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Riester-Faktor ließ Renten in Deutschland zu wenig steigen

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Riester-Faktor ließ Renten zu wenig steigen

17.04.2013, 15:31 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

Riester-Faktor ließ Renten in Deutschland zu wenig steigen. Studie enthüllt: Die Rentenerhöhungen sind in den vergangenen zehn Jahren zu niedrig ausgefallen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rentenerhöhungen viel zu niedrig ausgefallen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zum 1. Juli steigen in Deutschland mal wieder die Renten. Doch eine Studie enthüllt: Sie hätten seit 2002 viel stärker erhöht werden müssen. Der finanzielle Spalt zwischen Rentnern und Pensionären hat sich dadurch in den vergangenen zehn Jahren deutlich vergrößert. Nach einer Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung sind Pensionen, also Altersbezüge von Staatsdienern, seit 2002 fast doppelt so stark gestiegen wie die Renten von Angestellten und Arbeitern. Laut "Bild" liegt's am Riester-Faktor. Die Verluste für die Rentnerinnen und Rentner sind enorm.

Riester-Faktor zu hoch angesetzt?

Die Zeitung bezieht sich auf eine Studie des Sozialpolitik-Experten Johannes Steffen. Demnach hat ein zu hoch angesetzter Riester-Faktor bei jedem Rentner in Deutschland im Schnitt zu Einbußen von rund 50 Euro im Monat geführt. In zehn Jahren wären das etwa 6000 Euro, die beim Renteneinkommen fehlen.

Die Entwicklung der Nettolöhne würde nur Abschläge von einem Prozent rechtfertigen, tatsächlich betrug der Renten-Abschlag aber fünf Prozent. Der Abschlag wurde mit der Riester-Rente im Jahr 2002 eingeführt. Durch ihn sollte die durch Beitragszahlung in die private Versicherung verursachte Verringerung der Netto-Löhne auf die Rentner übertragen werden. Angenommen wurde, dass alle Arbeitnehmer eine Riester-Rente abschließen und langfristig vier Prozent ihres Nettolohns für eine Zusatzrente zurücklegen.

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Weniger Riester-Verträge abgeschlossen als erwartet

Doch tatsächlich haben viel weniger Arbeitnehmer eine Riester-Rente abgeschlossen als vorhergesagt. Statt erwartet etwa 29 Millionen (Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) wurden nur rund 15,7 Millionen Riester-Verträgen unterzeichnet, zudem wurde etwa ein Fünftel der Verträge ruhend gestellt, wird also nicht bespart.

Zur Finanzierung der staatlichen Riester-Zulagen gab es Abschläge bei den Rentenerhöhungen. Dadurch sind die Renten heute 5,1 Prozent niedriger als ohne Riester-Faktor, schreibt die "Bild"-Zeitung. So hätten die Arbeitnehmer der Studie zufolge beispielsweise im Jahr 2011 insgesamt 33,3 Milliarden Euro in Riester-Renten ansparen müssen. Tatsächlich lagen die Eigenbeiträge jedoch nur bei 6,3 Milliarden Euro.

Pensionäre profitieren - Rentner benachteiligt

Durch die zu starke Beschneidung der Rentenerhöhungen verschob sich das ohnehin schiefe Verhältnis von Rentnern zu Pensionären noch stärker zu Gunsten der Staatsdiener.

So kassierte laut "Bild" ein Kommunalbeamter 2012 im Schnitt 2380 Euro. Ein Rentner aus dem Osten erhielt nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst dagegen nur die so genannte Eckrente von 1121 Euro, sein Kollege aus dem Westen bekam mit 1263 Euro etwas mehr.

Glückliche Kommunalbeamte: Fast 15 Prozent mehr

Ähnlich ungleich sieht es bei der Rentensteigerung aus: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sind die Pensionen der Staatsdiener zwischen 2002 und 2012 bei Bundesbeamten im Schnitt von 2070 auf 2340 Euro gestiegen, was einem Plus von 13 Prozent entspricht. Die Durchschnittspension der Landesbeamten stieg demnach um 14,7 Prozent, die der Kommunalbeamten sogar um knapp 15 Prozent.

Dagegen erhöhten sich bei den Nicht-Beamten die Renten nach Angaben der "Bild" im gleichen Zeitraum nur um 8,5 Prozent im Westen und um 9,7 Prozent im Osten. Ursache für den mageren Anstieg waren unter anderem Nullrunden in den Jahren 2004, 2005, 2006 und 2010. Für diese Gruppe hatte zuletzt eine umfassende Studie das Fazit gezogen: Wer sich auf die Rente verlässt, ist verlassen. Selbst Zusatzvorsorge schützt demnach nicht vor Altersarmut.

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CDU-Experte: Renten müssen stärker steigen

CDU-Sozialexperte Willi Zylajew sagte angesichts dieser Zahlen gegenüber "Bild": "Die Renten müssen stärker steigen. Notfalls müssen dafür die Beiträge erhöht werden." Zuletzt war der Rentenbeitrag gesunken. Eine aktuelle Studie des DIW ergab zudem, dass auch die Rentenkassen in den nächsten Jahren einen satten Überschuss erwirtschaften. Mit dem flächendeckenden Eintritt der "Baby-Boomer" ins Rentenalter wird sich diese komfortable Lage aber ändern.

Regierung: Riester-Abschlag nicht falsch berechnet

Die Bundesregierung wies die Behauptung zurück, der Riester-Faktor in der Rentenformel sei falsch berechnet worden. Es gebe keinen Anlass für eine Korrektur, sagte ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums. Der Riester-Faktor sei eingeführt worden, um die Rente durch Niveauabsenkung bezahlbar zu halten. Er sei "unabhängig vom tatsächlichen Riestern" festgelegt worden. Die Höhe des Faktors hänge nicht vom jeweils individuellen Riester-Verhalten ab. Es handele sich um eine "abstrakte Größe", in die auch andere Vorsorgeformen - etwa betriebliche Altersvorsorge - mit einzurechnen seien.

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