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Rente: Millionen Bürgern droht große Versorgungslücke

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Millionen Bürgern droht tiefe Lücke bei der Rente

13.04.2012, 08:50 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, dpa-tmn

Rente: Millionen Bürgern droht große Versorgungslücke. Rechtzeitig Kassensturz machen - sonst droht die Einkommenslücke im Alter (Quelle: imago)

Rechtzeitig Kassensturz machen - sonst droht die Einkommenslücke im Alter (Quelle: imago)

Millionen Rentner droht in Zukunft das Geld auszugehen. Denn die alternde Gesellschaft wird zum Problem. Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren. Die Folge: der Staat wird immer weniger Rente zahlen. Deshalb werden "die meisten gesetzlich Versicherten eine Versorgungslücke haben", warnt der Rentenexperte Theo Pischke von der Stiftung Warentest. So werde die gesetzlichen Rente bei den Meisten Bürgern künftig nicht den Lebensstandard sichern. Doch es gibt Strategien für einen Ruhestand ohne Sorgen.

Rente: Weniger als die Hälfte des Bruttogehalts

Wer 2012 in den Ruhestand geht, kann voraussichtlich mit einer Rente von rund 1270 Euro rechnen. Dies gilt aber nur, wenn er in den alten Bundesländern bei einem durchschnittlichen Jahresverdienst von etwa 32.400 Euro mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. In den neuen Bundesländern liegt die Durchschnittsrente etwas darunter. Wer weniger verdient hat, bekommt weniger gesetzliche Rente. Wer durchschnittlich verdient hat, aber kürzer eingezahlt hat, bekommt ebenfalls eine kleinere Rente.

Der Durchschnittsrentner erhält in diesem Jahr gut 47 Prozent seines bisherigen Bruttogehalts. 2030 wird die Durchschnittsrente bereits auf 40 Prozent des letzten Bruttoeinkommens geschrumpft sein. So sagt es der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung voraus.

Staatliche Rente nur ein Baustein

"Die meisten Rentner werden demnach in 30 Jahren nicht einmal die 40 Prozent erreichen, weil sie unterdurchschnittlich verdient haben oder keine 45 Beitragsjahre zusammenbekommen und deshalb nicht den vollen Rentenanspruch haben", sagt Pischke. Martin Reißig vom Bundesverband der Rentenberater sagt deshalb voraus: "Die staatliche Rente wird zukünftig nur noch eine Grundversorgung sein."

Damit es nicht bei der Grundversorgung bleibt, müssen die meisten zusätzlich sparen. Als ersten Schritt sollte jeder also seine persönlichen Rentenlücke berechnen. Ausgangspunkt für die Kalkulation ist die zu erwartende gesetzliche Rente. Die Deutsche Rentenversicherung verschickt dazu jährlich eine Renteninformation an die Versicherten. Aus dem Formular ergibt sich die voraussichtliche Höhe der gesetzlichen Rente.

Vorsicht bei der Renteninformation

"Die Prognose liefert jedoch lediglich einen Anhaltspunkt über die zu erwartende Rente", erklärt Josephine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Wenn sich in der beruflichen Situation etwas ändert, etwa durch Kindererziehungszeiten oder Arbeitslosigkeit, ändern sich auch die Rentenansprüche. "Wer bereits einige Jahre voll berufstätig war und kräftig in die Rentenkasse eingezahlt hat, dann aber plötzlich eine längere Auszeit nimmt, für den gilt die prognostizierte Rente nicht mehr in der angegebenen Höhe."

Was man im Alter braucht

Auf Grundlage der Hochrechnung der Deutschen Rentenversicherung kann jeder jedoch zumindest grob ermitteln, wie viel er zusätzlich benötigt. "Wer seinen gewohnten Lebensstandard im Ruhestand halten möchte, braucht etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts, auf 20 Prozent können die meisten verzichten", sagt Pischke. Denn viele Ausgaben fallen im Alter weg - etwa einige Posten für die Sozialversicherung.

Berufsrelevante Ausgaben wie Fahrtkosten zur Arbeit sparen Rentner ebenfalls, auch mögliche Raten für einen Immobilienkredit oder Ausbildungskosten für die Kinder. Je nach Lebensweise können aber auch Kosten hinzukommen, zum Beispiel für Reisen und Hobbys. In der Regel steigen zudem die Gesundheitskosten. "Je nach persönlicher Situation kann es daher sein, dass 80 Prozent vom letzten Nettogehalt nicht reichen", sagt Josephine Holzhäuser.

Inflation unbedingt mit einkalkulieren

Theo Pischke weist zudem darauf hin, dass die Deutsche Rentenversicherung bei ihrer jährlichen Rentenprognose keine Geldentwertung einberechnet. "Die Behörde verweist lediglich auf eine zu erwartende jährliche Inflationsrate von 1,5 Prozent, jeder Versicherte muss den Kaufkraftverlust seiner Rente daher selbst einplanen." Bei einer jährlichen Inflation von zwei und mehr Prozent sind das über die Jahrzehnte beträchtliche Summen.

Mit dem Auskunftsschreiben der Deutschen Rentenversicherung und dem Rentenlückenrechner der Stiftung Warentest etwa können Angestellte herausfinden, wie viel sie noch zusätzlich für den Ruhestand zurücklegen müssen. Dabei wird ebenfalls von einer jährlichen Geldentwertung von 1,5 Prozent ausgegangen. Das ist die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen 20 Jahre. Das heißt, eine monatliche Rente von 800 Euro ist bei entsprechendem Kaufkraftverlust in 10 Jahren nur noch etwa 680 Euro wert. Experten befürchten allerdings, dass wegen der Eurokrise die Inflation in den kommenden Jahren deutlich anziehen wird - mit fatalen Folgen für den Wert des Euros. Dieses Szenario sollten Anleger unbedingt mit einkalkulieren. Denn je höher die Inflation, desto weniger Wert sind 1000 Euro zum Rentenbeginn.

Vorsorgen fürs Alter

Ist die persönliche Rentenlücke bekannte, geht es ans Sparen fürs Alter. "Sinnvoll ist immer ein Mix. Für Angestellte lohnt sich meist eine Betriebsrente in Kombination mit der staatlich geförderten Riester-Rente", rät Reißig. Starre Vorsorgemodelle mit regelmäßiger Pflicht zur Beitragszahlung sind seiner Ansicht nach derzeit nicht zu empfehlen. Das sind etwa eine Lebens- oder Rentenversicherung: "Jetzt sollte man lieber sein Geld sammeln, es zum Beispiel aufs Festgeldkonto legen, Fonds mit geringen Gebühren kaufen und warten, bis sich der Zinsmarkt wieder erholt hat. Auch der Erwerb einer Immobilie kann eine Alternative sein."

Nicht zu lange warten

Um eine drohende Versorgungslücke zu schließen, ist frühes Sparen angesagt, rät Pischke. "Wer früh anfängt, kann schon mit kleinen Beträgen Vermögen aufbauen, denn junge Sparer profitieren erheblich vom Zinseszins". Ein guter Zeitpunkt ist etwa, wenn Arbeitnehmer im Beruf einigermaßen Fuß gefasst haben. Bis 50 sollte man aber nicht warten. Denn Je näher das Rentenalter kommt, desto teurer wird es, die Rentenlücke zu schließen.

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