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Babyentwicklung: Was Babys im zweiten Halbjahr können

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Baby-Entwicklung  

So verläuft die Entwicklung eines Babys im zweiten Halbjahr

19.02.2013, 11:42 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Babyentwicklung: Was Babys im zweiten Halbjahr können. Entwicklung eines Babys im zweiten Halbjahr.

Wenn das Baby mobil wird, ändert sich auch für Eltern viel. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Ab dem siebten Lebensmonat verläuft die Babyentwicklung rasant. Aus dem kleinen Würmchen wird ein sehr lebhaftes Wesen, das immer stärker danach drängt, auf eigene Faust neue Welten zu erkunden. Auch die Persönlichkeit beginnt sich zu verändern. In keiner Lebensphase macht der Mensch in so kurzer Zeit so rapide Entwicklungsfortschritte wie im zweiten Lebenshalbjahr. Für Eltern kann das zur großen Herausforderung werden.

Die erste aufregende und auch anstrengende Zeit ist vorbei. Eltern und Baby haben sich kennen und lieben gelernt, der Umgang ist mittlerweile leichter geworden. Das Kind kommuniziert mit seiner Umwelt und erfreut Eltern, Großeltern und Freunde mit seinem Lachen, Gurgeln und den unspezifischen aber trotzdem tollen "Aah-Ooh-Uh"-Lauten. Monate lang konnte sich der Säugling nicht vom Fleck bewegen und plötzlich dreht er sich. Denn jetzt wird das Kind mobil. Das zweite Lebenshalbjahr des Babys ist bestimmt von dem Willen, sich selbstständig bewegen und mitteilen zu können. Es wird zum Entdecker, der seine Umgebung erkunden und seinen Wirkungsradius vergrößern will. Damit das Baby in seinem Erkundungstrieb nicht "verloren" geht, hat die Natur eine Art Sicherung erfunden: das Fremdeln. Für Eltern ist diese Trennungsangst oftmals ungewohnt, war doch das Kind vorher zu jedermann freundlich. Sie ist jedoch durchaus sinnvoll, denn sie wirkt wie eine unsichtbare Leine, die das Baby an vertraute Personen bindet und so vor Gefahren schützt. Welche Entwicklungsschritte und Veränderungen ein Baby im zweiten Lebensjahr durchmacht, können Sie in unseren drei Tabellen nachvollziehen.

Die körperliche Entwicklung des Babys

Im siebten Monat

Nachdem sich das Baby von einer Seite auf die andere drehen kann, folgt das Drehen von Bauch- zu Rückenlage und umgekehrt. Damit ist die Voraussetzung für das Robben, Kriechen und Sitzen gegeben.

Das Kind kann Gegenstände von einer Hand in die andere nehmen, ergreift sie aber meistens mit beiden Händen.

Im achten Monat

Das Kind beginnt zu robben. Anfangs kriecht es auf dem Bauch vorwärts und benutzt nur die Arme. Es stützt sich dabei auf die Ellbogen oder Hände und zieht den Körper vorwärts. Wenn das Kind diese Bewegungen gemeistert hat, gelingt es ihm bald darauf sich aufzusetzen. 

Das Kind ergreift einen Gegenstand nur noch mit einer Hand. Der Scherengriff wird geübt. 

Im neunten Monat

Das freie Sitzen macht das Baby stolz, kann es doch jetzt seine Umgebung überblicken und hat die Hände frei zum Spielen. Die Bewegungen beim Robben werden geschmeidiger und die Beine kommen zum Einsatz.

Die Bewegungen aller Gliedmaßen werden nach und nach aufeinander abgestimmt und das Baby bewegt Arme und Beine alternierend über Kreuz.

Im zehnten Monat

Immer öfter zieht sich das Baby eigenständig an Regalen, Stühlen und anderen Möbelstücken hoch. Verliert es das Gleichgewicht, setzt es sich auf seinen Po. Die Vorstufe zum eigenständigen Gehen ist eine recht lange Phase, da sich die Balance des Kindes erst entwickeln muss. 

Das Kind ergreift Gegenstände zwischen den Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff).

Im elften Monat

Nach dem Hochziehen an Möbeln hangelt sich das Kind an den Möbeln entlang und fördert so seinen Gleichgewichtssinn und stärkt seine Muskeln. Auch das Laufen an den Händen von Eltern oder Betreuungspersonen wird jetzt ausgiebig geübt.

Im zwölften Monat

Das Kind steht nun sicher an Möbeln oder an der Hand eines Erwachsenen.

