03.12.2012, 17:48 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de
Die kleinen Frühaufsteher geben ihren Eltern auch am Wochenende kaum eine Chance auszuschlafen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Kinder sind das größte Glück auf Erden. Dies wird allerdings empfindlich gestört, sobald die Sprösslinge Mama und Papa in den frühen Morgenstunden um den Schlaf bringen. Davon können vor allem Eltern von jüngeren Kindern ein Lied singen, denn ihre Kleinen stehen auch am Wochenende bereits um 6 Uhr oder noch früher putzmunter auf der Matte und verlangen nach Bespaßung. Was können Eltern tun, um am Samstag- oder Sonntagmorgen wenigstens einige Minuten mehr Ruhezeit für sich rauszuschlagen? Wir haben einige Tipps und Tricks parat.
Es sind vor allem die Eltern von Klein- und Kindergartenkindern, die sich in Foren austauschen, in der Hoffnung endlich das richtige Rezept zu finden, ihre kleinen Frühaufsteher in ihrem morgendlichen Tatendrang zu bremsen. So schreibt Ute: "Hilfe! Unsere zweieinhalbjährige Tochter treibt uns momentan in den Müdigkeitswahn. Sie geht zwar immer etwa um 19:30 Uhr todmüde ins Bett, weckt uns aber zurzeit etwa um 4:30 Uhr. Das ist eine echte Tortur. Was sollen wir tun?" Und Bea jammert: "Gähn! Leni wird seit neuesten immer um 5 Uhr wach. Bis 5:30 Uhr kann ich sie noch in ihrem Bettchen halten, aber danach fängt sie an heftig herumzuzicken, möchte etwas zu essen und dann spielen. Der Leidensdruck bei uns ist gerade groß und die Müdigkeit auch. Gähn!"
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Eine Patentlösung, wie sich der Schlafrhythmus von Kindern zugunsten des Morgenschlafes nach hinten verschieben lässt, gibt es nicht. Denn der kindliche Schlaf befindet sich in einem ständigen Wandel, je nach Entwicklung und Reife. So können kleine Frühaufsteher, die eine Zeit lang etwa um 5 Uhr topfit waren, einen Monat später schon etwas länger morgens schlafen.
Wichtig ist, dass Kinder insgesamt genug Schlaf bekommen. Wer früh aufsteht, muss deshalb noch lange kein Schlafdefizit haben. Neugeborene benötigen in den ersten Wochen etwa 16 bis 18 Stunden Schlaf täglich. Nach einem halben Jahr haben sie sich im Idealfall an einen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt und schlafen nachts mehr als acht Stunden. Im Alter von zwei Jahren benötigen die meisten Kinder nur noch etwa 13 Stunden Schlaf, machen ein längeres Mittagsnickerchen und schlafen nachts durch. Vier bis Sechsjährige schlafen mittags kaum noch und kommen mit elf bis zwölf Stunden Schlaf aus. Im Grundschulalter sind es dann ungefähr noch zehn Stunden.
Doch nicht nur das Alter der Kinder spielt bei ihrem Schlummerrhythmus eine Rolle, sondern auch zu welchem "Chronotyp" der jeweilige Schläfer gehört. So unterscheidet die Wissenschaft sogenannte Lerchen, Eulen und Normalschläfer, eine Einteilung, die auch schon auf Kinder zutrifft und angeborenes Verhalten umschreibt. Bei Eulen handelt es sich tendenziell um Menschen, die morgens nicht in die Gänge kommen, nachmittags ihr Hoch haben und abends lange munter sind. Im Gegensatz dazu die Lerchen: Sie sind Frühaufsteher, vormittags besonders aktiv und werden abends zeitig müde. Grundlegend umpolen kann man den Bio-Rhythmus nicht. Das verhindern die Gene.
Dennoch verschieben sich gewisse Schlafvorlieben im Laufe des Lebens: Jüngere Kinder haben grundsätzlich die Tendenz, auch wenn sie eher zu den Eulen zählen, zunächst einmal früher als Erwachsene aufzuwachen. Kaum in der Pubertät, verschiebt sich der Rhythmus dann altersbedingt zeitlich etwas nach hinten. Ein paar Jahre später rutscht der Takt dann erneut zurück. All dies geschieht jedoch im Rahmen der angeborenen Anlagen. Wer genetisch zur Lerche neigt, wird als Jugendlicher also eher zum Normaltyp und im Alter wieder zur Lerche. Wer eher der Eulen-Kategorie angehört, entwickelt sich als Teenager vermutlich eher zum notorischen Langschläfer und wird mit den Jahren zur moderaten Eule.
Solche beruhigenden Aussichten helfen erschöpften Eltern von kleinen Frühaufstehern leider nur wenig. Ihnen bleibt angesichts der "Schlummer-Programmierung" nur die Option, nicht das Schlafverhalten ihres Kindes zu verändern, sondern mit den richtigen Strategien die frühmorgendlichen Wachphasen zu ihren Gunsten zu strukturieren.
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Quelle: Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de
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