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Das müssen Sie über den Pflichtteil beim Erbe wissen

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Enterbte Kinder  

Das müssen Sie über den Pflichtteil beim Erbe wissen

25.09.2017, 16:26 Uhr | Johannes Büchl, t-online.de

Das müssen Sie über den Pflichtteil beim Erbe wissen. Ein Mann und eine Frau streiten am Tisch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/altrendo images)

Das Testament der Eltern sorgt bei Geschwistern oft für Streit. Das Erbrecht garantiert jedoch auch ungeliebten Kindern und Verwandten einen Pflichtteil. (Quelle: altrendo images/Thinkstock by Getty-Images)

Dass das Erbrecht auch ungeliebten Kindern und Verwandten einen Pflichtteil garantiert, hält fast jeder dritte Deutsche für überflüssig. Das hat eine Allensbach-Studie im Auftrag der Postbank ergeben. Was es mit diesem Mindestanspruch auf sich hat und wie er verloren gehen kann, erklärt der Notar Andreas Brandt im Gespräch mit t-online.de.

"Das Erbrecht ist kompliziert", sagt Brandt, der Pressesprecher der Bundesnotarkammer. Zunächst müsse die Erbfolge beachtet werden. Grundsätzlich pflichtteilberechtigt ist eine große Gruppe: Kinder, Kindeskinder, Eltern, Ehe- und gleichgeschlechtliche Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft. In der Praxis ist die Gruppe jedoch gestaffelt durch die Erbordnung. Einen Anteil erhalten üblicherweise die Kinder des Erblassers (1. Erbordnung) und dessen Eltern beziehungsweise deren Nachkommen (2. Erbordnung).

Kinder gehen vor Eltern eines Erblassers

"Deshalb kommen nie alle gleichzeitig zum Zug", erklärt Brandt. Ein praxisnahes Beispiel: Ein Ehepaar stirbt, dass sowohl Kinder als auch Eltern hinterlässt. "Dann erben die Eltern gar nichts, weil Kinder in der Erbordnung höher stehen."

Wer über das Testament trotz Berechtigung ausgeschlossen wird, kann die Hälfte der Summe beanspruchen, die ihm ohne Ausschluss zugestanden hätte. Beispiel: Eine Witwe hinterlässt ein Erbe im Wert von 100.000 Euro. Sie hat zwei Töchter, von denen sie die eine zur Alleinerbin eingesetzt hat. Laut gesetzlicher Erbfolge steht jedem der beiden Kinder ein Erbteil von 50.000 Euro zu. Der Pflichtteil, den das enterbte Kind bekommt, liegt also bei 25.000 Euro. Der Rest des Erbes, 75.000 Euro, geht an die Schwester.

Gute Absicht kann für Streit sorgen

Eine andere typische Konstellation könne Probleme verursachen, auch wenn sie oft ohne bösen Hintergedanken entstehe: Ein Ehepartner verfügt, dass nach seinem Tod der andere Partner Alleinerbe wird – und die Kinder erst nach dessen Tod etwas bekommen. Damit müssen sich Kinder aber nicht abfinden, auch hier können sie den Pflichtteil einklagen.

Zwei Dinge gilt es noch zu beachten: Erbe wird man automatisch, "aber Ihren Pflichtteil müssen Sie einfordern und gegebenenfalls auch einklagen." Außerdem ist das Erbe immer nur ein Anspruch auf Geld, nicht auf Sachwerte. "Wenn zum Beispiel das Erbe aus Immobilien besteht, kann der Pflichtteilberechtigte darauf bestehen, dass die Erben ihn auszahlen." Natürlich bestehe immer auch die Möglichkeit einer Einigung.

Verzicht nur gültig, wenn Notar beteiligt ist

"Wegschaffen können Sie den Pflichtteil eigentlich nicht", erläutert Brandt. Zwei Ausnahmen gibt es aber. Die Pflichtteilberechtigten verzichten auf ihren Anspruch, zum Beispiel gegen eine Auszahlung. "Das geht wegen der rechtlichen Tragweite aber nur unter Mitwirkung eines Notars. Betroffene wissen in der Regel ja nicht, ob sie in 20 Jahren um ihren Pflichtteil ganz froh wären."

Versuchte Tötung schließt vom Erben aus

Verwirken kann sein Erbe schließlich der, der wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt wird. Das greift laut Brandt jedoch nur, wenn die Straftat den persönlichen in der Familie gelebten Wertvorstellungen des Erblassers in hohem Maße widerspricht. Bei schweren Straftaten liege das wiederum nahe.

Außerdem kann der Pflichtteil entzogen werden, wenn der Pflichtteilsberechtigte ein Tötungsdelikt – auch nur versucht – gegen den Erblasser oder eine ihm nahestehende Person unternommen hat oder er die Unterhaltspflicht böswillig verletzt hat, die ihm gegenüber dem Erblasser obliegt.

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