Durchschnittlich können Kinder im dreizehnten Lebensmonat frei stehen und laufen. Das freie Aufstehen und Hinsetzen bereitet in dieser Phase oftmals noch Probleme. Um das Gleichgewicht zu wahren, streckt das Kind beim Aufrichten das Hinterteil heraus und lässt sich zum Hinsetzen auf den Po fallen.




Die geistige Entwicklung des Babys

Im siebten Monat

Kommunikation wird immer wichtiger. Wenn es zwischen zwei sich unterhaltenden Erwachsenen sitzt, dreht es seinen Kopf hin und her. Mit sechs Monaten beginnt das Baby die Bedeutung bestimmter Worte zu begreifen. So schaut es beispielsweise bei "Papa" zu seinem Vater.

Das Baby bildet immer längere Lautketten und nutzt mittlerweile sowohl Konsonanten als auch Vokale. 

Im achten Monat

Das Baby plappert vor sich hin, spricht mit seinem Spiegelbild und ahmt den Plauderton der Mutter nach. Ohne Worte kommuniziert es mit seiner Umwelt.

 

Gegenstände werden zwar noch mit dem Mund erkundet, doch daneben nimmt das manuelle Erkunden zu. Das Kind schlägt Spielzeug auf die Unterlage und gegeneinander und wirft es auf den Boden.

Im neunten Monat

Das Baby beginnt, sein Missbehagen immer mehr mit Lauten und weniger mit Schreien auszudrücken.

 

Die Merkfähigkeit entwickelt sich. Vorher galt das Motto "aus den Augen, aus dem Sinn", nun merkt sich das Baby beispielsweise, dass der Ball unter den Schrank gerollt ist.

Im zehnten Monat

Es ahmt die Laute der Erwachsenen nach und bildet das erste Mal gezielt ein Wort. Oftmals "Mama" oder "Papa" - sehr zur Freude der Eltern.

 

Das Kind ahmt nicht nur Laute, sondern auch die Gesten der Erwachsenen nach. Es winkt zur Verabschiedung und klatscht, wenn es sich freut.

Im elften
Monat

Das Kind betrachtet Gegenstände von allen Seiten, nimmt sie kurz in den Mund um sie danach wieder ausgiebig zu betrachten. Alles, was das Kind mit einem seiner Sinne wahrnimmt, versucht es auch mit anderen Sinnen zu prüfen.

 

Die größere Merkfähigkeit lädt zu Spielen ein, in denen Personen oder Sachen verschwinden und wieder auftauchen, wie beispielsweise das Spiel, in dem sich ein Erwachsener hinter einem Tuch oder einer Tür versteckt und wieder zum Vorschein kommt.

Im zwölften Monat

Die Wahrnehmung wird abstrakter und das Kind kann die Auswirkungen einfacher Handlungen begreifen. Wird ein Spielzeug mehrmals an einer Schnur über den Tisch gezogen, wird das Kind selbst versuchen, durch das Ziehen an der Schnur an das Spielzeug zu kommen.  

 

Das Baby versteht Worte und kann sie den Dingen oder Personen zuordnen. Erste Wörter, teilweise sogar aneinandergereiht, werden gesprochen.


Die seelisch-soziale Entwicklung

Im siebten Monat

Das Baby empfindet Trennungsangst - neben dem Fremdeln ein zweiter Schutzmechanismus der Natur. Die Trennungsangst ist eine unsichtbare Leine zwischen Kind und Bezugsperson und schützt es davor "verloren zu gehen".

Im achten Monat

Das Baby beginnt stärker zu fremdeln: Es lehnt nicht vertraute Personen ab und fängt herzhaft an zu schreien, wenn es von den "falschen" auf den Arm genommen wird.

Im neunten Monat

Das Kind entwickelt einen eigenen Willen und fordert seine Selbständigkeit beziehungsweise Selbstbestimmung ein - beispielsweise, indem es sich sein Spielzeug selbst aussucht. Es ist in der Lage, seine Bedürfnisse und Wünsche klar zu äußern.

Im zehnten Monat

Die Persönlichkeit des Kindes kommt immer stärker zum Vorschein. Je nach Charakter schäkert es mit Fremden oder fremdelt weiterhin.

Im elften Monat

Mit der Entwicklung des eigenen Willens sind auch die Eltern stärker gefordert. War es anfangs noch lustig, ein "meins-deins"-Spiel zu spielen, müssen mittlerweile Grenzen gesetzt werden, beispielsweise, wenn das Baby dem Geschwisterkind das Auto wegnehmen möchte. Dies kann zu großem Geschrei führen.

Im zwölften Monat

Das Kind bietet dem Spiegelbild Spielzeug an und versucht nach dem Bild zu greifen. Es sucht das Kind im Spiegel und ist verwundert, keins zu finden.

