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Lebensversicherungen: Jetzt knirscht's bei Altersvorsorge und Baufinanzierung

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Lebensversicherungen: Jetzt knirscht's bei Altersvorsorge und Baufinanzierung

16.01.2012, 10:18 Uhr | dapd, dapd, t-online.de

Lebensversicherungen: Jetzt knirscht's bei Altersvorsorge und Baufinanzierung. Sinkende Renditen bei Lebensversicherungen: auch Baufinanzierung wackelt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sinkende LV-Renditen: auch die Baufinanzierung wackelt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Millionen Besitzer von Lebensversicherungen (LV) machen sich derzeit Sorgen. Denn die Renditen der Verträge schrumpfen. Und damit geraten die Ziele in Gefahr, die mit den Lebenspolicen erreicht werden sollten - beispielsweise ein finanzielles Polster fürs Alter oder die Rückzahlung eines Baukredits. Die meisten Versicherer, vor allem die Branchengrößen, fahren die laufende Verzinsung zurück, im Schnitt von knapp über vier auf etwa 3,8 Prozent. Für die Kunden heißt das: Sie kriegen einmal Tausende Euro weniger heraus als geglaubt. Was also tun?

Für all die, die erst Ende vergangenen Jahres einen Neuvertrag abgeschlossen und es sich jetzt doch anders überlegt haben, sei die Sache recht einfach, sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten. Sein Rat: Sofort die Reißleine ziehen und aussteigen. Binnen 30 Tagen nach der Unterschrift ist ein Widerruf möglich. Auch durch das Nicht-Bezahlen der Prämien lässt sich so manche Police noch abschütteln.

Experte: Lebensversicherungen lohnen sich nicht mehr

Der Neuabschluss von Lebensversicherungen zahle sich längst nicht mehr aus, warnt Köster. Dabei spiele es kaum eine Rolle, dass der Garantiezins seit Jahresbeginn noch weiter in die Knie gegangen ist, von 2,25 auf jetzt 1,75 Prozent. Die Mindestverzinsung komme sowieso nicht voll beim Sparer an, mahnt auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Stuttgart zur Vorsicht. Davon müsse oft ein ganzer Prozentpunkt abgezogen werden, je nachdem, wie kostengünstig der Anbieter arbeitet. Von 100 Euro Einzahlung werden beispielsweise nur 70 verzinst. Die übrigen 30 Euro zieht der Versicherer für seine Kosten ab.

Für langjährige Versicherte sieht es mit dem Garantiezins von bestenfalls vier Prozent zwar besser aus. Wenigstens auf dem Papier. Doch die Lage ist ernst. Viele Sparer zahlen schon seit 10, 20 Jahren ein, um ein Finanzpolster für den Lebensabend zu haben oder den Kredit für die Wohnung abzahlen zu können. Aber die Rechnung geht nicht auf. Die einst versprochenen Überschüsse, die eine Police erst attraktiv machen, sind wegen des Zinstiefs seit Jahren schon nicht mehr zu erwirtschaften. Am Laufzeitende soll es dann noch eine Schlussbeteiligung geben. Aber auch die ohne Garantie.

Lücke von 40.000 Euro

Etwa 90 Millionen schöne Prognosen zur Ablaufleistung haben sich in den vergangenen Jahren praktisch in Luft aufgelöst. Wer von seinem Versicherer vor 20 Jahren vorgerechnet bekam, nach 30 Jahren 100.000 Euro herauszukriegen, muss beispielsweise verkraften, dass momentan nur noch von 60.000 Euro Auszahlung die Rede ist.

Baufinanzierungen über LV-Policen wackeln

Noch schlimmer sind Sparer dran, die über eine Lebensversicherung eine Immobilie finanziert haben - ein Kombi-Modell, das wegen der Provision für die Vermittler noch vor ein paar Jahren ein Verkaufsschlager war. Für die Versicherten entpuppt es sich jetzt als Riesenproblem: Weil die besparte Police nicht mehr die versprochene Rendite bringt, bricht die auf reinen Prognosen aufgebaute Finanzierung wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Die Endsummen werden bei weitem nicht ausreichen, den Baukredit wie geplant auf einen Schlag zu tilgen. Betroffene werden häufig noch im Rentenalter auf einem Berg Restschulden sitzen, wie Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen berichtet.

Augen zu und durch

Obwohl einem Großteil der Versicherten die Felle davon schwimmen, raten Verbraucherschützer meist notgedrungen zum Durchhalten. Steuerfreie Altverträge von vor 2005 sollten auf keinen Fall gekündigt werden, rät Lars Gatschke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Auch nicht auf die Gefahr hin, dass die Verzinsung in den nächsten Jahren noch weiter sinkt. Ein Storno bringt in der Regel nur noch mehr Verluste. Kunden verloren in den vergangenen zehn Jahren bis zu 160 Milliarden Euro durch vorzeitige Kündigungen, wie eine Studie der Verbraucherzentrale Hamburg ergab.

Bei jüngeren Policen sei es dagegen ratsam, die Versicherung beitragsfrei zu stellen oder ganz auszusteigen, gibt Köster zu bedenken. Verbraucherzentralen beraten beispielsweise, was am besten zu tun ist.

Bauherren sollten umschulden

Unbedingt handeln sollten Häuslebauer, empfiehlt Schwarz. In der Regel könne die an eine Lebensversicherung gekoppelte Finanzierung auf neue Beine gestellt und in ein normales Annuitätendarlehen umgewandelt werden - wenn die Bank mitmacht. Das bedeutet aber auch: Der Kreditnehmer muss Riesenverluste aus dem Storno verdauen und nach Jahren des Sparens noch einmal ganz vorn mit dem Schuldenabbau anfangen.

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