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Hamburg: Lidl eröffnet "Pop-Up-Store" für Modelinie Esmara

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Discounter mit neuem Textil-Konzept  

Lidl wagt sich mit Mode auf Luxusmeile

08.09.2016, 13:02 Uhr | dpa, t-online.de

Hamburg: Lidl eröffnet "Pop-Up-Store" für Modelinie Esmara. Der vorübergehende Lidl-"Pop-up-Store" am Hamburger Neuen Wall. Vom 8. bis 17. September gibt es hier nur Klamotten - und keine Lebensmittel. (Quelle: dpa)

Der vorübergehende Lidl-"Pop-up-Store" am Hamburger Neuen Wall. Vom 8. bis 17. September gibt es hier nur Klamotten - und keine Lebensmittel. (Quelle: dpa)

Die Lebensmittel-Discounter Aldi und Lidl machen auch mit Kleidung große Umsätze. Allein, am Chic mangelt es gelegentlich - und an der Präsentation. Jetzt verlässt Lidl gewohnte Pfade und wagt sich mit Kleidung auf eine Luxusmeile.

Der Lebensmittel-Discounter will an diesem Donnerstag an Hamburgs edelster Einkaufstraße, dem Neuen Wall, für zehn Tage einen "Pop-Up-Store" eröffnen, um dort für eine neue "Premium-Kollektion" seiner Modelinie Esmara Reklame zu machen. Ab Mitte September soll es die Linie dann auch bundesweit in den Lidl-Märkten geben.

Lidl präsentiert damit zum ersten Mal einen Teil seines Textil-Angebots außerhalb der eigenen Filialen - im Umfeld von Luxusmarken wie Prada, Gucci, Hermés und Jil Sander.

Das soll Kundinnen ansprechen, die sonst in Sachen Bekleidung einen Bogen um die Discounter machen. Kein Wunder: Letztlich sind Lidl und Aldi Lebensmittelmärkte - und haben keine Umkleidekabinen.

Vorübergehender Versuchsballon

Im Lidl-Klamotten-Laden ist das anders. Wenn auch nicht von Dauer. Denn "Pop-up-Stores" nutzen meist vorübergehenden Leerstand und verschwinden so schnell wieder, wie sie gekommen sind.

"Wir erwarten uns keine großartigen Umsätze und werden damit kein Geld verdienen", sagt Jan Bock, der Lidl-Einkaufschef für Deutschland. "Der Store soll zusätzliche Aufmerksamkeit generieren." Die Damenkollektion mit Hosen, Kleidern, Shirts und Schuhen reicht preislich bis 49,99 Euro.

Aldi vor zweiter Jette-Joop-Kollektion

Allein ist Lidl mit seinem Upgrade im Modebereich nicht. Der Discountriese Aldi überraschte bereits im April seine Kundinnen mit einer Modekollektion, die von der Designerin Jette Joop entworfen wurde. Sie verkaufte sich offenbar gut. Denn Ende September bringt der Billiganbieter nun eine Herbstkollektion der Designerin auf den Markt: Cardigans, Jumpsuits, Jeans, Pullover, Schuhe und Handtaschen im Preisrahmen zwischen 9 und 30 Euro.

In Szene setzt Aldi Süd die neue Kollektion mit einem "Fashiontruck", der in München, Frankfurt am Main und Düsseldorf Station macht und ausgewählten Kunden ein Styling durch die Designerin anbietet. Ziel sei es "anspruchsvolle Mode zu besten Preisen für alle zugänglich zu machen", sagt Aldi-Managerin Aline Suckow.

Discounter müssen und wollen chicer werden

Die plötzliche Lust der Billiganbieter am Glamour der Modewelt kommt für den Handelsexperten Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nicht überraschend. Denn die Discounter stehen unter Druck. Seit einiger Zeit verlieren sie nach den Untersuchungen der GfK in Deutschland Marktanteile an die klassischen Supermärkte.

Der Anstieg der verfügbaren Einkommen spielt bei dieser Entwicklung nach Einschätzung Adlwarths ebenso eine Rolle wie die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsene Bereitschaft der Verbraucher, der Qualität Vorrang vor dem Preis einzuräumen.

Ziel aller Discounter sei es zurzeit, sich ein neues, höherwertigeres Image zu geben und interessanter für jüngere und qualitätsorientierte Kunden zu werden, sagt Adlwarth. Aldi nimmt deshalb immer mehr Markenartikel in seine Regale auf. Lidl investiert Millionen in Fernsehwerbung. Und beide Ketten hübschen ihre Filialen auf.

Bedeutende Textil-Umsätze

Der neue Stil beim Textilverkauf passt da gut ins Bild. Denn er spricht jüngere, markenbewusste Frauen an - eine Zielgruppe, an der den Discountern besonders gelegen ist, wie Adlwarth betont. In den Augen des Marktforschers ist es kein Zufall, dass die beiden Branchengrößen nun auch beim Thema Mode zu Rivalen werden. "Lidl und Aldi stehen in beständigen Wettkampf besonders bei jüngeren Kunden, die noch keine so feste Bindung an einen der Discounter haben", urteilt der Branchenkenner.

Hinzu kommt: Das Geschäft mit Jeans, Freizeit-Jacken und Kinder-Schlafanzügen ist für die Discounter alles andere als unwichtig. Der Markt ist mit rund 55 Milliarden Euro Umsatz sehr groß. Mit Textilumsätzen von jeweils mehr als einer Milliarde Euro gehören sowohl Lidl als auch die Aldi-Gruppe nach Schätzungen des Branchen-Fachblatts "Textilwirtschaft" zu den Top Ten des deutschen Textilhandels.

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