Manche Kinder beginnen schon jetzt zu trotzen.



Wege zum freien Laufen

Die Entwicklung der Kinder ist äußerst unterschiedlich und dem Charakter des einzelnen Kindes entsprechend. So fangen manche Babys schon früh an zu plappern, andere sind motorisch fitter und können schon mit einem Jahr frei gehen. Viele Eltern erwarten, dass ihr Kind mit sieben bis zehn Monaten kriecht und krabbelt und mit etwa zwölf Monaten die ersten selbstständigen Schritte macht. Doch etwa 13 Prozent aller Kinder lassen entweder das Krabbeln ausfallen oder verzichten auf das Robben und Kriechen. Laufen lernen sie trotzdem. Diese Kinder seien genauso normal entwickelt wie solche, die alle einzelnen Entwicklungsschritte vom Drehen über das Robben und dem Vierfüßlerstand hin zum freien Gehen durchmachen, so Remo H. Largo in seinem Buch "Babyjahre". Die zeitliche Streubreite für das freie Gehen ist sehr groß. Der Professor für Kinderheilkunde schreibt, dass einige Kinder bereits im Alter von acht bis zehn Monaten gehen würden, andere erst, wenn sie 18 bis 20 Monate alt sind. Statistisch betrachtet machen die meisten Kinder ihre ersten Schritte mit 13 bis 14 Monaten, so Largo. Die Kunst des freien Gehens kann das Kind anfangs ganz in Beschlag nehmen. Manche Kinder sind in dieser Zeit so sehr mit dem Laufenlernen beschäftigt, dass andere Entwicklungsschritte stagnieren. So vergrößern sie in dieser Zeit kaum den Wortschatz, wollen keine Bilderbücher mehr anschauen, sondern sind ganz auf die Herkules-Aufgabe konzentriert, sich eigenständig fortzubewegen.

Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig

Sobald Babys ihren persönlichen Bewegungsradius vergrößern, also mit Einsetzen der Krabbelphase, beginnt auch für die Eltern eine neue Zeit. Die Kinder haben ihren Wirkungskreis vergrößert und nutzen ihre neue Mobilität aus, um endlich an die Dinge zu kommen, die ihnen bisher so unglaublich interessant vorkamen, aber immer unerreichbar waren. Das heißt: Nichts ist mehr vor dem Kind sicher! Deshalb müssen die Eltern rechtzeitig gewisse Schutzmaßnahmen in den eigenen vier Wänden vornehmen:

  • Steckdosen mit Sicherheitskappe versehen

  • Treppen mit Kindergittern absichern

  • Niemals Kleinteile (Murmeln, kleine Plastikstückchen) auf dem Boden oder in für das Baby erreichbaren Zonen liegen lassen

  • Auf Tischdecken verzichten (das Baby versucht sich möglicherweise daran hochzuziehen)

  • Eine Sicherung am Herd befestigen

  • Scharfe Tisch- oder Regalkanten mit Schutzkappen versehen

  • Zerbrechliche Gegenstände wie Blumenvasen oder Gläser aus unteren offenen Regalböden räumen

Alarmsignale in der Entwicklung von Babys

Viele Eltern merken instinktiv, wenn etwas mit ihrem Kind nicht in Ordnung ist. Gerade beim ersten Kind sind aber noch manche unsicher. Im Zuge der regelmäßigen Untersuchungen beim Kinderarzt werden neben der körperlichen Gesundheit auch die psychische und physische Entwicklung des Kindes untersucht und dokumentiert.

Darüber hinaus gibt es Alarmzeichen, bei denen Eltern handeln und mit ihrem Kind dem Kinderarzt aufsuchen sollten. Wenn dann das Gefühl überhand nimmt, der behandelnde Arzt nehme die in diesen Fällen berechtigten Sorgen nicht ernst genug, kann durchaus auch ein Wechsel des Kinderarztes in Frage kommen:

  • Ende des dritten Monats: Das Baby hebt das Köpfchen nicht, reagiert nicht auf Geräusche und beachtet Spielsachen kaum

  • Ende des siebten Monats: Das Baby lächelt wenig, ist niemals so richtig vergnügt, greift nicht nach Spielsachen, hat kein Interesse daran, Geräusche zu erzeugen, brabbelt nicht vor sich hin

  • Ende des ersten Jahres: Das Baby kann noch nicht sitzen, sowie nur schwer greifen und loslassen. Wenn es weint, ist es schwer zu beruhigen, Spiele mit Mutter oder Vater interessieren es nicht

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