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Devisenhandel für Anfänger: Das sollten Sie wissen

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Gewinn-Chancen und Verlust-Risiken  

Was Sie über den Devisenhandel wissen sollten

25.06.2016, 13:56 Uhr | Martin Mrowka, t-online.de

Devisenhandel für Anfänger: Das sollten Sie wissen. Devisenhandel: Es locken hohe Gewinnchancen. (Quelle: Reuters)

Devisenhandel: Es locken hohe Gewinnchancen. (Quelle: Reuters)

Der mit Abstand größte Markt der Welt ist der Devisenmarkt. Im Schnitt werden täglich (!) rund um die Uhr an fünf Tagen die Woche Währungen im Wert von 4,8 Billionen Dollar (etwa 4,2 Billionen Euro) gehandelt. Eine unvorstellbare Summe. Zum Vergleich: Die Summe aller in Deutschland produzierten Güter und Dienstleistungen (das Bruttoinlandsprodukt BIP) beträgt gut drei Billionen Euro - jährlich. Es locken hohe Gewinnchancen.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Devisenhandel für Anfänger und geben Tipps.

Unter Devisen versteht man alle Zahlungsmittel in ausländischer Währung, abgesehen von Bargeld. Ähnlich wie mit Aktien kann man auch mit Devisen Geld verdienen, viel Geld. Mit Glück lassen sich binnen weniger Stunden hohe Renditen erzielen.

Devisenhandel früher nur für Profis

Der weltweite Devisenhandel (englisch Foreign Exchange oder kurz Forex FX) stand bis zur Jahrtausendwende nur den Profis (Banken und institutionelle Investoren wie Hedge Fonds) zur Verfügung. Die Deutsche Bank beherrschte das Segment bis 2013 als Weltmarktführer, rutschte zuletzt aber ab. Primus im Devisenhandel ist nun mit einem Anteil von etwa 13 Prozent die Citigroup. Die Banken vermitteln die Geschäfte in erster Linie für Firmen (etwa Exporteure und Importeure) zur Absicherung von Devisenschwankungen bei internationalen Aufträgen. 

Die größten Devisenhändler sind laut Euromoney FX Survey 2016 folgende Banken: 

Größte Devisenhändler laut Euromoney-Ranking 2016:

  1. Citigroup
  2. JPMorgan
  3. UBS
  4. Deutsche Bank
  5. Bank of America Merrill Lynch
  6. Barclays
  7. Goldman Sachs
  8. HSBC
  9. XTX Markets
  10. Morgan Stanley


Für wen ist der Devisenhandel geeignet?

Ein kleiner Bruchteil des globalen Billionen-Geschäfts steht seit einigen Jahren auch privaten Spekulanten online zur Verfügung, die in kurzer Zeit viel Geld verdienen wollen. Boshaft werden diese Trader oft Zocker genannt. Wie praktisch überall an der Börse gilt es zu beachten: Den hohen Gewinnchancen stehen auch hohe Verlustrisiken gegenüber. Das muss sich jeder bewusst machen. Wer eventuell schon das Risiko beim Aktienhandel scheut, sollte von Devisen erst recht Abstand nehmen.

Tipp: Wer sich an den Devisenmarkt traut, sollte das lediglich mit einem sehr kleinen Teil seiner Ersparnisse tun. Das eingesetzte Geld könnte - wenn’s schief geht - schnell komplett "verzockt" werden.

Wie funktioniert der Devisenhandel?

Rund um die Uhr werden weltweit Währungen getauscht - ähnlich wie es deutsche Touristen auf Überseereisen tun: Euro werden dort verkauft, die Urlaubswährung gekauft. Am Devisenmarkt werden entsprechend immer Währungspaare gehandelt. Jeder Basiswährung, die gekauft wird, steht eine Quotierungs-Währung, die verkauft wird, gegenüber. Das mit Abstand online am häufigsten gehandelte Währungspaar ist Euro/US-Dollar (abgekürzt EUR/USD). Danach folgen USD/JPY (japanischer Yen) und USD/GBP (britisches Pfund). In weiterer Folge spielen auch der Austral-Dollar (AUD), der Kanada-Dollar (CAD) und der Schweizer Franken (CHF) eine nennenswerte Rolle im weltweiten Online-Devisenkonzert.

Die Währungskurse werden durch das jeweilige Angebots- und Nachfrageverhältnis sekündlich bestimmt. Allerdings: Über Crossrates haben auch andere Wechselkurse Einfluss auf das jeweilige Währungspaar. Wichtig: Auch Zinsentscheidungen, politische Entscheidungen, Attentate und Unglücke können die Wechselkurse beeinflussen.

Wie kann man im Devisenhandel Geld verdienen?

Ein Beispiel - stark vereinfacht: Sie kaufen einen EUR/USD zu einem Wechselkurs von 1,1355 Dollar und verkaufen das Paar ein paar Stunden später zu 1,1389. Dann haben Sie einen Gewinn von 0,0034 Dollar gemacht bzw. 0,3 Prozent. (Das ist wahrscheinlich bereits mehr, als Ihnen die Bank derzeit pro Jahr an Zinsen zahlt.)

