werden, dass der Hund absolute Ruhe hat. Er verteidigt nämlich üblicherweise seine Beute, wenn ihm jemand beim Fressen zu nahe kommt.

"Bei Katzen reicht es", ergänzt Wahl-Hofmann, "die Fressschale auf einen erhöhten, für sie gut erreichbaren Standort zu postieren, wo jedoch das Kind nicht hingelangen kann." Ähnliches gilt für das Katzenklo, das am besten in einem abgeschlossenen Bereich stehen sollte, in den nur Mieze etwa durch eine Türklappe freien Zutritt hat.

Kontakt zum Haustier nur unter Aufsicht

Die wichtigste Maßnahme aber, um ein sicheres und harmonisches Zusammenleben mit dem Haustier zu gewährleisten, ist kleine Kinder niemals mit dem Hund oder der Katze alleine zu lassen. Wenn die Eltern nicht im selben Raum beziehungsweise nicht in Sichtweite sind, muss die nähere Umgebung des Nachwuchses für die Vierbeiner absolute Tabuzone bleiben. Solche "Gebote" werden vor allem von Katzen nicht selten untergraben. Sie lieben es nämlich, sich auf leisen Pfoten warme Schlafplätze zu erschleichen. Beliebt sind da vor allem kuschelige Babybetten oder Kinderwagen. Im schlimmsten Fall macht es sich der Stubentiger sogar auf dem schlummernden Kind bequem. Um eine solche Situation von vorneherein auszuschließen, sollten Eltern sich angewöhnen, das Bett für die Katze unzugänglich zu machen, Türen geschlossen zu halten oder aber die Schlafstätte ihres Sprösslings mit einem Netz zu schützen.

Haustiere sind kein Spielzeug

Aber nicht nur die Haustiere müssen lernen, sich auf das neuen Familienmitglied einzustellen, sondern auch umgekehrt: Hier ist es an den Eltern, ihrem Nachwuchs schon im Kleinkindalter vorzuleben und zu zeigen, dass Tiere mit Rücksicht und Respekt behandelt werden müssen, dass sie kein Spielzeug sind und Gefühle haben und dass sie nicht bedrängt werden dürfen, Auszeiten und Rückzugsräume benötigen.

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