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Rektor gegen Helikopter-Eltern: So urteilen unsere Leser

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Leserkommentare zum Brief an "Helikopter-Eltern"  

"Eltern haben in der Schule nichts verloren"

18.12.2014, 09:28 Uhr | t-online.de

Rektor gegen Helikopter-Eltern: So urteilen unsere Leser. Helikopter-Eltern: "Da wird der Ranzen bis ins Klassenzimmer getragen." (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schulleiter Ralf Hermann kritisiert Helikopter-Eltern: "Da wird der Ranzen bis ins Klassenzimmer getragen." (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Brief eines Grundschulrektors aus Stuttgart, der die übertriebene Einmischung von Eltern in den Schulbetrieb beklagt, hat auch bei unseren Lesern eine kontroverse Diskussion über "Helikopter-Eltern" ausgelöst. Einige fordern absolutes Halteverbot vor Schulen und Hausverbot für Eltern, andere beschweren sich über Lehrer und das Unterrichtspensum von Grundschülern. Die Redaktion hat repräsentative Kommentare zusammengestellt.

Die "Stuttgarter Zeitung" hatte den Elternbrief in Auszügen veröffentlicht. Darin kritisiert Ralf Hermann, Leiter der Schillerschule im Stadtbezirk Bad Cannstatt, dass "viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, verkehrswidrig und häufig gefährlich an der Kreuzung vor dem Haupteingang der Schule parken, Kind und Schulranzen ausladen, den Ranzen teilweise bis ins Klassenzimmer tragen, dem Sohn oder der Tochter die Jacke abnehmen, helfen die Hausschuhe anzuziehen und dann noch die Gelegenheit nützen, die unterschiedlichsten Dinge mit der Klassenlehrerin zu besprechen. Und all dies nicht selten nach Beginn des Unterrichts."

Pädagogen warnen vor übertriebener Fürsorge

Übertrieben besorgte oder ehrgeizige Helikopter-Eltern sind zwar eine Minderheit, aber dennoch ein unübersehbares gesellschaftliches Phänomen. Immer mehr Lehrer, Erziehungswissenschaftler und Psychologen warnen, dass zu viel Fürsorge schlecht der Entwicklung von Kindern schadet, weil sie nicht lernen, Verantwortung zu tragen und selbstständig zu werden.

UMFRAGE
Mischen sich Eltern in der Schule zu stark ein?

Diese Ansicht teilt die Mehrheit der Leser von t-online.de. Viele sind der Meinung, dass frühere Schülergenerationen bei weitem nicht so verwöhnt waren wie Kinder heute. Ein häufiges Gegenargument ist, dass Schüler einem größeren Leistungsdruck ausgesetzt seien und schon in der Grundschule im wahrsten Sinne eine schwere Last schultern müssten.

Selbständigkeit der Kinder bleibt auf der Strecke

ENCOM: Überbesorgte Eltern kann ich rein menschlich verstehen. Es muss jedoch klar sein, dass auf dem Boden solcher Bemutterung keine autonomen, zupackenden Charaktere entstehen, sondern Ja-Sager und Feiglinge.

Konrad2000: Diese Übereltern tun ihren Kindern nichts Gutes. Wer keine Erfahrungen machen kann und keine Hindernisse selbst überwinden muss, wird später im Leben versagen. Eltern sollten das richtige Mittelmaß finden, ihre Kinder zu unterstützen und nicht zu bevormunden.

conni: Die besseren Eltern lassen ihre Kinder frühzeitig den Ernst des Lebens kennenlernen und fahren sie nur in Ausnahmefällen in die Schule. Die Kinder, die erst im Berufsleben plötzlich gezwungen sind, Regeln einzuhalten, bleiben dann meist auf der Strecke.

Bassd: Das Problem geht mindestens zwei Generationen zurück. Stichwort antiautoritäre Erziehung - das hat sich zum absoluten Verhätscheln ausgewachsen.

Bach Affler: Ich bin auch Mutter, habe mittlerweile gegen bestimmte Eltern eine reine Phobie. Eltern haben in der Schule, außer wenn sie zum Elternsprechtag oder Elternabend geladen werden, rein gar nichts verloren.

Daniel Maus: Das schlimmste, das dir als Kind passieren kann: Helikoptermuttis!

volldemokrat: Es ist ausschließlich eine Debatte Eltern gegen Lehrer. Wie wäre es denn, wenn man die zu Wort kommen lässt, um die es geht - die Kinder? Nicht wenigen Eltern würden die Augen aufgehen, würden Kinder deren Überfürsorge kritisieren.

Inesabi93: Bei uns an der Grundschule ist das auch so. Die Kinder bekommen ab der zweiten Klasse ein Handy. Eine Mutter bringt ihr Kind bis vor das Klassenzimmer, stellt die Hausschuhe zurecht und zieht dem Jungen noch die Jacke aus. Dann gibt es eine Abschiedszeremonie. Kann man die Eltern dieser Kinder noch ernst nehmen?