Um im Devisenhandel erfolgreich zu sein, muss man sehr aufmerksam den Markt beobachten und über eine gewisse Erfahrung verfügen.

Tipp: Beobachten Sie die Börsen-Meldungen in einschlägigen Medien und die jeweiligen Bewegungen am Devisenmarkt über einen längeren Zeitraum - bevor Sie sich mit Ihrem Geld engagieren.

Grundsätzlich gilt: Wechselkurse unterliegen unvorhersehbaren Schwankungen, die auch im Tagesverlauf erhebliche Ausmaße annehmen können. Erinnert sei an die plötzliche Loslösung des Schweizer Franken vom Euro oder die Pfund-Turbulenzen rund um die Brexit-Abstimmung.

Wenn man dann noch berücksichtigt, dass Devisengeschäfte mit einem Hebel von bis zu 500 getätigt werden können, werden Gewinn- und Verlust-Möglichkeiten schnell deutlich. Die Preisänderungen werden im Devisenhandel in Pips (im Beispiel oben: 34 Pips) angegeben und die Einheit der Handelsmenge ist das Lot. Mehr dazu später.

Wer bietet Devisenhandel an?

Devisen werden nicht über eine zentrale Börse gehandelt, sondern ausschließlich elektronisch. Während die Banken untereinander vernetzt sind, benötigen private Trader ein Forex-Konto, um mit Devisen zu handeln. Gut zwei Dutzend spezialisierte Forex-Broker bieten dafür in Deutschland ihre Vermittler-Dienste mit Handelsplattformen an. Tipp: Wählen Sie einen FX-Broker, der in Europa ansässig und reguliert ist. Auch unter Devisen-Brokern verbergen sich manchmal schwarze Schafe.

Jeder Broker hat ganz eigene Konditionen und Kostenpunkte und wer sicher gehen will, einen geeigneten Anbieter zu finden, kommt um einen Forex-Broker-Vergleich (auch per Demo-Konto) kaum herum. Für Anfänger gut geeignet sind Plus500, GKFX und AvaTrade sowie Admiral Markets - ergab ein Test von deutscheFXbroker.

Mit welchen Gebühren muss ein Devisen-Trader rechnen?

Der Forex-Broker verdient an der Spanne zwischen Angebots- und Nachfrage-Kurs (Bid/Ask) eines Devisenpaares. Im deutschen Handel spricht man von Geld- und Brief-Kurs. Aufgrund der hohen Liquidität beim Devisenhandel sind diese Spannen in der Regel recht eng, meist auf die vierte Nachkommastelle (Pip) gestellt. Die Spanne ist abhängig vom Währungspaar, von der Liquidität und der Schwankungsintensität. Je häufiger ein Währungspaar gehandelt wird, desto geringer sind die Spreads. Die engsten Geld-Brief-Spannen liegen bei einem oder zwei Pips etwa für EUR/USD, bei exotischeren Währungen (z.B. mexikanischer Peso) geht es rauf auf sechs Pips.

Mit dem Spread sind meistens auch die Transaktionskosten abgegolten, die bei jedem Kauf und bei jedem Verkauf fällig werden. Sie sind geringer als im Börsenhandel mit Aktien oder Derivaten.

Wie hoch ist der Mindestbetrag einer Devisen-Order?

Die Forex-Broker verlangen unterschiedliche Mindesteinlage-Summen: von Null bis 10.000 Euro. Aber: Im Devisenmarkt werden sogenannte Lots gehandelt. Eine Standardmenge Lot an Deviseneinheiten entspricht 100.000 Einheiten der Basiswährung. Beim Währungspaar EUR/USD entspricht ein Lot demnach 100.000 Euro. Bei den meisten Brokern können neben Standard-Lots auch Mini-Lots (10.000 Einheiten der Basiswährung) oder Micro-Lots (1000 Einheiten) gehandelt werden. So muss für eine Order nicht die komplette für die Order benötigte Kapitalsumme aufgebracht werden.

Wichtiger als der Mindestbetrag ist die Sicherheitsleistung, die der Trader für seine Devisen-Order hinterlegen muss: die sogenannte Margin. Die hinterlegte Sicherheitsleistung kann als Pfand für den Handel mit einem höheren Währungsbetrag angesehen werden. Die Mindesthöhe der Margin kann gerade für Anfänger ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des richtigen Forex-Brokers sein.

Wie beeinflusst der Hebel die Gewinn- und Verlust-Möglichkeiten?

Die Sache mit dem Hebel: Die meisten FX-Broker bieten an, mit deutlich mehr Geld zu handeln als vom Anleger eingesetzt wird. Mit dem Hebel (auch Leverage genannt) variieren die Fremdfinanzierungsmöglichkeiten von 1:10 bis 1:500.

