Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Schulkind >

Schule: Britische Schulen installieren Überwachungskameras in Toiletten und Umkleiden

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Big Brother auf dem Schulklo - Überwachungskameras gegen Teenie-Probleme

13.09.2012, 15:10 Uhr | mmh, t-online.de, dapd

Schule: Britische Schulen installieren Überwachungskameras in Toiletten und Umkleiden. Schultoilette - Vandalismus, Dreck, Ekel, Mobbing.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schultoilette - Vandalismus, Dreck, Ekel, Mobbing. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schultoiletten - sie sind eklig, dreckig, stinken, sind mit obszönen Sprüchen beschmiert und oft ein furcheinflößender Ort, an dem Mobbingopfer angegriffen werden, selbst vor sexuellem Missbrauch sind unsere Kinder dort nicht sicher, wie ein Fall in einer Berliner Schule deutlich machte. Großbritannien geht neue Wege, um die Probleme in den Griff zu bekommen, die aber höchst umstritten sind: Überwachungskameras auf der Schultoilette - in Deutschland undenkbar?

Schultoilette: mangelnde Hygiene, Vandalismus, Mobbing, Missbrauch

Die einen dürfen nicht, die anderen ekeln sich davor, wieder andere haben keine Wahl, weil die Schultoiletten meist kaputt sind. Es geht um den Gang zum Örtchen, das an Schulen nur selten still ist. Es gibt an Deutschlands Schulen die seltsamsten Toilettenregelungen: Nur zu zweit oder nur alleine, niemals außerhalb der Pausen. Die Schultoiletten und die Regelungen rund um diese sind ein hitzig diskutiertes Thema vieler Elternabende. Doch Lösungen werden nur selten gefunden, die Probleme stauen sich auf und können bei Kindern sogar zu ernsthaften Blasen- und Verdauungsproblemen, außerdem zu Angstzuständen führen. Vom Ekel gar nicht zu reden, der entsteht durch unhygienische Zustände, wobei fehlendes Toilettenpapier und Seife noch das geringste Hygiene-Problem sind. Viele Schulkinder trinken im Lauf des Vormittags nicht, um ja nicht auf die Toilette zu müssen. Das aber wäre für die Konzentration und das Wohlbefinden dringend nötig.

Big Brother auf dem Schulklo

Vandalismus und Mobbing in den Schul-Toiletten sind ein ernsthaftes Problem, das auch gesundheitliche Folgen nach sich zieht. In Großbritannien geht man jetzt neue Wege, um dem Thema zu begegnen. Schüler der britischen King Ecgbert School sind auf dem stillen Örtchen nicht mehr unbeobachtet - denn in allen zwölf WCs sind Videokameras installiert worden. Und mit der umstrittenen Maßnahme steht die Einrichtung nicht alleine da. Nach Angaben einer Organisation zum Schutz der Privatsphäre haben mehr als 200 Schulen im ganzen Königreich Überwachungskameras in Toiletten oder Umkleideräumen anbringen lassen.

Intimsphäre trotzdem schützen

Es müsse sichergestellt werden, dass die Intimsphäre der Schüler nicht verletzt werde, forderte die Organisation Big Brother Watch in einem Bericht. Die Veröffentlichung werde viele Eltern schockieren, sagte der Direktor der Gruppe, Nick Pickles. "Die Schulen müssen Rechenschaft darüber ablegen, warum sie diese Kameras benutzen und was mit dem Filmmaterial geschieht."

Schulen unter Rechtfertigungsdruck

Die Rektorin der King Ecgbert, Lesley Bowes, verteidigte die Überwachung als wirksamen Schutz vor Mobbing unter den Schülern. "Es ist eine Sicherheitsmaßnahme für unsere Kinder", sagte sie. Die Aufnahmen würden nur angesehen, wenn ein Verdacht auf Fehlverhalten bestehe. Die Schüler würden nicht beim eigentlichen Toilettengang überwacht, sondern es würden lediglich die Türen der WCs gefilmt. "Die Kameras befinden sich nicht in der Nähe der Toilettenkabinen", betonte Bowes.

Insgesamt räumten 207 Schulen in England, Wales und Schottland ein, Kameras in Toiletten und Umkleiden aufgehängt zu haben, wie Big Brother Watch mitteilte. Die Organisation stützt sich nach eigenen Angaben auf das Ergebnis einer Befragung von fast 4100 Schulen im Mai. Nach Angaben von Pickles liegt die tatsächliche Zahl von Einrichtungen mit kameraüberwachten Toiletten vermutlich noch höher, da fast die Hälfte der befragten Schulen nicht fristgerecht antwortete.

Was passiert mit den Aufnahmen?

Aus dem Bericht ging nicht hervor, wo genau die Kameras jeweils platziert sind, wer das Material überwacht oder ob Schüler möglicherweise in entkleidetem Zustand gefilmt wurden. Wie die britische Datenschutzbehörde ICO mitteilte, ist die Überwachung von Toiletten und Umkleidekabinen zwar rechtlich zulässig. Die Behörde rief jedoch dazu auf, nur unter besonderen Umständen zu einer solchen Maßnahme zu greifen.

"Typische Teenie-Sachen" sollen kontrolliert werden

Die Rektorin der Wildern School in Südengland, M. L. Litton, sagte, an ihrer Schule seien die Toilettenkameras strategisch im Gang platziert und auf die Waschbecken ausgerichtet. Ziel sei es, Schüler identifizieren zu können, falls es zu Zwischenfällen in den WCs komme. "Die Bilder werden nicht angesehen, außer wenn ein Problem gemeldet wurde", sagte Litton. "Und nach höchstens 30 Tagen werden alle Bilder gelöscht." Die Wildern School hat in ihren insgesamt zwölf Toiletten je eine Kamera installiert.

Die Apparate seien nicht wegen ernster Probleme aufgehängt worden, erklärten sowohl die King Ecgbert als auch die Wildern School. Grund sei vielmehr gewesen, dass man "typische Teenie-Sachen" wie Rauchen kontrollieren wolle, sagte Rektorin Litton.

Eltern und Kinder müssen Überwachung zustimmen

Nach einer Schätzung von Big Brother Watch werden britische Schüler und Lehrer von insgesamt mehr als 100.000 Kameras überwacht. 90 Prozent der befragten Einrichtungen hätten angegeben, im Schulgebäude oder auf dem Pausenhof Kameras installiert zu haben. Pickles betonte, er sei nicht grundsätzlich gegen Kameras auf Schultoiletten, allerdings müssten Eltern und Kinder der Überwachung zustimmen.

Rektorin Bowes sagte, an der King Ecgbert habe sich bisher noch niemand über die Videokameras beschwert. Eine ehemalige Schülerin, Jess Hogg, bestätigte: "Jeder wusste von den Kameras in den Toiletten." Die 19-Jährige, die im vergangenen Jahr ihren Abschluss an der Schule machte, erklärte auf Facebook: "Ich persönlich habe mich ein bisschen unwohl gefühlt, aber gleichzeitig auch sicher: unwohl, weil ich nicht wusste, wo sie (die Kameras) in der Toilette waren, und sicher für den Fall, dass es irgendwelchen Ärger in der Schule geben würde."

Das englische Modell - könnte das auch eine Lösung für Deutschlands Schulen sein? Was denken Sie dazu? Nutzen Sie nebenstehendes Voting und die Kommentarfunktion, um Ihre Meinung mitzuteilen.

In unserer "Eltern-Welt" finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
ÜBERWACHUNG AUF DEM SCHULKLO
Kameras auf Schultoiletten - ein Modell auch für Deutschlands Schulen?
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal