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Mädchen schreibt Brief an Lego: "Schafft mehr Lego-Mädchen"

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Mädchen schreibt Beschwerdebrief  

"Ich will, dass ihr mehr Lego-Mädchen schafft"

05.02.2014, 19:42 Uhr | Julia Wäschenbach, dpa, t-online.de

Mädchen schreibt Brief an Lego: "Schafft mehr Lego-Mädchen". Der Brief der siebenjährigen Charlotte an Lego. (Quelle: The Society Pages)

Der Brief der siebenjährigen Charlotte an Lego. (Quelle: The Society Pages)

Mehr weibliche Figuren und mehr Abenteuer und Spaß für Mädchen - das fordert eine Siebenjährige aus den USA in einem Brief an Lego. Ein Foto des Briefes in krakeliger Kinderschrift ging via Twitter um die Welt. Der Spielzeughersteller hat nun darauf reagiert.

In der Bauklötzchenwelt dürfen die Jungen arbeiten gehen und Abenteuer erleben, während die Mädchen zu Hause sitzen oder shoppen gehen. So sieht das jedenfalls die kleine Charlotte Benjamin. In einem Brief hat sie sich über die Geschlechterrollen bei dem Spielzeugriesen aus Billund in Dänemark beschwert. "Ich mag es nicht, dass es viele Lego-Jungen, aber kaum Lego-Mädchen gibt", schrieb das Mädchen dem dänischen Fernsehsender TV2 zufolge.

In einem Laden sei ihr aufgefallen, dass die Lego-Mädchen immer nur zu Hause sitzen, zum Strand oder zum Shoppen gehen durften. "Aber die Jungen haben Abenteuer erlebt, gearbeitet oder sind mit Haien geschwommen. Ich will, dass ihr mehr Lego-Mädchen schafft und sie Abenteuer erleben und Spaß haben lasst, ok!?!"

SPIELZEUG
Hat Charlotte Recht? Mädchen-Spielzeug-Figuren verkörpern langweilige Rollenklischees?

Ein Lego-Sprecher bestätigte den Eingang des Briefes. Lego versicherte, auf alle Post von Kunden zu reagieren, verriet aber nicht, wie die Antwort an die Siebenjährige ausgefallen ist.

Mädchenwelten in pink - ist das noch zeitgemäß?

Hersteller von Spielzeug hören immer öfter auf solche Rufe und bieten klassisches Jungsspielzeug wie Bagger, Bobbycars und Bauklötzchen auch für Mädchen an - allerdings in einer mädchenhaften Version. Für die Branche wird geschlechterspezifisches Spielzeug gerade immer wichtiger. Pink ist für Mädchen, blau ist für Jungs - stimmt das also doch noch?

Während viele Eltern dagegen angingen, dass ihre Kinder solchen Rollen entsprechen müssen, haben die Kleinen oft das Bedürfnis, sich typisch für das eigene Geschlecht zu verhalten, meint die Erziehungswissenschaftlerin Bettina Hannover von der Freien Universität Berlin. "So kommt es, dass ein Mädchen vielleicht unbedingt im Prinzessinnenkleid auf den Spielplatz will, auch wenn ihre Eltern sie in Jeans dort hinschicken würden."

Neue Geldquelle für Spielzeughersteller

Die Spielzeugbranche entdecke diese Geschlechterunterschiede als Geschäft, sagt Hannover. "Man hat gemerkt, dass man noch mehr Geld machen kann, wenn man für Jungen und Mädchen spezifische Spielzeuge präsentiert." Eltern hätten außerdem mehr Geld als früher, um für jedes Kind neue Spielsachen zu kaufen, statt sie von Junge zu Mädchen weiterzureichen und umgekehrt.

Die Hersteller konzentrieren sich besonders auf die Mädchen. "Es gibt einfach immer mehr Mädchenspielzeug", sagt der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie, Ulrich Brobeil. Während der Markt für Jungen leicht rückläufig sei, gehe es bei den Mädchen seit Jahren steil nach oben.

Lego verweist auf weibliche Figuren und Themen

Lego-Sprecher Roar Rude Trangbaek betont: "In den letzten Jahren haben wir begeistert festgestellt, dass sich die Zahl der Mädchen, die bauen wollen, stark erhöht hat." Früher sei Lego eher etwas für Jungs gewesen. Einfach nur mit männlichen Figuren zu spielen, reiche den Mädchen aber nicht. "Wir haben uns sehr darauf konzentriert, mehr weibliche Figuren und Themen einzubauen", sagt Trangbaek. So gibt es im Lego-Friends-Set eine "Emma", die Karate kann, außerdem Extremsportlerinnen und weibliche Rockstars. Andere Hersteller haben inzwischen Spielzeugbagger oder Bobbycars in Pink im Sortiment.

Mädchen und Jungen wollen ihren Rollen entsprechen

Eine geschickte Taktik. Denn Kinder im Kindergarten- bis Grundschulalter seien sich der Erwartungen sehr bewusst, die an sie als Mädchen oder Junge gerichtet würden, sagt Erziehungswissenschaftlerin Hannover. "Sie haben große Angst, diesen Normen nicht zu entsprechen." Ein Mädchen, das lieber Fußball spiele, sei in diesem Alter oft nicht so beliebt wie eins, das mit ihren Freundinnen mit Barbiepuppen spiele. Auch die kleine Charlotte wolle kein Jungsspielzeug: "Sie will Lego so, dass es für Mädchen passend ist" - mit mehr weiblichen Figuren.

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