Ein Beispiel: Der Trader bringt 1000 Euro Eigenleistung auf und erhält vom FX-Broker die Möglichkeit durch geliehenes Geld mit 100.000 Euro am Forex-Handel teilzunehmen. Dies entspricht einem Hebel von 100. Durch den größeren Kapitaleinsatz am Markt können große Gewinne, aber auch große Verluste entstehen, wenn die Wette nicht aufgeht.

Die Mindesthöhe kann gerade für Anfänger ein entscheidendes Kriterium bei der Forex Broker Wahl sein.

Kann man im Devisenhandel mehr verlieren als man eingesetzt hat?

Ja! Der Hebeleffekt kann dazu führen, dass die beim Devisengeschäft hinterlegte Margin nicht ausreicht, um die aufgelaufenen Verluste zu decken. Daraus kann sich eine Nachschusspflicht und unter Umständen sogar eine Nachforderungspflicht ergeben. Das wäre ein sogenannter Margin Call.

Ein Beispiel: Das Handelsvolumen einer Devisenorder liegt bei 10.000 Euro (Mini-Lot) bei einer hinterlegten Margin von 100 Euro. Wenn der Kurs der Währung wider Erwarten um ein Prozent fällt, wäre die Sicherheitsleistung bereits aufgebraucht - der Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Das passiert, wenn EUR/USD aus obigem Beispiel vom Kaufkurs bei 1,1355 um ein Prozent (114 Pips) auf 1,1241 Dollar fällt. Rutscht der Euro noch weiter, muss der Devisen-Trader dem Forex-Broker Geld nachschießen.

Wie lassen sich zu große Verluste vermeiden?

Der FX-Broker sichert sich in der Regel allerdings ab, dass die Position automatisch geschlossen wird, wenn die Margin aufgebraucht ist. Der Devisen-Trader wiederum sollte eine Verlustbegrenzung in Form eines Stop Loss einrichten. Dann wird die Position bereits deutlich früher geschlossen - z.B. bei der runden Marke 1,13 Dollar. So ist lediglich die Hälfte des eingesetzten Geldes verloren, statt alles.

Legt die EUR/USD-Position hingegen um ein Prozent oder 114 Pips auf 1,1469 zu, hätte sich der Einsatz verdoppelt, der Trader also eine Rendite von 100 Prozent erzielt.

Tipp: Anfänger im Devisenhandel sollten lediglich einen kleinen Hebel von 1:10 bis 1:30 wählen. Gier ist kein guter Ratgeber. Die Charttechnik kann Hilfe beim Finden des richtigen Stop-Loss-Niveaus leisten.

Was bringt ein Demo-Konto im Devisenhandel?

Die meisten Forex-Broker bieten ihren Kunden ein kostenfreies Demo-Konto an. Damit können die künftigen Devisen-Trader über einen begrenzten Zeitraum unter realen Bedingungen mit virtuellem Geld das Spekulieren trainieren. Dieses Üben ist praktisch unverzichtbar, um später mit Devisen-Orders erfolgreich zu sein. Per Demo-Konto kann man lernen, wie der Devisenmarkt „tickt“, unterschiedliche Strategien und Stop-Loss-Orders gefahrlos ausprobieren und letztlich feststellen, ob man für eine derart spekulative Geldanlage überhaupt „der Richtige“ ist. Spezielle Webinare geben zusätzliches theoretisches Rüstzeug.

Tipp: Per Demo-Konto lassen sich auch die Handelssysteme verschiedener FX-Broker ausprobieren. So lässt sich die Entscheidung für einen passenden Devisen-Broker erleichtern.

Neben Geld, Glück und Sachverstand (Informationen!) empfiehlt sich auch eine gehörige Portion Geduld und Disziplin, um als Devisen-Trader erfolgreich zu sein. Denn auf gute Trading-Situationen muss man oft lange warten.

Wie wird Devisenhandel versteuert?

Die Gewinne aus dem Devisenhandel werden wie andere Gewinne aus Veräußerungsgeschäften versteuert. Alle Gewinne aus dem Forex-Handel unterliegen der Abgeltungssteuer. Alle Arten von Kapitalerträgen werden seit 2009 so besteuert. Entsprechend werden 25 Prozent der realisierten Gewinne an das Finanzamt abgeführt plus 5,5 Prozent Solidarzuschlag. Wenn der Trader Kirchensteuer zahlt, wird der Gewinn um weitere 8,0 Prozent geschmälert.

Tipp: Splitten Sie Ihren jährlichen Freibetrag für Kapitalerträge und stellen einen teilweisen Freistellungsauftrag auch bei Ihrem Forex-Broker.

Wer sich für einen FX-Broker im Ausland entscheidet, der die Steuer nicht automatisch an die deutschen Finanzbehörden abführt, muss seine Gewinne selbst ans Finanzamt melden. Verstärkte internationale Kontoabfragen vom Fiskus sollen Steuerhinterziehungen aufdecken. Das kann dann teuer werden, wie es etwa Uli Hoeneß am eigenen Leib zu spüren bekam. 

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