Verständnis für entnervte Lehrer

Icegirl22: Erst gestern habe ich mich mit meinem Schwiegervater über das Thema unterhalten. Er sagt: "Die Kinder gehen ja noch, aber die Eltern. Wie sich manche Eltern bei Sprechstunden aufführen, ist fürchterlich." Aus diesem Grund hat mein Schwiegervater seinen Lehrerberuf vor zwei Jahren an den Nagel gehängt.

lucdf: Einzelkinder mit älteren, verängstigten Eltern, die alles richtig machen wollen und nicht loslassen können, haben es später schwer. Die armen Lehrer müssen die Ängste dieser Eltern kompensieren und sind manchmal völlig entnervt. Das kann man verstehen.

Santa: Der Schulleiter hat die Zeichen der Zeit erkannt und verdient meinen Respekt für seine Konsequenz.

Jomiyatima: Ich arbeite selbst im Schuldienst und kann dem Rektor nur beipflichten. Nur ist es tatsächlich ein kleiner Prozentsatz an Helikopter-Eltern. Der Großteil der Eltern kümmert sich in vernünftigem Maß. Oder gar nicht, auch das gibt es.

toddeleck: Da hat mal ein Direktor Nägel mit Köpfen gemacht. An jeder Grundschule ist es das gleiche Bild: das totale Verkehrschaos zu Unterrichtsbeginn, ein gefahrloses Überqueren der Straße ist nicht mehr möglich. Nicht einmal Polizeistreifen können dem abhelfen. Dann drehen die Eltern eben eine Runde mehr, bis die Polizei weg ist. Da muss ein Knipskasten her, dazu als Strafe Punkte wegen massiver Verkehrsgefährdung.

Zu schwere Schulranzen und gefährlicher Schulweg

Deumann: Weiß dieser Schulleiter überhaupt, wie schwer der Schulranzen für die Kleinen ist? Warum haben die Kinder Rückenschmerzen, Haltungsschäden schon im frühen Alter? In der vierten Klasse beträgt das Gewicht des Schulranzens 27,34 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,43 Metern, dazu kommt der Schulweg hin und zurück.

nimra: Ich finde das System in den USA, wo die Lehrmittel im Schulgebäude im Spind gelagert werden, am besten. Damit ist den Kindern geholfen und die Eltern bleiben vor der Schultür.

Uta2013: Wenn schon in der Grundschule vier Hefte pro Fach nötig sind und der Schulranzen für das Kind zu schwer wird, müssen sich die Schulen ja nicht wundern, dass Eltern Ranzen reintragen. Viele Lehrer an staatlichen Schulen neigen zur Übergriffigkeit und zu Machtspielchen. Aus eigener Erfahrung kann ich in solchen Fällen nur raten, das Kind wenn möglich auf eine Privatschule zu tun. Dort wird man auf Augenhöhe behandelt.

LemmingJaeger: Ich kann die Heuchelei der Lehrer nicht mehr ab! Die Eltern haben laut Gesetz die Verantwortung und Aufsichtspflicht für den Schulweg. Also ist es komplett ihre Sache, wie die Kinder zur Schule kommen.

mama3: Auch ich fahre mein Kind zur Schule. Das würde ich nicht machen, wenn der Schulbus so fahren würde das die Kinder pünktlich an der Schule sind. Mit den Plänen hier kommen die Kinder jeden Tag zu spät in den Unterricht.

Eltern müssen das richtige Maß finden

CuCuB: Sicher ist es übertrieben, die Kinder täglich in die Schule zu fahren. Bei Erstklässlern ist es am Anfang aber doch legitim, das Kind zu behüten, zumal die Lehrer oft keinerlei Interesse am Wohl der Kleinen zeigen. Es gibt gute und schlechte Lehrer, und wenn ein Kind Pech hatte bei der Lehrerzuteilung, muss man dem Kind beistehen.

Nora Steelie: Das richtige Maß muss es sein. Eltern sollten wissen was in der Schule vor sich geht, aber doch bitte in Grenzen. Man muss nicht alles bis ins Detail durchdiskutieren. Lehrer sollten Autoritätspersonen für die Schüler sein und auch so von den Eltern behandelt werden.

ATom: 1. Eltern sollten ihrer Fürsorgepflicht nachkommen - da kann die Schule nicht ausgeschlossen sein. 2. Eltern sollten sich dabei an den rechten Rahmen halten - es geht ja nicht nur um ihr eigenes Kind, sondern um den gesamten Schulbetrieb. 3. Eltern und Schule sollten versuchen, auf einer vernünftigen und konstruktiven Basis zusammenzuarbeiten. 4. Setzt euch zusammen und erarbeitet für unsere Kinder vernünftige Lösungen - miteinander, füreinander für unsere Kinder und unserer Gesellschaft. Es muss doch nicht alles ein Krieg sein.

Albrecht Hofmann: Beide Positionen der hier angeführten Kommentare beinhalten Wahrheiten: Die Schule, ähnlich wie der gesamte Staat, stellt zu viele unnötige Verhaltensvorschriften auf, die die Freiheit von Eltern und Kindern eingrenzen. Andererseits macht die egozentrische und konkurrenzorientierte Sicht vieler Eltern nicht Halt vor den nötigen Vereinbarungen, die für ein geordnetes Miteinander und einen störungsfreien Unterricht nötig sind.

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