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"Finanztest": Miese Beratung bei der Baufinanzierung

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"Finanztest": Schlechte Beratung bei der Baufinanzierung

18.06.2013, 14:49 Uhr | AFP, t-online.de

"Finanztest": Miese Beratung bei der Baufinanzierung. Der Niedrigzins macht Immobilien bezahlbar (Quelle: imago)

Bauboom in Deutschland (Quelle: imago)

Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden boomt – denn Guthaben-Zinsen bringen kaum etwas und Hypotheken sind günstig. Doch Banken und Kreditvermittler beraten Verbraucher bei der Finanzierung von Immobilien laut Stiftung Warentest häufig nur unzureichend – viele machen unpassende Finanzierungsangebote.

Nur zwei Kreditinstitute überzeugen komplett

In einem Vergleich unter 21 Anbietern von Baufinanzierungen hätten nur zwei mit der Note "gut" abgeschnitten, berichtet die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "Finanztest". Nur die Frankfurter Volksbank und die Sparda Baden-Württemberg überzeugten die Tester komplett. Zudem gehörte die BW Bank zu den besseren Beratern.

Zehn Angebote seien befriedigend gewesen, sechs ausreichend und drei sogar mangelhaft.

Beratung am Bedarf der Kunden vorbei

Die Mängel bei der Beratung und den Finanzierungsangeboten seien unterschiedlichster Art gewesen, berichtet "Finanztest". So habe etwa jeder fünfte Anbieter Finanzierungsvorschläge gemacht, bei denen die monatlichen Raten und Kosten den Finanzrahmen der Testkunden um mehr als 150 Euro überschritten hätten.

Auch sei die vorgeschlagene Kreditsumme häufig am Bedarf der Kunden vorbeigegangen. Dabei hätten die Berater in den meisten Fällen zu hohe Kredite empfohlen. Ein höheres Kreditvolumen bedeutet für Kunden am Ende eine höhere Zinssumme, die an den Finanzierungsanbieter zu zahlen ist.

Teure Unterschiede bei den Zinsen

Teils habe es zwischen den Anbietern "riesige Zinsunterschiede" gegeben, berichtet "Finanztest". Während einzelne Anbieter über vier Prozent verlangt hätten, habe bei anderen eine zwei vor dem Komma gestanden. Die Zinsunterschiede summierten sich unterm Strich demnach auf bis zu 30.000 Euro.

Zuungunsten der Kunden habe sich daneben die Empfehlung einiger Institute ausgewirkt, die Immobilien voll auf Pump zu finanzieren, obwohl die Testkunden erhebliches Eigenkapital mitbrachten, berichtet "Finanztest". Staatliche Fördermöglichkeiten wie das sogenannte Wohn-Riester blieben zumeist unerwähnt. Auch auf das Wohneigentumsprogramm der staatlichen Förderbank KfW verwiesen die Berater nicht regelmäßig.

Wichtige Informationen fehlten

Auch die Informationen rund um die Kreditangebote seien häufig mangelhaft gewesen, berichtet "Finanztest". In einzelnen Fällen bekamen Kunden keinen Tilgungsplan ausgedruckt. Berater machten demnach mitunter keine Angaben zur Restschuld für die Zeit, wenn die Zinsbindungsfrist abläuft.

Auch hätten nur wenige Berater Kunden die Auswirkungen vorgerechnet, wenn sich nach Ende der Zinsbindung das Zinsniveau maßgeblich erhöht hat. Nur durch solche Berechnungen ist dem Kreditnehmer aber eine Abschätzung möglich, ob er eine Immobilienfinanzierung auch langfristig tragen kann.

Für die Untersuchung ließ "Finanztest" Testkunden in je sieben Filialen der 21 Banken und Kreditvermittler Beratungsgespräche führen. Insgesamt 146 Beratungen kamen zustande. Im Modellfall sollte ein Ehepaar eine Eigentumswohnung für 260.000 Euro kaufen, bei einem gemeinsamen monatlichen Nettoeinkommen von 3820 Euro. An Eigenkapital waren 84.000 Euro angespart.

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