22.01.2013, 11:19 Uhr | t-online.de, ddp
Studiendirektor Dr. Andreas Pallack stellt ein neues Lehrwerk für Gymnasien der Sekundarstufe 1 vor.
Mathematik gehört zu den Fächern, die Klassen in Blitzmerker und Verzweifelte spalten. Bei Schülern, die irgendwann den Faden verloren haben, werden die Lücken immer größer und die Noten immer schlechter. Liegt es am Unterrichtskonzept? Wie können Lehrer in der Mathestunde auch die schwachen Schüler mitreißen? Ein Mathelehrer erklärt im Interview, wie das gelingen kann.
Das Lernen von Mathematik zu fördern, ist das Anliegen von Andreas Pallack. Er ist Studiendirektor am Aldegrever-Gymnasium in Soest und engagiert sich in der Lehrerausbildung am Zentrum für schulpraktische Lehrerbildung in Hamm und der Universität Bielefeld. Derzeit entwickelt er in Kooperation mit dem Cornelsen Verlag das neue Lehrwerkskonzept "Fundamente der Mathematik" für das Gymnasium.
Frage: Wenn Sie an Ihre Zeit als junger Lehrer zurückdenken - welches Anliegen an den Mathe-Unterricht haben Sie sich erhalten?
Pallack: Bei mir ist es die Faszination für das Fach. Ich liebe die Mathematik und habe mich für ein Studium entschieden, weil ich Mathematik unterrichten möchte. Das Spannende mit Blick auf Schule ist, dass man diese Faszination auch vermitteln kann. Es ist möglich, Schülern tatsächlich mit Beispielen oder Fragestellungen zu motivieren, über Mathematik nachzudenken und ein Stück weit selbst zu entwickeln.
Frage: Wie verläuft eine optimale Unterrichtsstunde in Mathematik für Sie?
Pallack: Um es in einem Wort zusammenzufassen: spannend! Eine optimale Stunde beginnt mit einem Thema, das die Schüler interessiert, wofür sie brennen können und bei dem sie an einer Lösung interessiert sind. Die Lernenden werden von dem Thema durch die Stunde getragen. Dazu gehört natürlich auch, dass am Ende mathematisch etwas hängen bleibt.
Frage: Vor welchen Herausforderungen stehen das Gymnasium im Allgemeinen und der Mathematikunterricht im Speziellen?
Pallack: Wenn man sich das Gymnasium anschaut und die Entwicklung der Schulumgebung, ist es schon so, dass wir mittlerweile eine höhere Heterogenität bei den Schülern finden als noch vor einigen Jahren. Vor dieser Herausforderung steht auch der Mathematikunterricht. Es gibt Schüler, die eine Sache sofort begreifen und weiterdenken möchten, aber auch Schüler, die etwas länger benötigen. Hier greift das tradierte, klassische Verständnis von Mathematikunterricht nicht mehr: Alle lernen im Gleichschritt. Es muss Differenzierungsmöglichkeiten geben. Eine große Aufgabe für den Mathematikunterricht, der sich jede Lehrkraft stellen muss.
Frage: Was erwartet heute junge Lehrkräfte, wenn sie das erste Mal eine Matheklasse am Gymnasium in ihre Obhut nehmen?
Pallack: Meine Erfahrung mit jungen Kollegen ist, dass sie erst einmal positiv überrascht sind, wie viele Ideen und Sichtweisen Schüler heutzutage in den Unterricht einbringen. Verschiedene Ansätze, mit denen man zunächst gar nicht gerechnet hat. Und damit sind wir bei der zentralen Frage: Wie kann ich unterschiedliche Vorstellungen von Schülern aufgreifen und in den Lernprozess einfließen lassen?
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Quelle: t-online.de, ddp
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