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Bewegungsmangel schadet der Entwicklung von Kindern

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Familie  

Zappeln erlaubt! Kinder brauchen mehr Bewegung

17.01.2012, 13:14 Uhr | dpa-tmn

Bewegungsmangel schadet der Entwicklung von Kindern. Zwei Kinder laufen auf einer Wiese.

Bewegung ist für die kindliche Entwicklung enorm wichtig. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Kinder werden zappelig, wenn sie längere Zeit sitzen müssen. Dann fangen sie an, zu kippeln und auf dem Stuhl herumzurutschen - und das sei auch gut so, sagt Dieter Breithecker von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden. Warum ist Bewegung so wichtig und wie können Sie Ihr Kind fördern?

Bewegungsmangel schadet der Entwicklung

Wenn Kinder sich nicht genug bewegen, gerate die Entwicklung ihrer Sinne und damit ihre gesamte körperliche Entwicklung aus der Balance, sagt Breithecker. Auge und Ohr würden durch die zunehmend multimediale Nutzung zu stark beansprucht, Gleichgewichts- sowie Muskel- und Bewegungssinn dagegen unterfordert. "Das schadet auch der geistigen Entwicklung", warnt er. So wiesen Kinder mit Gleichgewichtsstörungen auch schlechtere Schulnoten auf.

Zwingend erlaubt: Kippeln auf Stühlen

"Die gesunde Bewegungsunruhe während des Sitzens ist also ein Muss", sagt der Experte. Sie diene dem körperlichen und geistigen "Überleben". "Das wachsende Gehirn unserer Kinder ist unter anderem auf regelmäßige Impulse durch die komplexen Sinneszellen des Körpers angewiesen, nur so können sich Nervenzellen im Gehirn optimal verschalten." Aus Sicherheitsgründen sollten Kinder aber nicht auf starren Möbeln kippeln. Besser sie nutzen ergodynamische Stühle mit kontrolliert beweglichen Sitzflächen.

Bewegungsräume schaffen und Vorbild sein

Daher sollten Eltern ihren Kindern im Alltag viel Raum für Bewegung bieten. Das rät der Gesundheitswissenschaftler Professor Klaus Roth von der Universität Heidelberg. Viele Kinder und Jugendliche seien heute unbeweglich und häufig auch zu dick. Eltern unterstützten die Antriebslosigkeit durch ihr Verhalten oft, erklärt der Experte. Es werde zu viel gemeinsam vor dem Fernseher gesessen, und die Kinder würden zu wenig motiviert, draußen zu spielen.

Mehr Aktivität durch minimale Veränderungen

Das Problem sei, dass vielen Eltern gar nicht bewusst ist, wie wenig sich ihre Kinder bewegen. "Einmal die Woche eine Stunde zum Sport reicht nicht aus, um eine aktive und bewegungsreiche Kindheit zu haben", sagt Roth. Die Kinder müssten aber gar nicht öfter in den Sportverein geschickt werden: "Es reicht schon aus, wenn Eltern ihre Kids mal nicht überall mit dem Auto hinfahren." Viele Wege ließen sich auch zu Fuß oder mit dem Rad erledigen. Durch solche Tricks werde der Alltag ganz nebenbei viel aktiver.

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